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Analysen - Ausland
12.08.2010
Vivendi strategisch gut positioniert
Oldenburgische Landesbank

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Oldenburg (aktiencheck.de AG) - Christoph Siebecke, Analyst der Oldenburgischen Landesbank rät die Vivendi-Aktie (ISIN FR0000127771/ WKN 591068) aufzustocken.

Die wichtigsten Geschäftseinheiten des französischen Kommunikations- und Medienkonzerns Vivendi seien die Sparten SFR (Société Francaise de Radiotéléphone = Mobilfunk), Universal Music (Musiklabel), Canal+ Group (Pay-TV), Maroc Telecom Group (Telekom Marokko) und Activision Blizzard (Computerspielehersteller). Gute Geschäfte mit Videospielen und der Zukauf von einem Telekommunikationsgeschäft in Brasilien habe Vivendi im ersten Quartal 2010 gegenüber dem Vorjahresquartal einen Gewinnsprung beschert. Der Umsatz habe um sechs Prozent auf 6,9 Mrd. Euro zugelegt. Auch das Nettoergebnis könne sich sehen lassen und habe 600 Mio. Euro erreicht. Bis auf die Musiksparte hätten alle weiteren Geschäftsbereiche kräftige Zuwächse verzeichnen können. Bei der Profitabilität würden die Mobilfunksparten und die Videospiele Sparte herausstechen.

In der Mobilfunksparte seien es in erster Linie die Töchter aus den Schwellenländern, die mit sehr guten Zahlen glänzen würden. Hier wolle Vivendi weiter wachsen und habe Interesse an der indischen Reliance Communications bekundet. Bis zu 26% der Anteile wollten die Franzosen erwerben und so ihr Schwellenländer-Engagement weiter stärken. Daneben wolle Vivendi die Anteile am Bezahl-Sender Canal Plus und der französischen Mobilfunktochter SFR weiter aufstocken. Beide Geschäftsbereiche würden konstant hohe Cash-flows erwirtschaften und so helfen, die zyklischeren Segmente abzufedern.

Der Vorstand habe die Prognose für das Gesamtjahr 2010 bestätigt und rechne mit einem einstelligen Wachstum. Die Bilanzkennzahlen würden diese positive Entwicklung wiederspiegeln. Die Eigenkapitalquote liege bei soliden 47,8%, die Nettofinanzverbindlichkeiten würden sich in 2010 auf nur noch 6,5 Mrd. Euro belaufen. Die Entschuldung sei in den vergangenen Jahren merklich vorangekommen.

Vivendi habe sich unter der Führung seines CEO Bernard Lévy in den letzten Jahren strategisch neu positioniert. Mit dem Zukauf von GVT habe sich Vivendi auch den Zugang zum lukrativen südamerikanischen Markt gesichert. Die großen und kleinen Schwellenländer würden im Mobilfunkbereich die höchsten Wachstumsraten aufweisen. Deshalb erscheine den Analysten der Schritt nach Indien sinnvoll und erhöhe die globale Diversifizierung des Unternehmens. Dabei schütze der sukzessive Zukauf von Anteilen Vivendi vor einem überhasteten Engagement in einem Markt, der eventuell nicht die Erwartungen erfüllen könne.

Ebenfalls gefalle die geplante Komplett-Übernahme von Canal Plus, erwirtschafte das französische Pay TV, im Gegensatz zum deutschen Markt, einträgliche Margen. Auch aus dem Bereich der Computerspiele sei mit langfristigem Wachstum zu rechnen, sei doch der Trend zu diesem Medium bei jungen Leuten ungebrochen.

Auch die Aktie überzeuge mit einem 2011er-KGV von nur 8,19 und einer sehr attraktiven Dividendenrendite von deutlich über 7%. Einzig die Musiksparte könne nicht überzeugen und habe im ersten Quartal einen Umsatzrückgang zu verzeichnen gehabt. Dies sei aber die einzige, kleine Baustelle im Konzern, welche für Vivendi zu verkraften sei. Die Analysten würden ihr positives Votum bestätigen.

Die Analysten der Oldenburgischen Landesbank raten die Aktie von Vivendi aufzustocken. (Analyse vom 12.08.2010) (12.08.2010/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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