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Analysen - DAX 100
11.08.2010
Deutsche Postbank Q2 bestätigt den Erholungstrend
SEB

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Manfred Jakob, Analyst der SEB, stuft die Aktie der Deutschen Postbank (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) mit "reduce" ein.

Sehr unterschiedlich entwickelt hätten sich die Einnahmenkomponenten. Der Zinsüberschuss sei in Q2 mit 671 Mio. EUR auf dem hohen Niveau des Vorquartals geblieben, gegenüber dem Vorjahresquartal sei dies ein Plus von 17,9%. Demgegenüber sei der Provisionsüberschuss im Jahresvergleich um 7,1% auf 316 Mio. EUR zurückgefallen (ggü. Vorquartal -7,8%). Das Minus beim Handelsergebnis habe sich in Q2 auf 40 Mio. EUR verringert (nach -103 Mio. EUR im Vj. bzw. nach -83 Mio. EUR im Vq.). Das Finanzanlageergebnis habe mit 26 Mio. EUR die Pluszone aus Q1 (28 Mio. EUR) verteidigen können, nach einem hohen Minus im Vorjahr (-106 Mio. EUR).

Die Risikovorsorge liege mit 175 Mio. EUR sowohl über dem Vorjahr (120 Mio. EUR) als auch über dem Vorquartal (140 Mio. EUR). Der weitere Anstieg gegenüber Q1 sei vor allem auf die höhere Bildung von Einzelwertberichtigungen für Engagements der Niederlassung in London zurückzuführen.

Der Gewinn vor Steuern habe sich in Q2 auf 94 Mio. EUR nach -29 Mio. EUR im Vorjahr und der Quartalsüberschuss auf 57 Mio. EUR nach 15 Mio. EUR im Vorjahr gestellt.

Hier die Kennzahlen im Halbjahres-Vergleich: ROE nach Steuern 5,6% (nach 4,6%), Cost/Income-Ratio 72,7% (nach 91,9%), Kernkapitalquote 7,9% (nach 7,6%).

Die Deutsche Postbank habe den Turnaround in Q2 fortgesetzt. Vor allem ein starkes Zinsgeschäft, getragen von einer guten Volumenentwicklung im Kundengeschäft und einer kontinuierlichen Anpassung der Zinsaufwendungen, seien hierfür verantwortlich. Erneut hätten auch rückläufige Belastungen aus der Finanzkrise zu einem positiven Finanzanlageergebnis geführt. Das operative Geschäft werde auch von einer anhaltend hohen Kostendisziplin unterstützt. Positiv anzusehen seien die Synergieeffekte aus der Deutsche Bank-Kooperation.

In Q2 sei die Entwicklung des Provisionsüberschusses nicht zufriedenstellend gewesen. Geringere Beiträge aus dem Versicherungsgeschäft sowie die Absenkung der Mindest-Zahlungseingangsgrenze für das kostenlose Girokonto in Q2 seien im Wesentlichen verantwortlich. Im negativen Handelsergebnis hätten sich weiterhin die Belastungen aus der Bewertung eingebetteter Derivate aus dem strukturierten Kreditersatzgeschäft gezeigt. Die hohe Risikovorsorge spiegle per saldo die anhaltend schwierigen Verhältnisse an den internationalen Immobilienmärkten wider. Die weitere Konjunkturerholung der Weltwirtschaft in 2011 sei moderater zu sehen. Damit könnten die Wertberichtigungen durchaus auch wieder anziehen (auch wegen bestehende Altlasten).

Die Aktie der Deutschen Postbank schwankt zwar deutlich hin und her, kommt in der Summe aber nicht so recht vom Fleck, so Andreas Klähn, technischer Analyst der SEB. Immerhin habe sich die ursprüngliche Seitwärtsrange zwischen 21,25 EUR und 25,79 EUR seit Mai auf 22,75 EUR bis 25,79 EUR eingeengt. Die statistisch maximale Wochenrange betrage trotzdem noch mehr als 9%.

Anleger sollten sich bis zu einem nachhaltigen Ausbruch über den Widerstand bei 25,79 EUR zurückhalten oder aber versuchen, innerhalb der Seitwärtsrange durch timingorientiertes Handeln Gewinne zu erzielen. Ein Blick auf die gewichteten 13- und 52-Wochen-Durchschnittslinien erleichtere dabei die Orientierung. Sie würden um 24 EUR verlaufen und nur eine minimale Steigerung besitzen. Stark vereinfacht bedeute das: Notierungen um 23 EUR dürften Einstiegskurse sein, ab 24 EUR sollte die Aktie nur noch gehalten werden und am Widerstand bei 25,79 EUR sollte man tendenziell verkaufen - zumindest solange, wie diese Seitwärtsrange noch vorhalte. Der sich an der Nullachse orientierende MACD spreche jedenfalls erst einmal für eine Beibehaltung dieses Seitwärtstrends.

Die Deutsche Postbank schaffe eine nachhaltige Ertragswende. Aber weitere Vorwärtsschritte seien moderater zu erwarten.

Die Analysten der SEB bewerten die Aktie der Deutschen Postbank mit dem Rating "reduce". Das Kursziel werde unverändert bei 23 EUR gesehen. (Analyse vom 11.08.2010) (11.08.2010/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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