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Analysen - Nebenwerte
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12.10.2010
Sixt optimistisch für 2011
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" raten die Vorzüge von Sixt (ISIN DE0007231334/ WKN 723133) einzusammeln.
Der Sixt-Konzern habe in der ersten Jahreshälfte 2010 ein sehr gutes Zahlenwerk erzielt. Besonders im zweiten Quartal habe die Kasse prächtig geklingelt. In der Zeit von April bis Juni habe der Gewinn vor Steuern fast 27 Mio. Euro betragen. Für die ersten sechs Monate liege das EBT bei 34,8 Mio. Euro. Im selben Zeitraum habe sich der Umsatz auf rund 760 Mio. Euro moderat reduziert, während sich die Einnahmen im Ausland leicht erhöht hätten.
Die Münchener würden "Ertrag vor Umsatz" setzen und hätten auf nicht ausreichend profitable Umsätze verzichtet, was den Rückgang der Erlöse erkläre. Julian zu Putlitz habe im vergangenen Herbst das Ruder bei den Finanzen übernommen. Zu seinen Aufgaben im Rezessionsjahr habe gehört, dem Konzern bei den Kosten den Schwanz abzuschneiden und die Struktur sowie Prozesse zu optimieren. Ergebnis der Arbeit: Eine drastische Verbesserung der Erträge. Unterm Strich habe der Gewinn 25,7 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2010 oder 1,02 Euro je Aktie erreicht.
Die umfangreichen Maßnahmen zur Steigerung der Ertragskraft würden immer stärker greifen und würden sich entsprechend positiv in den kommenden Quartalen niederschlagen. Wie den Experten CFO zu Putlitz im Hintergrundgespräch erläutere, setze sich die erfreuliche operative Geschäftsentwicklung weiter fort. "Das dritte Quartal ist analog zu Q2 traditionell stark", sage der ehemalige Berater von Roland Berger. Für das Gesamtjahr bekräftige der Finanzvorstand die Prognose, das Ergebnis vor dem Zugriff des Fiskus gegenüber dem Vorjahr "erheblich" zu steigern. In 2009 habe das EBT bei 15,4 Mio. Euro gelegen. Konkretisieren wollen habe zu Putlitz die Prognose auf Nachfrage nicht.
Nach den eigenen Berechnungen der Experten dürfte Sixt im Gesamtjahr ein EBT von circa 70 Mio. Euro einfahren und netto rund 50 Mio. Euro verdienen. Den Gewinn je Aktie würden sie auf gut zwei Euro je Aktie schätzen. Bei der Dividende verfolge Sixt grundsätzlich die Linie, in etwa "ein Drittel" des Nettogewinns auszuschütten, ergänze der CFO, ohne sich bereits für 2010 konkret festzulegen. Sodann würden die Experten eine Auszahlung von mindestens 65 Cent für das Jahr 2010 erwarten. Der Umsatz werde sich nach 1,6 Mrd. Euro in 2009 in diesem Jahr leicht verringern.
Sixt (ISIN DE0007231326/ WKN 723132) richte den Fokus auf organisches Wachstum. "Wir wollen das Geschäft vor allem im Ausland stärker ausbauen und dort expandieren". Beispielsweise in Spanien und Frankreich. "Unser Marktanteil in Frankreich liegt bisher im einstelligen Prozentbereich. Dort haben wir großes Potenzial zu wachsen", erkläre zu Putlitz. Auch das Leasinggeschäft solle im Ausland forciert werden, zum Beispiel in den Niederlanden.
In 2011 wolle der Mobilitätsdienstleister mit Fokus auf Autovermietung und Leasing wieder wachsen. "Wir sind für 2011 erwartungsvoll den Umsatz zu steigern und den Gewinn weiter zu verbessern", sage zu Putlitz. Die in 2009 und 2010 umgesetzten Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen würden dazu erheblich beitragen. Die Vorsteuer-Marge dürfte sich in diesem Jahr nach Schätzung der Experten auf circa 4,3 Prozent belaufen. Vor der Krise, in 2007, habe diese Rendite bei 8,8 Prozent gelegen. Die Münchener hätten sodann signifikantes Potenzial, die Margen zu erhöhen.
Der Finanzchef strebe grundsätzlich Renditen in der Autovermietung von zehn und im Leasing von fünf Prozent an. Übertragen auf die Konzern EBT-Marge dürfte diese dann bei knapp acht Prozent landen. Im nächsten Jahr könnte der Umsatz nach Einschätzung der Experten auf circa 1,7 Mrd. Euro expandieren. Das EBT würden sie in einer Range zwischen 90 und 100 Mio. Euro erwarten. Den Nettogewinn entsprechend mindestens bei 65 Mio. Euro und das EPS bei über 2,55 Euro.
An der Börse würden die 25,2 Mio. Aktien, eingeteilt in 16,47 Mio. Stämme (Notiz im SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) und 8,75 Mio. Vorzugsaktien, einen Börsenwert von 610 Mio. Euro repräsentieren. Insgesamt würden derzeit Vorzüge- und Stämme im Volumen von 20 Mio. Euro über ein Aktienrückkaufprogramm gekauft. Laut zu Putlitz würden diese Anteile eingezogen. Das erhöhe den Gewinn je Aktie zusätzlich, da der Nettogewinn unter einer geringeren Aktienanzahl verteilt werden müsse. Mit einem KGV von zehn für 2011 sei die Aktie trotz der jüngsten Rally weiterhin sehr günstig zu haben.
Die Experten von "TradeCentre.de" raten indes die Sixt-Vorzüge einzusammeln, da diese bei 19 Euro notieren und wesentlich günstiger zu haben sind als die Stämme, für die derzeit 27 Euro berappt werden müssen. (Analyse vom 12.10.2010) (12.10.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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