Logo
Analysen - Ausland
09.08.2010
Transocean gibt Quartalsergebnis bekannt
Heibel-Ticker

www.optionsscheinecheck.de

Berlin (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "Heibel-Ticker" eignet sich die Transocean-Aktie (ISIN KYG900781090/ WKN 886661) für risikofreudige Anleger.

Am vergangenen Freitag hätten die Experten zu Transocean geschrieben, dass die Aktie zwar günstig bewertet sei und wie eine Rakete in die Höhe schnellen könne, wenn sie gezündet werde. Doch aufgrund der ungewissen Situation für künftige Tiefseebohrungen wäre ihnen diese Aktie zu spekulativ. Inzwischen habe sich genau diese Einschätzung als richtig erwiesen - in beiderlei Hinsicht.

Zum einen sei die Rakete gezündet worden, denn der Kurs sei in den vergangenen vier Tagen um 25% angestiegen. Transocean habe eine Vereinbarung mit BP (ISIN GB0007980591/ WKN 850517) vorgelegt, aus der hervorgehe, dass BP den Vermieter der explodierten Bohrinsel von Schadensersatzforderungen und Strafen frei halte.

Auf der anderen Seite seien inzwischen einige Umstände bekannt geworden, die sich künftig weiter belastend auswirken könnten: Transocean habe aufgrund von unzulänglichen Sicherheitsbedingungen selber kurz vor dem Unglück eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die Sicherheitsmängel aufdecken sollte. Die Ergebnisse dieser bisher geheimen Studie würden auf schwere Managementfehler bei Transocean hinweisen: Instandhaltung sei erst dann betrieben worden, wenn etwas wirklich ernsthaft kaputt gewesen sei und Führungskräfte seien unvorbereitet mit zu großer Verantwortung belastet worden.

Gestern habe Transocean sein Quartalsergebnis bekannt gegeben. Der Gewinn von 2,22 USD je Aktie habe auf den ersten Blick sehr gut ausgesehen. Doch darin enthalten seien bereits Versicherungsleistungen für das Unglück in der Karibik in Höhe von 0,83 USD je Aktie. Das, um alle mit dem Unglück im Zusammenhang stehenden Kosten, bereinigte Ergebnis habe 1,44 USD je Aktie betragen und sei damit deutlich schlechter ausgefallen, als von Analysten erwartet worden sei.

Das Unternehmen habe inzwischen seinen Hauptsitz in der Schweiz. Die Schweiz habe nun verhindert, dass die Dividende ausgeschüttet werden könne, bevor weitere Klarheit über eventuell gerichtlich durchsetzbare Schadensersatzforderungen herbeigeführt worden sei.

Transocean sei Marktführer im Bereich der Bohrinseln für Tiefseebohrungen. Die Experten würden nicht glauben, dass die USA es sich erlauben könnten, Tiefseebohrungen in der Karibik zu untersagen, denn das Öl werde dringend benötigt. Doch die Auflagen würden drastisch erhöht werden, Transocean werde künftig keine so große Gewinnspanne mehr haben.

Daher bleiben die Experten von "Heibel-Ticker" bei ihrer Aussage: Kurzfristig ist ihnen die Transocean-Aktie zu spekulativ, zu viele Damoklesschwerter kreisen über dem Unternehmen. Wer risikofreudig sei, der habe jedoch gute Chancen, seinen Einsatz bei Transocean auf Sicht von zwölf bis 18 Monate mit einem deutlichen Kursgewinn zu versehen. Denn mittel- und langfristig würden die Vorwürfe beigelegt (oder bezahlt), die Sicherheitsbedingungen würden (teuer) umgesetzt, und das Unternehmen werde als Marktführer weiterhin eine akzeptable Gewinnmarge einstreichen. Bis es soweit sei, könne die Aktie jedoch noch eine Achterbahnfahrt vollziehen. (Ausgabe 31 vom 06.08.2010) (09.08.2010/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de