|
Analysen - Ausland
|
14.10.2010
UniCredit Fortsetzung der Erholung abgeschwächt aber intakt
SEB
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der SEB, Manfred Jakob, stuft die UniCredit-Aktie (ISIN IT0000064854/ WKN 850832) mit dem Rating "buy" ein.
Im 2. Quartal sei der Nettogewinn auf 148 Mio. EUR (nach 490 Mio. EUR im Vorj. bzw. 520 Mio. EUR in Q1) gefallen. Positive Trends hätten das Provisionsergebnis und die Risikovorsorge gezeigt. Die Kennzahlen im Halbjahres-Vergleich seien wie folgt: CIR 58,8% (53,4%), ROE 2,7% (4,2%) und die Kernkapitalquote bei 8,41% (nach 8,47%).
Am 22.09.2010 sei Profumo zurückgetreten: Unter ihm sei die Bank von einer rein inländischen Bank (Marktkapitalisierung 1,5 Mrd. EUR) zu einer der führenden Banken in Europa (Marktkap. rund 37 Mrd. EUR) gewachsen. UniCredit habe während der Finanzkrise keine Staatshilfe benötigt.
Am 30.09.2010 sei Federico Ghizzoni neuer CEO geworden: Ghizzoni habe sich seine Lorbeeren im Aufbau des Osteuropa-Franchise-Geschäfts verdient (seit 2007). Er sei 1980 zur UniCredit gekommen. Er werde die Strategie seines Vorgängers fortsetzen, sehe allerdings angesichts der erhöhten EK-Anforderungen begrenztes Wachstumspotenzial. Er habe zugleich konstatiert, dass sich UniCredit "auf Kernmärkte mit Wachstumspotenzial konzentrieren" müsse.
Die Ertragswende habe sich im 2. Quartal abgeschwächt, der mittelfristige Kurs sei aber intakt. Die bekannte Unternehmensstrategie werde vom neuen CEO fortgeführt. Dabei wolle man sich stärker auf die Kernaktivitäten konzentrieren. D. h., in wachstumsstarken Regionen würden die Investitionen eher forciert. Veränderungen stünden auch dort an, wo die kritische Masse unzureichend sei, wie bei Pioneer. Positiv sei auch der Ausblick: Die Risikovorsorge dürfte infolge der Konjunkturerholung weiter etwas zurückgehen. Bei der HVB (HypoVereinsbank) sollte sich der Turnaround fortsetzen, wenngleich die Dynamik zuletzt nachgelassen habe. Die Emerging Markets dürften wie zuletzt eine stärkere wirtschaftliche Erholung zeigen. Der Banken-Stresstest sei relativ gut bestanden worden: Die Core-Tier-1 sei nur auf 7,42% abgesunken.
Das 2. Quartal sei von einer Abschreibung auf die Beteiligung in Kasachstan (162 Mio. EUR) und der europäischen Schuldenkrise belastet gewesen. Der Zinsüberschuss (-16%) und das Handelsergebnis (-94%) hätten darunter besonders gelitten. Unsicherheitsfaktoren seien auch weiterhin vorhanden, da sich nach wie vor nicht alle Regionen in einem Aufschwung befinden würden. Die erwartete Nachhaltigkeit der Erholung der Gewinne bedürfe somit weiterer Nachweise. Die Kernkapital-Quote sei mit 8,4% erstmal hinreichend. Aber weitere mögliche Herausforderungen seien zu befürchten. Negativ zu werten sei auch das Klagerisiko (HVB, Bank Austria) w/Madoff-Fonds.
Aus Sicht der technischen Analyse befindet sich die Aktie von UniCredit weiterhin in einem intakten Abwärtstrend, dessen obere Begrenzungslinie aktuell bei 1,93 EUR (wöchentlich fallend) verläuft, so Savas Demirtas, technischer Analyst der SEB. Die mittelfristigen Overbought/Oversold-Indikatoren würden eine Auflösung des Abwärts-Szenarios zur Seite hin möglich erscheinen lassen. Einen "Startschuss" für eine dynamische Aufwärtsbewegung, wie in solchen Fällen üblich, werde es aber dennoch nicht geben. Zu schwach ausgeprägt seien nämlich die langfristigen Trendindikatoren, die im negativen Bereich zur Seite abgedreht seien. Somit würden die Analysten aus technischer Sicht für dieses Jahr mit keinem Anstieg bis zum starken Widerstand bei 2,58 EUR rechnen.
Nach unten sei die Aktie erst mit der Unterstützung bei 1,53 EUR gut abgesichert. Die theoretische Schwankungsbreite bleibe also erheblich. Die Aktie sei somit nichts für "nervenschwache" Anleger. Die risikofreudigen Anleger würden auf den Trendkanal achten.
Zu früherer Ertragsstärke sei es nach wie vor eine Wegstrecke. Das Kursziel habe man von 2,50 EUR auf 2,30 EUR gesenkt.
Die Analysten der SEB bewerten die UniCredit-Aktie mit "buy". (Analyse vom 14.10.2010) (14.10.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|