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Analysen - Ausland
23.09.2010
ING Groep Ertrags-Turnaround fortgesetzt
SEB

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der SEB, Manfred Jakob, stuft die Aktie der ING Groep (ISIN NL0000303600/ WKN 881111) mit dem Anlagevotum "buy" ein.

Die Zahlen zum 2. Quartal (Q2) hätten deutlich über den Prognosen gelegen. Der zugrundeliegende Konzerngewinn vor Steuern sei im Jahresvergleich von 56 Mio. Euro auf 1,5 Mrd. Euro geklettert. Einen wiederum kräftigen Turnaround hätten die Bankaktivitäten vollzogen, während die Versicherungssparte in rote Zahlen zurückgefallen sei. Der zugrundeliegende Vorsteuer-Gewinn im Banksektor sei auf 1,6 Mrd. Euro (nach -186 Mio. Euro) gesprungen. Hier sei die Cost/Income-Ratio auf 52,6% nach 78,2% zurückgegangen. Die Tier-1-Ratio habe sich auf 8,6% (Ziel: 7,5%) verbessert. Im Versicherungssektor sei ein Vorsteuer-Verlust von 115 Mio. Euro angefallen (nach 242 Mio. Euro). Der Konzerngewinn habe 1,2 Mrd. Euro nach 212 Mio. Euro im Vorjahr erreicht. Die Eigenkapitalrendite sei auf 12,0% nach 4,1% gestiegen.

Der Ertragsswing sei vorrangig vom Bankbereich getragen worden, wo die positiven Einflüsse aus allen Feldern gekommen seien. Neben dem gestiegenen Geschäftsvolumen mit attraktiven Margen (trotz niedriger Zinsen) seien geringere Risikokosten und weniger negative marktbezogene Einflüsse verantwortlich. Das inländische Retail sowie ING Direct hätten zum zweiten Mal in Folge eine starke Erholung gezeigt. Der ROE im Bankbereich sei auf 18,3% (Q1: 14,9%) gestiegen. Der Versicherungsbereich, der zur Veräußerung vorgesehen sei (w/Staatshilfe eine Auflage der EU) habe nochmals rote Zahlen hinnehmen müssen, aber ein Plus von über 23% im Neugeschäft von LV’s verzeichnet. Zuletzt habe ING angekündigt, die kanadische ING Summit Industrial Fund LP, ein Immobilienportfolio, zu verkaufen. Der Abschluss werde in Q4 erwartet.

Die Ertragswende in Q2 sei zuletzt stark von freundlichen Kapitalmärkten unterstützt worden, was die sehr hohe Abhängigkeit vom Kapitalmarkt unterstreiche. Im 2. Halbjahr könnten diesbezüglich nun weniger positive Einflüsse kommen, zumal ING nach wie vor recht hohe Engagements in problembehafteten Wertpapieren habe. Im Versicherungsbereich sei eine Stabilisierung von der Tendenz her erkennbar, doch ob in der aktuellen Situation die geplanten Verkäufe schon vorgenommen werden könnten, sei fraglich.

Dennoch sei ING operativ weiter auf gutem Weg.

Nachdem sich die Aktie von ING in den vergangenen vier Wochen um über 13% erholt hat, prallt sie am starken Widerstand bei 7,95 Euro ab, so Savas Demirtas, technischer Analyst der SEB. In der Nähe verlaufe auch die obere Begrenzungslinie des langfristigen Abwärtstrends, die aktuell bei 8,05 Euro (wöchentlich fallend) notiere. Aufgrund des mageren langfristigen Trendumfelds sei also ein Scheitern an diesem Kreuzwiderstand vorprogrammiert gewesen. Da sich nun auch mittelfristigen Overbought/ Oversold-Indikatoren abschwächen würden, müsse mit einem erneuten Rücklauf bis zur Unterstützung bei 6,57 Euro gerechnet werden.

Daher würden die Analysten derzeit von einem strategischen Investment zunächst einmal abraten. Bei einer statistisch maximalen Wochenrange von etwas über 12% sei die Aktie ohnehin nichts für Anleger, die "es gerne ruhig mögen". Kaufenswert wäre die Aktie erst mit einer signifikanten Auflösung des langfristigen Abwärtstrends.

Die Analysten der SEB bewerten die Aktie der ING Groep mit dem Rating "buy". Das Kursziel werde von 8,50 auf 9,00 Euro angehoben. (Analyse vom 23.09.2010) (23.09.2010/ac/a/a)


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