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Analysen - DAX 100
01.09.2010
HHLA Q2'2010 zeigt eindrückliche Dynamik
SRH AlsterResearch

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Oliver Drebing, stuft die Aktie der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) (ISIN DE000A0S8488/ WKN A0S848) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.

Die Containerriesen aus Fernost seien wieder da, die kleinen Schiffe für den Feeder-Transit nach Russland, Skandinavien und Polen bislang nicht - doch genau diese Lücke werde nunmehr geschlossen. Eine kräftige Erholung bei den Ostsee-Diensten werde die 2. Jahreshälfte prägen. Der HHLA-Vorstand habe zuletzt die Erwartungen an den Gesamtjahresverlauf angehoben.

Ein offensiver Ansatz zum Ausbau der Attraktivität Hamburgs als Drehscheibe für Zubringer-Dienste zeige bereits erste Erfolge, die möglicherweise wegweisenden Charakter hätten. So habe die HHLA zusammen mit Eurogate Strukturen geschaffen, die innerhalb des Hafens den optimalen Rundlauf der Feeder-Schiffe von einem zum nächsten Terminal koordinieren würden. Nach Marktführer Unifeeder habe aktuell die Feeder-Reederei Team Lines diesen Service angenommen. Des Weiteren baue die HHLA ihre zentraleuropäische Logistik-Infrastruktur aus. Bei einigen Hinterlandverkehren sei bereits zum Vorkrisenniveau aufgeschlossen worden. Das gelte für Transporte nach Tschechien, die Slowakei und nach Kroatien. Im deutschen Hinterland würden HHLA und Eurogate Kräfte im Rahmen eines Joint Venture bündeln. Die HHLA habe sich in der Krise innovativ und beweglich gezeigt; die Initiativen würden der Equity-Story zusätzlich Argumente liefern.

Die besonderen Qualitäten der HHLA (Zuverlässigkeit, Schnelligkeit) würden für die Erträge der Reedereien wieder an Bedeutung gewinnen. Während der extremen Unterauslastung der Schiffstonnage im Rezessionsjahr 2009 hätten sich zwischenzeitlich preisliche Argumente in den Vordergrund geschoben. Im Gegensatz zu den Haupttarifen im Überseegeschäft, die die HHLA auch während der Krisenmonate unangetastet belassen habe, hätten die Hamburger bei Zubringerdiensten per Feeder-Schiff Zugeständnisse gemacht (wie im Übrigen auch beim Hinterlandverkehr per Schiene).

Die HHLA habe im 2. Quartal eine eindrückliche Dynamik aufgewiesen. Die Terminals in Hamurg und Odessa hätten 17,8% mehr Container umgeschlagen als im (extrem schwachen) Vorjahresquartal. Zu Q1 2010 betrage das Plus 10,1%. Uneinheitlich sei das Bild bei den Ostseefahrtrouten. Aus den alle Betreibergesellschaften des Hamburger Hafens einschließenden Statistiken gehe hervor, dass die Containerverkehre mit Russland und Finnland um rund 30% gegenüber Vorjahr zugenommen hätten (sequentielle Änderung zu Q1: Russland ca. +10%, Finnland ca. +25%). Gegenüber den 2008 erreichten Niveaus wären für diese Routen aber noch immer 40% bis 50% aufzuholen. Keine Wende hätten Feederverkehre mit Polen verzeichnet; jene mit Schweden hätten bei rund 2/3 der 2008 erklommenen Umschlaghöhe verharrt.

In Relation zu den Impulsen, die von der kräftigen Erholung des Welthandels ausgehen würden, falle die Anhebung des Unternehmensausblicks moderat aus; das Umschlagsvolumen würde um mehr als 10% ansteigen, der Umsatzausweis werde das Vorjahresniveau übertreffen. Die Zurückhaltung erkläre sich aus Überkapazitäten an Hafeninfrastruktur in der Northern Range (Rotterdam, Hamburg, Antwerpen, Bremen/ Bremerhaven, Zeebrügge). Der Wettbewerb der Häfen halte das 2008 gegenüber Feeder-Reedern durchgesetzte Ertragsniveau vorerst außer Reichweite. In ihren Schätzungen würden sich die Analysten zuversichtlicher als das HHLA-Management zeigen und von einer beschleunigten Normalisierung ausgehen. Der unmittelbar bevorstehende Schub bei den Feeder-Diensten sei eingebettet in einen Prozess weiterhin steigender Volumina aus Fernost.

Die Analysten von SRH AlsterResearch stufen die HHLA-Aktie weiter mit "kaufen" ein. Das Kursziel werde bei 35,00 EUR belassen. (Analyse vom 01.09.2010) (01.09.2010/ac/a/d)



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