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Analysen - Ausland
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14.06.2002
Suez untergewichten
Helaba Trust
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Helaba Trust bewerten die Suez-Aktie (WKN 852491) mit "untergewichten".
Der französische Konzern kämpfe mit RWE und Vivendi Environnement um die Vorherrschaft im internationalen Wassergeschäft. Derzeit versorgten die Franzosen weltweit über 115 Mio. Menschen. Mit der Aufstockung der Beteiligung an United Water Resources sowie der Übernahme von Calgon und Nalco sei Suez auch im US-Wassergeschäft in die Offensive gegangen.
Daneben betrieben die Franzosen die Aktivitäten Energie (Tractebel), Entsorgung (Sita) sowie Kommunikation. Der Ausbau der Kommunikationssparte sei durch den Ausstieg aus der Ausschreibung für die UMTS-Lizenzen in Frankreich gestoppt worden. Angesichts des geringen Engagements in diesem Segment sei mittelfristig ein Verkauf der Sparte zu erwarten.
Die derzeitige Krise in Lateinamerika (Umsatz 2001: ca. 3,1 Mrd. Euro; Anteil am Gesamtumsatz: 7,2%) dürfte nicht spurlos an den Franzosen vorübergehen. Insbesondere die Währungsverluste im Zuge der jüngsten Abwertungen des argentinischen Pesos (Umsatzanteil Argentinien: rund 2,5%) sowie des brasilianischen Reals (Anteil: ca. 3,3%) sollten die bislang vorsorglich gebildeten Rückstellungen von rund 200 Mio. Euro deutlich übersteigen.
Außerdem drohten aufgrund der verminderten mittelfristigen Perspektiven nennenswerte Wertberichtigungen bei Vermögensgegenständen wie etwa Goodwill oder Finanzbeteiligungen. Daher habe man die Prognosen für 2002 und 2003 nach unten angepasst. Darüber hinaus könnte eine mögliche regulatorische Neuordnung des Energiesektors nach den Präsidentschaftswahlen in Brasilien - dort sei die Gesellschaft aktuell der größte private Energieerzeuger - belasten.
Gleichzeitig dürfte auch die fortschreitende Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte in Belgien (Marktöffnung aktuell: 42%) der Stromtochter Electrabel spürbaren Margendruck vor allem im Haushaltskundenbereich bescheren. Daneben würden die Belgier beim bevorstehenden Verkauf (40%-Anteil) des lukrativen Netzwerkbetreibers Elia voraussichtlich einen herben Buchverlust realisieren.
Angesichts des drohenden Gegenwinds insbesondere in Belgien und der Schwierigkeiten in Südamerika dürften die ehrgeizigen Ziele des Managements, von 2001 bis 2004 den Umsatz sowie das EPS um durchschnittlich über 10% zu steigern, mittlerweile in weite Ferne gerückt sein.
Gleichzeitig würden die Franzosen wohl geplante Desinvestitionen – die Erlöse hieraus sollten neben dem Abbau der hohen Verschuldung vor allem dem externen Wachstum dienen - angesichts der schwierigen Kapitalmarktlage verschieben. Daneben erscheine die Suez-Aktie im Branchenvergleich trotz der Ergebnisrevision immer noch überbewertet. Außerdem signalisiere die Chartttechnik weiteres Abwärtspotenzial.
Vor diesem Hintergrund empfehlen die Analysten von Helaba Trust trotz des jüngsten Kursverfalls unverändert eine Untergewichtung der Suez-Titel (Kursziel: 25 Euro).
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