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Analysen - Ausland
03.09.2010
Swisscom Konsolidierung in Italien wäre begrüßenswert
Vontobel Research

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Zürich (aktiencheck.de AG) - Serge Rotzer, Analyst von Vontobel Research, stuft die Swisscom-Aktie (ISIN CH0008742519/ WKN 916234) in der aktuellen Ausgabe von "Vontobel Morning Focus" weiterhin mit "hold" ein.

Gerüchten zufolge werde Swisscom die Minderheitsanteile (18%) von Fastweb (ISIN IT0001423562/ WKN 936298) in Italien aufkaufen, nachdem der Fastweb-Aktienkurs zu Wochenbeginn nach oben geschnellt sei. Swisscom habe nach eigenen Angaben noch keine Entscheidung gefällt. Einerseits wäre es eine gute Investition, den Anteil an Fastweb von derzeit 82% auf 100% zu erhöhen. Andererseits würde eine solche Investition den finanziellen Spielraum von Swisscom einschränken.

Auf der Analystenpräsentation für das GJ 09 habe der CEO die Möglichkeit des Aufkaufs von Fastweb-Minderheitsanteilen bagatellisiert. Da Schloter in Italien als Interims-CEO fungiere (aufgrund der Mehrwertsteuer-Affäre), könnten sich die Analysten vorstellen, dass er Fastweb gerne dekotieren möchte. Erstens könnte er die Kommunikation mit den Anlegern für Fastweb abbrechen und zweitens den Spielraum für Veränderungen erweitern. Nicht zuletzt sei auch der Zeitpunkt interessant, da der Aktienkurs und die Wechselkurse günstig seien.

2007 habe Swisscom CHF 5,1 Mrd. für 82% gezahlt (EUR 47 je Aktie zu EUR/CHF 1,65). Der EV liege nun bei CHF 3,3 Mrd. (2007: CHF 7,9 Mrd.), und die Minderheitsbeteiligung würde bis zu CHF 360 Mio. wert sein (EUR 20 je Aktie zu EUR/CHF 1,3 einschl. 50% Aufschlag). Es bestehe immer noch eine hohe GW-Position (CHF 2,6 Mio.) von Fastweb, und nach Erachten der Analysten sei eine künftige Teilabschreibung nicht ausgeschlossen.

Auch nach dem Zukauf bestünde noch ausreichend finanzieller Spielraum, um sich an einer möglichen Konsolidierung des italienischen Festnetzmarktes zu beteiligen. Die Ratio der Nettoverschuldung zum EBITDA für 2010 würde von 1,7 auf über 1,8 ansteigen (max. Schwelle 2,1) und somit noch 1 Mrd. übrig bleiben.

Durch den Zukauf der Minderheitsanteile würde der operative FCF sinken, ebenso wie die theoretische Dividendenausschüttung (CHF 21 bis 22 statt wie bisher bis zu CHF 25 pro Aktie). Damit läge die Dividendenrendite (5,5%) deutlich unter dem europäischen Branchendurchschnitt (mehr als 6%). Auf EV/EBITDA-Basis (12-Monats-Prognose) werde Swisscom derzeit zu 6,2 gehandelt; der Sektorwert liege bei 5,5. Der Aufschlag von 13% entspreche ziemlich genau dem historischen Aufschlag von rund 15%. Eine Goodwill-Abschreibung wäre eher ein Politikum als ein finanzielles Risiko.

Die Analysten von Vontobel Research bleiben bei ihrem "hold"-Rating für die Swisscom-Aktie. Das Kursziel werde bei CHF 410 gesehen. (Analyse vom 03.09.2010) (03.09.2010/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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