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Analysen - DAX 100
30.09.2010
STADA Turnaround durch Hemofarm ausgebremst
SEB

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Manfred Jakob, Analyst der SEB, stuft die Aktie von STADA (ISIN DE0007251803/ WKN 725180) mit dem Rating "buy" ein.

Am 08.06.2010 habe STADA die Wachstumsziele bis 2014 verabschiedet: STADA strebe bis 2014 ein EBITDA von 430 Mio. EUR an; dies sei ein jährliches Plus von rund 9%. Daraus leite STADA einen Gewinn von rund 215 Mio. EUR ab, was mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2009 sei (100,4 Mio. EUR).

Im 1. Halbjahr sei das EBITDA um 15% auf 142,9 Mio. EUR, bereinigt um 18% auf 148,6 Mio. EUR, und der Gewinn um 4% auf 50,0 Mio. EUR (ber. +14%) gestiegen (bereinigt = einmalige Sondereffekte und nicht operativ bedingte Effekte aus Währungseinflüssen und Zinssicherungsgeschäften).

STADA erwarte aufgrund von Liquiditätsproblemen serbischer Großhändler derzeit ertragsbelastende einmalige Sondereffekte in Höhe von rund 29,5 Mio. EUR vor Steuern, die im 3. Quartal auszuweisen seien. Der mit Abstand größte Einzelfall betreffe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der serbischen Tochter Hemofarm gegenüber der Großhandelsgruppe Velefarm, an der Hemofarm neben dem Staat eine Minderheitsbeteiligung halte. Zur nachhaltigen Sicherung der Forderungen werde ein Restrukturierungsplan erarbeitet.

Auch wenn die Belastung der Hemofarm für das 3. Quartal eine beträchtliche Ergebnis-Beeinträchtigung sei, werde STADA bestrebt sein, dies rasch zu verarbeiten. STADA bezeichne dies als "einmaligen negativen Sonderfall" und erarbeite ein Konzept, um den Schuldner in die Lage zu versetzen, die Schulden mittelfristig bedienen zu können. Interessant sei, dass STADA trotzdem ein Erreichen der Jahresziele noch für möglich halte. Das Effizienzsteigerungsprogramm "STADA - build the future" sei hierfür sicherlich mit ein Grund für das Beibehalten der Ziele.

Im 2. Quartal habe STADA den starken Turnaround aus dem 1. Quartal nicht mitnehmen können, doch das Ergebnis sei insgesamt solide gewesen. Ein Grund sei, dass STADA in Deutschland bewusst auf Umsatzvolumen verzichtet und das Augenmerk wieder mehr auf die Marge gelegt habe. Die am 08.06. vorgestellte Fünf-Jahres-Prognose untermauere, dass eine neue Wachstumsphase eingeläutet sei.

Für das 3. Quartal sei eine hohe a.o. Belastung für Hemofarm zu verbuchen. Die Beibehaltung des 2010e Ziels sei sehr ambitioniert. Dazu müssten sich die Geschäfte in Serbien stark erholen, was zuletzt jedenfalls kaum erkennbar gewesen sei. Die Gesundheitsreformen und ihre Ankündigung würden immer wieder für Kurskorrekturen sorgen. Negativ zu werten seien auch die Restrukturierungskosten. Derzeit würden positive Katalysatoren fehlen.

Aus Sicht der technischen Analyse befindet sich die Aktie von STADA in einem intakten Abwärtstrend, dessen obere Begrenzungslinie aktuell bei 25,84 EUR verläuft und wöchentlich fällt, so Savas Demirtas, technischer Analyst der SEB. Mit dem Kursrückgang in dieser Woche habe sich das Chartbild deutlich eingetrübt. Nicht nur die Unterstützung bei 22,80 EUR drohe signifikant unterschritten zu werden, sondern auch die nachgelagerte bei 21,24 EUR.

Die markttechnischen Indikatoren würden derzeit nichts Gutes verheißen. So werde der positive langfristige Trendüberhang sukzessive abgebaut. Die mittelfristigen Overbought/Oversold-Indikatoren seien abwärts gerichtet und würden eine intakte Abwärtsbewegungsdynamik signalisieren. Damit seien die Risiken eines nachhaltigen Durchbruchs in den nächsten Wochen unter die Unterstützung bei 21,24 EUR gegeben, womit das nächste Verkaufsignal ausgelöst werden würde. Die nächste Möglichkeit für eine Bodenbildung würde die Aktie dann erst wieder an der starken Unterstützung bei 18,00 EUR erfahren. Die Analysten würden aus technischer Sicht bis zu einer verlässlichen Bodenbildung von Engagements in der Aktie abraten.

Die Analysten hätten die Gewinnprognosen und das Kursziel entsprechend angepasst. Das Kursziel sei von 30 EUR auf 26 EUR gesenkt worden.

Die Analysten der SEB bewerten die STADA-Aktie mit dem Rating "buy". (Analyse vom 30.09.2010) (30.09.2010/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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