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Analysen - Ausland
29.07.2010
Intercell Produktumsatz zieht an
TradeCentre.de

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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" raten zum Kauf der Intercell-Aktie (ISIN AT0000612601/ WKN A0D8HW).

Gute Nachrichten aus Wien: Das Unternehmen erwarte, dass die Produktumsätze für den Impfstoff Ixiaro gegen Japanische Enzephalitis im zweiten Quartal deutlich anziehen würden. Nach lediglich 400.000 Euro Umsatz aus diesem Produkt im Startquartal 2010 dürfte in Q2 voraussichtlich ein Rekordumsatz erzielt worden sein. Das sage den Experten Vorstandschef Gerd Zettlmeissl im Hintergrundgespräch. Die bisherige Höchstmarke habe in einem Quartal bei 2,7 Millionen Euro gelegen.

Nach eigenen Angaben solle sich der positive Trend nunmehr fortsetzen. Der CEO erwarte unverändert Peak-Sales aus Ixiaro für den Reisemarkt von mindestens 150 Millionen Euro. "An den positiven Aussichten für den Impfstoff hat sich trotz Verschiebungen auf der Zeitachse nichts verändert". Ein dazugehörender Kinderimpfstoff für Asien werde Ende 2010 in die Phase III eintreten und solle dann Ende kommenden Jahres in Indien zugelassen werden.

Eines der Highlights im Portfolio sei ein Pflasterimpfstoff gegen Reisedurchfall. Partner für dieses Produkt sei GlaxoSmithKline (GSK) (ISIN GB0009252882/ WKN 940561). Der Impfstoff befinde sich in Phase III. Ende 2010 bis Anfang 2011 sei mit Daten aus dieser Studie zu rechnen. "Wir haben ein Top-Präparat in der Hand mit einem ausgezeichneten Partner. Das Produkt ermöglicht den Wegfall der Spritze durch den Einsatz eines Pflasters", erkläre Zettlmeissl. Ein Zulassungsantrag könne voraussichtlich in 2012 gestellt werden. Bis zur Marktreife würden die Österreicher Meilensteine im Volumen von 60 Millionen Euro erhalten. Zudem sei eine faire Aufteilung der Gewinne aus dem Produkt vereinbart worden.

Im Zuge der Zusammenarbeit mit GSK würden die Wiener auch beim Pflaster gegen Pandemische Grippe als weitere potenzielle Pflasterimpfstoffe kooperieren. Im Bezug auf Pandemische Grippe sei nun beabsichtigt, die Substanz mit einem GSK-Impfstoff zu kombinieren. Die Kosten für die weitere Entwicklung solle unverändert die amerikanische Gesundheitsbehörde tragen.

Spannend werde es Ende des dritten Quartals. Dann stünden neue Forschungsergebnisse zum Impfstoffkandidaten gegen Pseudomonas zur Verfügung. Zettlmeissl habe nach Abschluss dieser Phase II zwei Optionen: Partner Novartis (ISIN CH0012005267/ WKN 904278) könne erstmals Optionsrechte wahrnehmen. Der CEO könne die Substanz abtreten und kassiere bis zur Zulassung rund 120 Millionen Euro an Meilensteinzahlungen. Oder er entscheide sich für die Variante an einer gemeinsamen Entwicklung, um sich später den Profit zu teilen. Eine finale Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Keine News seien in diesem Jahr mehr aus der Entwicklung der Phase II/III-Studie mit dem Impfstoffkandidaten zur Vorbeugung von Staphylococcus aureus Infektionen zu erwarten. Partner sei die amerikanische Merck & Co. (ISIN US5893311077/ WKN 851719), die bisher die gesamte Entwicklung finanziert habe und über die weitere Entwicklung in 2011 berichte.

Nicht weiter würden die Amerikaner den Impfstoff gegen Infektionen durch Streptokokken der Gruppe A entwickeln. "Wir haben in der Zusammenarbeit mit Merck sehr gute Daten erhalten, bekommen nun alle Rechte und evaluieren, ob wir das Programm selbst entwickeln oder neu verpartnern", sage Zettlmeissl. Für den Impfstoffkandidaten gegen Hepatitis C könnte noch in diesem Jahr eine Partnerschaft erfolgen. "Wir führen diesbezüglich Gespräche. Unter anderem auch mit Partnern aus der Biotech-Ecke".

Für das Gesamtjahr sei es das Ziel von Intercell die Umsätze aus dem Jahr 2009 in Höhe von knapp 62 Millionen Euro zu steigern. In 2010 werde es vermutlich sehr ambitioniert sein, am Jahresende noch schwarze Zahlen zu schreiben. "Derzeit gehen wir von einem vergleichbaren Verlust wie in 2009 aus". Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung würden sich in 2010 voraussichtlich auf circa 70 Millionen Euro belaufen und damit auch das Peak erreicht haben. "Ab 2011 planen wir diese Ausgaben konstant zu halten oder etwas zu senken", erkläre der CEO. Ziel sei es in den nächsten drei bis vier Jahren mindestens zwei, besser drei Produkte am Markt zu haben, umso nachhaltig profitabel zu wirtschaften ohne die Entwicklung der eigenen Pipeline zu vernachlässigen.

Die Aktie von Intercell habe sich gegenüber den Hochs aus dem letzten Jahr halbiert. Bei Kursen um 14 Euro scheine sich nun ein Boden zu bilden. Sicher: Die Verschiebung auf der Zeitachse bei den Produktumsätzen als auch bei der einen oder anderen Entwicklung habe die Investoren enttäuscht. Aber das sei bei forschenden Biotechunternehmen ein gewöhnlicher Prozess. Dass die Kurse daraufhin nicht steigen würden sei logisch. Eine Halbierung sei jedoch übertrieben. Nunmehr dürften alle "negativen" News im Kurs enthalten sein.

Die Experten von "TradeCentre.de" raten auf aktuellem Kursniveau zu den ersten Käufen der Intercell-Aktie. Man solle bedenken, dass GSK früher oder später ihre Beteiligung von 1,9 auf über fünf Prozent erhöhen werde. Diese Erhöhung hänge an einer Entwicklung eines neuen Pflasterimpfstoffs mit GSK. (Analyse vom 29.07.2010) (29.07.2010/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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