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Analysen - Nebenwerte
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17.09.2010
Sixt geplante neue IFRS regeln kein großes Problem
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Christian Ludwig, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Sixt (ISIN DE0007231326/ WKN 723132) nach wie vor mit dem Rating "kaufen" ein.
Die wesentlichen Punkte in den Investorengesprächen mit CFO Herrn zu Putlitz seien gewesen:
Die deutliche Zunahme der Assets in der Bilanz (+300 Mio. EUR zum Halbjahr) liege daran, dass Sixt wieder mehr Fahrzeuge selbst finanziere, anstatt sie via einem Operating Lease von den OEMs (off-balance) zu beziehen. Dies sei nach Beendigung der Finanzkrise günstiger.
Die angedachte Veränderung der IFRS Bilanzierungsrichtlinien werde vorrausichtlich dazu führen, dass der Tatbestand des Operating Lease nicht mehr anerkannt werde, so dass zukünftig alle Assets auf der Bilanz gezeigt werden müssten. D.h. folgende Auswirkungen für Sixt: Bilanzverlängerung, aber ohne dass die Refinanzierungskosten steigen würden. Grundsätzlich kaum ein Effekt auf das EBT, sehr wohl aber auf EBITDA und EBIT (würden steigen), da Leasingkosten, die als sonstige betriebliche Ausgaben gebucht würden, wegfallen würden und dafür Abschreibungen und Zinsausgaben steigen würden. Die meist mittelständischen Kunden im Leasingbereich seien nicht börsengelistet und würden nach HGB und nicht IFRS bilanzieren, so dass sie davon gar nicht betroffen sein dürften.
Die Gesellschaft werde sich weiterhin auf die westeuropäischen Kernmärkte fokussieren. Hier sehe man außerhalb Deutschlands noch viel Potenzial (Marktanteil Frankreich nur ca. 10%, Spanien ca. 15%), da nach dem erfolgreichen Einstieg in die Märkte über Inboundgeschäft aus Deutschland nun der lokale Markt penetriert werden könne. Eventuell könnte dabei auch eine Akquisition möglich sein, obwohl Sixt lieber direkt in Autos investiere als in (meist sehr flüchtige) Kundenbeziehungen.
Obwohl man der aktuellen konjunkturellen Erholung noch etwas skeptisch gegenüberstehe, seien die mittelfristigen Ziele bestätigt worden: Im Vermietgeschäft werde ein EBT von 10%, im Leasinggeschäft von 5% angestrebt. Auf Konzernebene entspräche das einer EBT-Marge von ca. 7,9% (Bankhaus Lampe 2011e: 6,5%).
Die Analysten hätten ihr Modell an die geänderten Finanzierungsmethoden angepasst. Trotz einer höheren bilanziellen Verschuldung würden sie dadurch einen leicht positiven Ergebniseffekt erwarten. Für 2011 würden die Analysten noch etwas konservativer als die Gesellschaft bleiben, ihr Kursziel bleibe jedoch unverändert 29 EUR.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die Sixt weiterhin mit "kaufen". (Analyse vom 17.09.2010) (17.09.2010/ac/a/nw)
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