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Analysen - DAX 100
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24.08.2010
RHÖN-KLINIKUM Gesundheitsreform und mangelnde Transaktionen belasteten
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Leslie Iltgen, Analystin vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von RHÖN-KLINIKUM (ISIN DE0007042301/ WKN 704230) unverändert mit "kaufen" ein.
Im Rahmen der Gesundheitsreform sollten voraussichtlich rund 500 Mio. EUR im Krankenhausbereich eingespart werden. Davon sollten rund 150 Mio. EUR mittels einer verringerten Preissteigerung (Grundlohnsummenveränderungsrate) generiert werden und die übrigen 350 Mio. EUR über einen Preisabschlag auf Mehrmengen in Höhe von 30%.
Für RHÖN-KLINIKUM würde das bedeuten, dass man 2011 rund 17 bis 20 Mio. EUR Ertragsverlust hinnehmen müsste. Dies stelle aus Sicht der Analysten jedoch ein so genanntes "Worst Case"-Szenario dar und würde nur eintreten, wenn es dem Management nicht gelänge durch entsprechende Sparmaßnahmen einen Teil der Mehrbelastung zu kompensieren. Durch Senkung der Materialkosten auf rund 25% könnten laut Aussage der Unternehmensleitung allein schon 21 Mio. EUR eingespart und damit die durch die Gesundheitsreform zu erwartenden Belastungen vollständig kompensiert werden.
Was die Zahl möglicher Transaktionen anbelange, so habe RHÖN-KLINIKUM aktuell Angebote für insgesamt rund 3.000 weitere Betten ausstehen, was in etwa einem potenziellen Umsatzvolumen von rund 300 Mio. EUR Umsatz entspreche. Die Analysten würden daher im Herbst mit der Bekanntgabe weiterer Krankenhausübernahmen rechnen.
Darin nicht enthalten sei die mögliche Übernahme der Unikliniken in Schleswig-Holstein (Kiel/Lübeck), die demnächst privatisiert werden sollten (Kaufpreis für beide Standorte zusammen dürfte analog Gießen/Marburg bei rund 500 Mio. EUR liegen).
Aus Sicht der Analysten dürfte in einem möglichen Bieterprozess RHÖN-KLINIKUM aufgrund der bereits vorhandenen Erfahrung bei der erfolgreichen Privatisierung einer Uniklinik gute Chancen haben, den Zuschlag zu erhalten. Zudem verfüge man im Vergleich zu potenziellen Wettbewerbern auch über den besseren Finanzpuffer (rund 1 Mrd. EUR).
Ihre Schätzungen für 2010f hätten die Analysten leicht nach unten angepasst in Erwartung, dass es dem Management gelinge mögliche Belastungen größtenteils durch Einsparmaßnahmen zu kompensieren. Damit bewege man sich innerhalb der vorgegebenen Bandbreite für das FY 2010 (Umsatz: 2,6 Mrd. EUR; Nettoergebnis vor Anteilen Dritter: 145 Mio. EUR +/-5%).
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bleiben bei ihrem Anlageurteil "kaufen" für die RHÖN-KLINIKUM-Aktie. Das Kursziel werde von 22 EUR auf 20 EUR gesenkt. (Analyse vom 24.08.2010) (24.08.2010/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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