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Analysen - Ausland
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09.09.2010
Transocean laut BP mitschuldig an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko
Vontobel Research
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Zürich (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Vontobel Research, Fabian Haecki, stuft die Transocean-Aktie (ISIN KYG900781090/ WKN 886661) in der aktuellen Ausgabe von "Vontobel Morning Focus" weiterhin mit "hold" ein.
Gestern Abend habe BP (ISIN GB0007980591/ WKN 850517) einen umfassenden Bericht über die Ursachen der Explosion auf der Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko veröffentlicht, der auf einer viermonatigen Untersuchung mit einem Team von 50 internen und externen Spezialisten beruhe. BP zufolge seien die Explosion und die Ölkatastrophe auf eine Abfolge von Fehlern seitens mehrerer unterschiedlicher Beteiligter (hauptsächlich Transocean und Halliburton (ISIN US4062161017/ WKN 853986)) zurückzuführen.
Die Haupterkenntnisse des Berichts:
Es sei eine ungeeignete Mischung aus Stickstoff und Zement verwendet worden, daher seien die Kohlenwasserstoffe nicht im Reservoir zurückgehalten worden und hätten im Ölförderrohr nach oben strömen können. Die Ergebnisse eines negativen Drucktests seien sowohl von BP als auch von Transocean fälschlicherweise akzeptiert worden. 40 Minuten lang habe die Mannschaft von Transocean nicht gemerkt, dass Kohlenwasserstoffe in das Bohrloch geströmt seien, sie habe es erst gemerkt, als sie in der Steigleitung nach oben gedrungen seien.
Der Schlamm-Gas-Separator habe das Gas nicht von der Bohrinsel weggeleitet. Als das Gas durch das Belüftungssystem in die Maschinenräume geströmt sei, sei eine Explosionsgefahr entstanden. Der Blowout-Preventer von Transocean auf dem Meeresboden sei nicht automatisch aktiviert worden, wahrscheinlich aufgrund eines Versagens kritischer Bauteile.
Zusammengefasst lasse sich sagen, dass BP eigene Fehler eingestehe, gleichzeitig aber klarstelle, dass der Unfall nicht durch einen einzigen Faktor verursacht worden sei. Das Unternehmen werfe Transocean vor, die Arbeitsverfahren, das Design der Ölbohrinsel und die Wartung von Geräten seien unzulänglich gewesen, und beschuldige Halliburton einer schlechten Arbeit mit dem Zement.
Wie erwartet gebe der Bericht von BP den anderen beiden Hauptbeteiligten Transocean und Halliburton gemeinsam die Schuld. Transocean habe darauf entgegnet, dass der Bericht von BP die fehlerhafte Konstruktion des Bohrlochs zu verschleiern suche, und Halliburton habe geschrieben, dass der Bericht eine Reihe erheblicher Lücken und Ungenauigkeiten aufweise. Um ein objektiveres und klareres Bild der Fehler zu gewinnen, die zu dem Unfall geführt hätten, benötige man die Resultate der Analyse des Blow-Out-Preventers, die Berichte von Halliburton und Transocean sowie die Ergebnisse der Untersuchungen der US-Regierung.
Die "hold"-Empfehlung der Analysten von Vontobel Research und das Kursziel von CHF 65 bleiben für die Transocean-Aktie unverändert. (Analyse vom 09.09.2010) (09.09.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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