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Analysen - TecDAX
06.10.2010
Software AG ein Übernahmeziel für SAP?
Warburg Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Warburg Research, Andreas Wolf, stuft die Aktie der Software AG (ISIN DE0003304002/ WKN 330400) nach wie vor mit "kaufen" ein.

Die Spekulationen, dass die Software AG ein Übernahmeziel sein könnte, seien nicht neu. Nach der Übernahme von IDS Scheer (ISIN DE0006257009/ WKN 625700) durch die Software AG würden diese jedoch verstärkt auftreten. Die Kombination von IDS Scheers ARIS mit Software AGs webMethods biete ein weltweit einzigartiges Produktportfolio, das die komplette BPM-Wertschöpfungskette von Prozessanalyse und -implementierung bis hin zur Prozessüberwachung abdecke. Damit differenziere sich das Unternehmen von großen Wettbewerbern wie z.B. IBM (ISIN US4592001014/ WKN 851399), Microsoft (ISIN US5949181045/ WKN 870747) und "Erzfeind" von SAP (ISIN DE0007164600/ WKN 716460), Oracle (ISIN US68389X1054/ WKN 871460).

Für eine Akquisition würden folgende Punkte sprechen: SAP verkaufe über ihre Partner bereits die ARIS Prozessanalyseplattform. Die Software AG betreue ca. 7.500 von SAPs Kunden (ca. 10% des Marktes). Darüber hinaus - und im Gegensatz zur Vergangenheit - strebe SAP Wachstum auch über größere Akquisitionen an (definiert als über 1 Mrd. Marktkapitalisierung) - dies und der Sitz in Deutschland könnten dazu führen, dass die Software AG in SAPs Interessenbereich rücke. Zudem sei die Software AG auf Middleware und die Integration von Unternehmensanwendungen fokussiert. Hierbei handle es sich um einen Wachstumsbereich, der das Wachstum des Enterprise Software-Marktes um ca. 9PP übertreffen dürfte.

Allerdings gebe es trotz der offensichtlichen Pros auch Contras: Zum einen plane die Software AG, ihre Erlöse alle fünf bis sechs Jahre zu verdoppeln. Akquisitionen seien dabei ein wesentliches Instrument zur Realisierung dieses Ziels. Diese zukünftigen Akquisitionen würden auch das Risiko einer Diversifizierung des Geschäfts und des Verlusts der Attraktivität tragen, die BPM und die integrierte SOA/ESB Middleware Suite für SAP darstellen könnten.

Aufgrund der jüngsten Akquisitionen durch SAP und die Software AG von SyBase bzw. IDS Scheer seien zum anderen die Managementkapazitäten noch gebunden und dürften dies auch noch für die nächsten ca. zwei Jahre (MMWe) sein. Folglich sollten kurz- bis mittelfristig keine größeren Akquisitionen durch beide Unternehmen zu erwarten sein. Außerdem würden SAPs aktuelle Interessenbereiche bei Demand Solutions/Software als Service (saas) und Mobilität liegen. Damit scheinen die Fertigkeiten von Software AG im Bereich Middleware und Geschäftsprozesse außerhalb des aktuellen Interesses von SAP zu liegen, so die Analysten von Warburg Research.

Eine Akquisition der Software AG würde auch bedeuten, dass das Segment Enterprise Transaction Systems (ETS) von der Software AG übernommen werde. Es repräsentiere mehr als 50% von Software AGs Segmentbeiträgen und würde folglich einen deutlichen Teil des Kaufpreises umfassen, was den Aktionären von SAP nur schwer zu erklären wäre (vergleichbar mit SyBase-Akquisition und ihrem Datenbankgeschäft).

Jegliche durch Übernahmespekulationen bedingte Aktienkursbewegungen seien eine Handelsgelegenheit, wobei die fundamentale Einschätzung völlig intakt bleibe. Längerfristig könnten Spekulationen über eine Übernahme konkreter werden, falls die Software AG ihr ETS-Geschäft veräußern würde oder die Integrationen sowohl von SyBase als auch von IDS Scheer vollständig abgeschlossen seien.

Das Modell sei aufgrund des Analystenwechsels überarbeitet worden. Das Kursziel sei von EUR 98 auf EUR 105 angehoben worden.

Die Analysten von Warburg Research bewerten die Aktie der Software AG nach wie vor mit dem Rating "kaufen". (Analyse vom 06.10.2010) (06.10.2010/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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