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Analysen - Nebenwerte
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19.08.2010
SOLON wichtige Etappe auf dem Restrukturierungspfad genommen
SRH AlsterResearch
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Oliver Drebing, stuft die SOLON-Aktie (ISIN DE0007471195/ WKN 747119) weiterhin mit dem Rating "kaufen" ein.
SOLON habe mit dem aktuellen Zwischenbericht die Erwartungen recht genau getroffen. Für das zweite Quartal vermelde der Solarmodulhersteller positive Ergebnisdaten auf EBIT-Ebene. Nach operativen Verlusten in den vorangegangenen fünf Quartalen sei damit eine wichtige Etappe auf dem Restrukturierungspfad genommen. Man gehe davon aus, dass SOLON 2010 kein Verlustquartal (nach Q1) mehr berichten werde. Nun nehme sich der Quartalserfolg immer noch bescheiden aus: ein EBIT von +4 Mio. EUR und ein das Finanzergebnis von -7 Mio. EUR einbeziehendes Vorsteuerergebnis von -3 Mio. EUR. Operativer Cash flow und Zinszahlungssaldo würden sich auf +8 Mio. EUR summieren. "Wann, wenn nicht jetzt?"; wann sollte Solon das verschüttete Potenzial aufdecken, wenn nicht in der Phase, da der Absatz von Solartechnik einen Boom ohnegleichen durchlebe?
Tatsächlich laufe SOLON - selbst da im Quartal mit einer Produktionsleistung von 76 MWp in dieser Hinsicht ein neuer Unternehmensrekord aufgestellt worden sei - immer noch neben der Spur. Kernkompetenz des Unternehmens sei die Errichtung von Solarkraftwerken (Systemgeschäft). Die lange ungeklärte Finanzierungssituation und die damit infrage stehende Solvenz des Unternehmens hätten das Systemgeschäft jedoch zwischenzeitlich zum Erliegen gebracht.
In den aktuellen umsatz- und ergebniswirksamen Aktivitäten fehle dem Kraftwerksbau bei Weitem die Größenordnung, die SOLON auskömmliche Renditen ermöglichen würde. Der Teil der Wertschöpfungskette, der das Unternehmen derzeit halbwegs über die Runden trage, also der Abverkauf von Modulkomponenten an Installateure und Großhandel, stelle im Geschäftsmodell nur eine Ergänzung dar, um Auslastungen zu glätten und um auf hohe Einkaufsvolumina zu kommen.
Die gute Nachricht sei, dass SOLON sich nunmehr Schritt für Schritt auch im Systemgeschäft berapple. Auf der Hauptversammlung habe der Vorstand eine Zeitspanne von weiteren anderthalb Jahren angegeben, die als Vorlauf für einen das Geschäftsmodell tragenden Kraftwerksbau benötigt würden. Die Richtung stimme immerhin schon. Seit Mai würden wieder erste Vertriebserfolge erzielt (Schwerpunkte Italien und Arizona, daneben Projekte mit möglichem Signalcharakter an der US-Ostküste und in Großbritannien). Die aktuelle Pipeline werde mit 140 MWp quantifiziert, von denen 50 MWp noch 2010 umsatzwirksam werden sollten.
Mit Norwegens Energiekonzern Statkraft sei unterdessen ein Referenzkunde abhanden gekommen, den die Analysten als wichtiges Argument für die langfristigen Marktchancen im Geschäft mit anspruchsvollen, auf Qualität setzenden Energieversorgern gesehen hätten. Mit dem von Statkraft im Juni verlautbarten Rückzug aus dem Solarkraftwerksgeschäft erscheine der bestehende, allerdings nie mit Leben erfüllte Rahmenvertrag nunmehr hinfällig. Umso wichtiger würden Vertriebsaktivitäten mit Stoßrichtung auf Stromversorger und unabhängige Erzeuger in Italien, Frankreich, Großbritannien und den USA.
Überhaupt entwickle sich das USA-Engagements zu einer wichtigen Säule der Equity-Story SOLONS. Für das zweite Halbjahr sei ein positiver EBITDA-Beitrag der Produktion in Arizona angekündigt, der den zu Jahresbeginn dort noch aufgelaufenen Verlust kompensieren werde.
Das positive Anlageurteil für SOLON bleibe bestehen, auch wenn die Analysten ihre Potenzialeinschätzung für das Unternehmen deutlicher nach unten korrigieren würden (Hinfälligkeit Statkraft als Stütze der Vermarktungsstory/bis Januar 2011 hinausgezögerter Exit Hilber); das Kursziel werde von 14 EUR auf 10 EUR gesenkt. Auf Sicht eines Zeitraums von zwei Jahren halte man SOLON für eines der wenigen deutschen Solarunternehmen, die von dem Wandel der Marktgegebenheiten profitieren würden.
Die Analysten von SRH AlsterResearch bewerten die SOLON-Aktie unverändert mit dem Rating "kaufen". (Analyse vom 19.08.2010) (19.08.2010/ac/a/nw)
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