|
Analysen - Nebenwerte
|
18.08.2010
ADVA ab September im TecDAX?
TradeCentre.de
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von ADVA (ISIN DE0005103006/ WKN 510300) nach wie vor kaufenswert.
Der Münchener Telekommunikationsansausrüster habe in der Zeit von April bis Juni einen Umsatz von 68,6 Mio. Euro und damit erneut leicht über der eigenen Bandbreite zwischen 63 und 68 Mio. Euro erzielt. Das Wachstum gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres von 18 Prozent sei erfreulich. Bereinigt sei ein EBIT von 1,9 Mio. Euro erzielt worden oder eine Marge von 2,8 Prozent. Die prognostizierte Range habe bei ein bis fünf Prozent vom Umsatz gelegen.
Bei dem eingefahrenen Umsatzlevel würden die Experten die Marge als enttäuschend erachten. Wie ihnen Firmenchef Brian Protiva im Hintergrundgespräch mitteile, seien dafür mehrere kleinere Faktoren verantwortlich gewesen. Insbesondere der stärkere US-Dollar. Die Währung habe die Margen gedrückt, da die Materialkosten durch den Anstieg des Dollars teurer geworden seien. Die Experten würden die EBIT-Marge im zweiten Quartal als einmaligen Ausrutscher werten.
Der Ausblick sei ohnehin entscheidender und mit diesem habe Protiva die Börse überrascht. Traditionell verlaufe die laufende Periode ähnlich wie das zweite Quartal. Nunmehr erwarte der Firmenlenker für das dritte Quartal einen Umsatz zwischen 75 und 80 Mio. Euro. "Wir gewinnen weiter Marktanteile und haben einen sehr hohen Auftragseingang. Das macht uns optimistisch die Umsätze sogar sequentiell deutlich zu steigern". Die bereinigte EBIT-Marge solle sich auf zwei bis sechs Prozent vom Umsatz belaufen.
Sofern die Konjunktur stabil verlaufe, sei der CEO auch für das traditionell starke Schlussquartal optimistisch. "Q4 ist traditionell unser bestes Quartal. Das sollte in 2010 nicht anders sein". ADVA könnte im Weihnachtsquartal also gegenüber dem dritten Quartal beim Umsatz nochmals zulegen. Nach den eigenen Berechnungen der Experten seien Einnahmen zwischen 80 und 90 Mio. Euro drin. Das sollte sich dann überproportional auf die operative Marge niederschlagen.
Für das Gesamtjahr würden die Experten erneut ihre Umsatzschätzung erhöhen. Von 270 auf nunmehr mindestens 290 Mio. Euro Umsatz. Die berichtete EBIT-Marge würden sie von sechs auf knapp fünf Prozent in 2010 reduzieren. Operativ würden die Experten nunmehr mit einem Gewinn von mehr als 14 Mio. Euro rechnen. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Aufwendungen für Mitarbeiteroptionen dürften den Gewinn mit jeweils circa zwei Mio. Euro belasten. Das berichtete EBIT würden die Experten somit bei rund zehn Mio. Euro erwarten. Netto dürften fast sieben Mio. Euro in der Kasse klingeln oder knapp 15 Cent je Aktie.
Im nächsten Jahr würden die Experten eine weitere Umsatzsteigerung auf deutlich mehr als 300 Mio. Euro erwarten. Bei einer bereinigten Marge von mindestens sechs Prozent könnte sich das Proforma-EBIT auf mehr als 20 Mio. Euro belaufen. Protiva erwarte mittelfristig operative Renditen von zumindest zehn Prozent.
Highlight von ADVA sei die jüngst verkündete Zusammenarbeit mit Juniper Networks (ISIN US48203R1041/ WKN 923889) gewesen. Der US-Konzern zähle in den USA zu den größten Ausrüstern für die Telkobranche und habe einen Börsenwert von rund 15 Mrd. US-Dollar. "Mit Juniper haben wir einen starken Partner an der Seite. Wir prüfen eine Zusammenarbeit schon seit mehr als einem Jahr und wollen nun gemeinsam Produkte vertreiben", so Protiva. Schon in den nächsten Monaten seien aus der Partnerschaft Umsatzbeiträge zu erwarten. "Gemeinsam mit Juniper können wir unser Wachstum in der Zukunft beschleunigen".
Nebenbei hätten sich die Amerikaner mit 1,2 Prozent an ADVA beteiligt und circa 550.000 Aktien zu 4,43 Euro gekauft. Die Beteiligungsquote sei für den milliardenschweren US-Konzern natürlich nicht der Rede wert. Sie mache Lust auf mehr.
Vermutlich habe Protiva in Juniper Networks den idealen Partner gefunden, der ADVA früher oder später auch komplett aufkaufe. "Das war bisher nie ein Thema unserer Gespräche. Sollte unsere Zusammenarbeit erfolgreich verlaufen, ist ein weiterer Schritt nicht auszuschließen". In jedem Fall dürfte durch Juniper Networks der Weg für andere potenzielle Interessenten aus der Industrie zu ADVA schwieriger werden.
Die rund 47 Mio. Aktien würden einen Börsenwert von 220 Mio. Euro repräsentieren. ADVA erfülle alle Kriterien für eine Notiz im TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) sehr deutlich. Bei der nächsten Überprüfung der Indices im September seitens der Deutschen Börse würden die Experten mit der Aufnahme in den Technologieindex rechnen. Die Aktie von MediGene (ISIN DE0005020903/ WKN 502090) dürfte diesen Index dann verlassen.
Laut den Experten von "TradeCentre.de" ist die ADVA-Aktie weiter kaufenswert. (Analyse vom 18.08.2010) (18.08.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|