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Analysen - DAX 100
18.08.2010
GEA Group Q2-Zahlen in line
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie der GEA Group (ISIN DE0006602006/ WKN 660200) unverändert mit "halten" ein.

Auch wenn die Zahlen zum Q2 auf bereinigter Basis im Wesentlichen den Erwartungen der Analysten entsprochen hätten, hätten sie mit detaillierteren Aussagen des Managements zum Konzernumbau und künftigen Perspektiven ihr Zahlenwerk etwas überarbeitet.

Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr würden unverändert gelten. Der Konzern erwarte einen moderat wachsenden Auftragseingang (in einem Interview des CFO auf 7% bis 10% konkretisiert), Umsätze auf Vorjahresniveau und eine bereinigte EBIT-Marge auf Vorjahresniveau (Bankhaus Lampe-Erwartungen: 7,8% vs. 7,6% in 2009).

Zudem habe sich CFO Dr. Schmale in einem Interview im Anschluss an die Q2-Zahlen sehr optimistisch mit Blick auf die zukünftige Ertragsstärke geäußert. Bereits in 2012 halte er eine EBIT-Marge von 12% für realistisch. Auch in schwachen Jahren, wie in 2009, sollte eine EBIT-Marge von 10% möglich sein. In guten Jahren seien auch 14% erreichbar. Bei der Erreichung dieser Ziele spiele die Auslastung natürlich eine wichtige Rolle. Eine EBIT-Marge von 12% in 2012 setze laut Aussagen des Managements das Umsatzniveau von 2008 voraus. Derzeit würden die Analysten dieses hohe Umsatzniveau in 2012 nicht und damit auch nicht die Marge von 12% sehen.

Erstmalig habe die Gesellschaft mit 120 Mio. EUR den Aufwand für den Konzernumbau quantifiziert. Ein Großteil davon solle 2010 aufwandswirksam werden (Bankhaus Lampe-Erwartungen: 80 Mio. EUR), der Rest dann im nächsten Jahr. Cashwirksam seien nur etwa 110 Mio. EUR, wovon die eine Hälfte in 2010 und die andere in 2011 abfließe.

Mit diesen Maßnahmen sollten zwischen 90 Mio. EUR und 95 Mio. EUR an Einsparungen erzielt werden, so dass dann bei einem Umsatzniveau wie in 2008 auch eine EBIT-Marge von 12% (in 2008: 9,7%) möglich sein sollte. Von den Einsparungen sollten 65 Mio. EUR auf das größte Segment Heat Exchangers (Umsatzanteil 2009: 38%) und 25 bis 30 Mio. EUR auf die Segmente Mechanical Equipment und Refrigeration Technologies sowie Shared Services entfallen.

Das Segment Heat Exchangers sei in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen, so dass nun die Struktur des Segmentes habe hinterfragt werden müssen. Durch die zahlreichen Akquisitionen habe sich die Zahl der in diesem Bereich tätigen Gesellschaften deutlich erhöht und zu Ineffizienzen, Überlappungen und auch zu einem Wettbewerb unter den einzelnen Gesellschaften geführt.

Einen wesentlichen Beitrag zu den Kosteneinsparungen würden die Zusammenlegung von Produktionsstandorten sowie die damit verbundene Ausweitung der Produktion in Low-Cost-Countries leisten. Dies führe zu einer Realisierung von Synergien in der Produktion, im Vertrieb, in der Entwicklung, in der Fertigung, im Einkauf, im Service und in der Logistik, sowie zu einer Reduzierung der Zahl von einzelnen Gesellschaften und damit einer schlankeren Struktur und einer Reduzierung der Overhead-Kosten und des Working Capitals. Ende 2011 solle der Konzernumbau angabegemäß abgeschlossen sein.

Mit Blick auf den Konsens bleibe festzuhalten, dass der Kapitalmarkt noch nicht an die optimistischen Prognosen des Vorstandes glaube. Bisher liege der Konsens für die EBIT-Marge in 2012 bei 10,3%. Dies dürfte im Wesentlichen an der Tatsache liegen, dass der Kapitalmarkt in 2012 noch nicht den Umsatz aus 2008 sehe (2012e: 4,9 Mrd. EUR vs. 2008: 5,18 Mrd. EUR), eine Vorraussetzung für die Erreichung der Marge von 12%.

Auch die Analysten seien in ihren Prognosen noch etwas zurückhaltender. Der Konzern habe über die vergangenen Jahre stetig die Profitabilität gesteigert und in den Kernsegmenten in 2008 schon eine zweistellige EBIT-Marge erreicht. Dass in diesem Geschäft durchaus noch höhere Margen erzielbar seien, zeige ein Blick auf die operativen Margen des Wettbewerbers Alfa Laval (2008: 21%; 2012e: 19%).

Auf der anderen Seite würden aber die aktuellen Restrukturierungen sowie die Altlasten den FCF bis 2011 noch deutlich belasten. Neben den oben dargestellten Belastungen aus dem aktuellen Kostensenkungsprogramm würden in 2010 noch 220 Mio. EUR (H1/2010: 85 Mio. EUR) und in 2011 noch 46 Mio. EUR für die ehemaligen Töchter Lurgi und Lentjes abfließen.

Die Änderungen im Zahlenwerk würden sich auf das berichtete EBIT beziehen und aus einer anderen Allokation der Restrukturierungsaufwendungen resultieren.

Die Bewertung erscheine im historischen Kontext nicht teuer (KGV 2005 bis 2007: 18,5; EV/EBIT 2005 bis 2007: 9,0). Allerdings würden die Bewertungsmultiples im Vergleich zum Durchschnitt des deutschen Anlagen- und Maschinenbaus nicht herausstechen (EV/EBIT 2011 bzw. 2012: 8,1 bzw. 6,1; KGV 2011 bzw. 2012: 12,3 bzw. 9,2).

Aus diesem Grund lautet die Anlageempfehlung der Analysten vom Bankhaus Lampe für die Aktie der GEA Group unverändert "halten". Das Kursziel werde bei 17 EUR gesehen. (Analyse vom 18.08.2010) (18.08.2010/ac/a/d)



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