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Analysen - Marktberichte
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24.09.2010
STOXX 600 um 0,91% gefallen
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Die anhaltende Underperformance von Banken (-3%), Versicherungen und Versorgern (jeweils -2%) führte dazu, dass der STOXX 600 (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) diese Woche um 0,91% auf 261 Punkte fiel, berichten die Analysten der Erste Bank.
Insbesondere Credit Suisse (ISIN CH0012138530/ WKN 876800) und Natixis (ISIN FR0000120685/ WKN 853760) (-8%) seien stark gesunken. Auch die Schwäche der Deutschen Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) im Zuge der Kapitalerhöhung habe sich fortgesetzt. Die Aktie notiere nun bei EUR 40,6 (-5%).
Zyklische Sektoren wie Automobilproduzenten, Bauunternehmen, und Rohstoffproduzenten seien hingegen um fast 1% gestiegen. Im Einklang dazu hätten Rohstoffe wie Kupfer (+3%) und Aluminium (+6%) abermals stark zugelegt. Lediglich der Ölpreis tendiere weiterhin seitwärts. Das Barrel Brent notiere bei USD 77,8 und sei damit seit Anfang 2010 nur um 1% gestiegen.
Wichtige Emerging Markets wie die Türkei und Indonesien hätten diese Woche neue Alltimehighs erreicht. Indien notiere nur noch knapp darunter. Einer der Gründe für die relative Schwäche von europäischen Aktien sei sicherlich auch der weiter steigende Euro, der diese Woche von USD 1,30 auf USD 1,34 zugelegt habe. Der mittelfristige Abwärtstrend sei nun eindeutig verlassen worden. Der nächste massive Widerstand liege jedoch schon bei USD 1,35.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft habe sich im September überraschend den vierten Monat in Folge aufgehellt. Der ifo-Index sei marginal um 0,1 Punkte auf 106,8 (Erwartung: 106,4) gestiegen. Das sei der beste Wert seit Juni 2007. Besonders bei den Einzelhändlern habe sich das Geschäftsklima merklich verbessert. Der Aufschwung hänge laut ifo auch nicht mehr so stark wie bisher vom Export ab. Die Industrie erwarte zwar weiter gute Geschäfte, im Zuge der leichten Konjunkturschwäche in den USA und der geringeren Dynamik in China könne aber mit nicht mehr ganz so starken Zuwächsen gerechnet werden wie zuletzt.
Die deutsche Autoindustrie profitiere erheblich vom boomenden Fahrzeugmarkt in China. Im ersten Halbjahr 2010 seien 128.000 Pkw mit einem Gesamtwert von EUR 4,4 Mrd. in das Reich der Mitte ausgeführt worden. Das seien mehr als dreimal so viele wie vor Jahresfrist und mehr als im gesamten Jahr 2009.
Der Aufschwung der weltweiten Luftfahrt nehme nach Einschätzung der IATA in diesem Jahr immer mehr Fahrt auf. Nur die Fluggesellschaften in Europa dürften insgesamt in den roten Zahlen bleiben. Weltweit rechne der Verband für 2010 jetzt mit einem Branchengewinn von USD 8,9 Mrd. Bislang sei er von USD 2,5 Mrd. ausgegangen. Den europäischen Gesellschaften sage die IATA einen Verlust von USD 1,3 Mrd. voraus. Das sei allerdings nur noch knapp halb so viel wie bei der bisherigen Prognose.
BASF (ISIN DE000BASF111/ WKN BASF11) habe bekannt gegeben, dass man im Sommerquartal besser gewirtschaftet habe als erwartet. Dank anziehender Nachfrage sei das Sommerloch fast nicht existent gewesen. Der Konsens erwarte für das Ende September auslaufende Quartal einen Anstieg des um Sondereinflüsse bereinigten Gewinns um 57% auf EUR 1,96 Mrd.
Französische Unternehmen würden weiterhin nach China streben. Peugeot (ISIN FR0000121501/ WKN 852363) habe seine Partnerschaft mit Dongfeng (ISIN CNE100000312/ WKN A0M4XY) ausgebaut. Ziel sei es, im Jahr 2015 in China einen Marktanteil von 5% zu erreichen. Hermès (ISIN FR0000052292/ WKN 886670) habe mit der Gründung der Edelmarke Shang Xia in der letzten Woche ebenfalls Fuß auf dem chinesischen Markt gefasst. Auch Air France-KLM (ISIN FR0000031122/ WKN 855111) orientiere sich Richtung Osten. Es sei ein Joint Venture mit China Southern, der zweitgrößten chinesischen Fluggesellschaft geplant.
In der kommenden Woche präsentiere H&M (Hennes & Mauritz) (ISIN SE0000106270/ WKN 872318) Quartalsergebnisse. Auf der Makroseite würden unter anderem neue Zahlen zur Arbeitslosigkeit in der EU, das BIP in Großbritannien und der Wirtschaftsklimaindex in der EU veröffentlicht. Die Analysten der Erste Bank behalten ihre mittelfristig positive Einschätzung der Aktienmärkte derzeit bei, solange es zu keiner markanten Korrektur bei den Rohstoffpreisen, den Frühindikatoren oder der Performance der Emerging Markets kommt. (24.09.2010/ac/a/m)
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