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Analysen - DAX 100
29.07.2010
Wincor Nixdorf gute Umsatzentwicklung und schwaches Ergebnis
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Heiko Feber, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Wincor Nixdorf-Aktie (ISIN DE000A0CAYB2/ WKN A0CAYB) weiterhin mit "kaufen" ein.

Wincor Nixdorf habe gestern die Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2009/10 veröffentlicht. Während der Umsatz besser ausgefallen sei als erwartet, habe Margendruck dafür gesorgt, dass sowohl das EBIT als auch das EBITDA unter den Analystenprognosen und den Konsenserwartungen geblieben seien.

Im Rahmen des Conference Calls habe Wincor Nixdorf darauf hingewiesen, dass der Margendruck auf Mix- und weniger auf Preiseffekte zurückzuführen sei. Dies zeige sich zum einen daran, dass sowohl der Retail- als auch der Software- und Service-Anteil am Gesamtumsatz zulasten des margenstärkeren Banking- und Hardware-Geschäfts gestiegen seien. Darüber hinaus habe es einen höheren Anteil an Großprojekten sowie einen Rückgang des Europa-Anteils am Konzernumsatz gegeben.

Das Nettoergebnis sei vor allem infolge einer überraschend hohen Steuerquote (36,3% vs. BHLe 28,9%) geringer ausgefallen als erwartet. Verantwortlich dafür sei ein geringer 3Q-Umsatzanteil in Ländern mit einer niedrigen Steuerquote gewesen. Wincor Nixdorf erwarte nun für das Gesamtjahr eine Steuerquote von leicht über 30%.

Der Ausblick für das Gesamtjahr sei bestätigt und nicht weiter präzisiert worden. Das Investitionsverhalten von Retailbanken und Handelsunternehmen zeige weiterhin keine grundlegende Trendwende. Daher gehe Wincor Nixdorf unverändert für das laufende Geschäftsjahr von einem Umsatz- und EBITA-Rückgang aus, der nicht stärker ausfallen solle als 2008/09, mithin weniger als -3% beziehungsweise -13% betragen solle. Die Analysten würden davon ausgehen, dass dieses Ziel erreicht werde.

Angesichts einer gegenüber dem Vorjahr um 35 Mio. EUR auf 115 Mio. EUR gesenkten Nettoverschuldung und liquider Mittel von 56,7 Mio. EUR könnte sich Wincor Nixdorf den Rückkauf eigener Aktien vorstellen. Über die Ermächtigung hierzu verfüge der Konzern. Ein Aktienrückkauf (allerdings vermutlich ohne Einzug der Aktien) werde der Ausschüttung einer Sonderdividende vorgezogen.

In den Segmenten habe der Umsatz von Banking im Rahmen der Analystenprognose gelegen, so dass die positive Umsatzüberraschung auf das Retail-Segment zurückzuführen sei. Banking habe den Umsatz in Q3 um 3,3% auf 340,6 Mio. EUR (BHLe: 342,0 Mio. EUR) gesteigert und ein EBIT von 27,0 Mio. EUR erwirtschaftet (BHLe: 28,7 Mio. EUR). Die Marge von 7,9% habe 0,5 Prozentpunkte unter der Analystenschätzung gelegen. Man führe dies auf den oben beschriebenen Mix-Effekt zurück. Im Retail-Segment sei der Umsatz um 8,7% auf 180,2 Mio. EUR gestiegen (BHLe: 171 Mio. EUR). Das EBIT habe 5,6 Mio. EUR betragen (BHLe: 6,0 Mio. EUR). Auch hier hätten Mix-Effekte für eine unter der Analystenerwartung liegende Marge gesorgt.

Erneut habe sich das margenstärkere Hardwaregeschäft (Umsatz +1,2% auf 248 Mio. EUR) schwächer als der Umsatz mit Software und Services entwickelt (+9,2% auf 273 Mio. EUR).

Die Analysten hätten nach den Neunmonatszahlen leichte Anpassungen bei ihren Schätzungen für 2009/10 vorgenommen. Unter anderem erwarte man einen etwas höheren Druck auf die Bruttomarge, höhere Abschreibungen und Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie geringere Finanzaufwendungen infolge des Schuldenabbaus. Die größte Veränderung betreffe die Anpassung der Steuerquote von zuvor 30% auf 32% als Folge der neuen Konzern-Guidance. Per saldo würden die Analysten ihre Prognose für das EBIT um 2,2% oder 3,5 Mio. EUR auf 155 Mio. EUR und für den Gewinn je Aktie um 5,0% oder 17 Cent auf 3,20 EUR senken.

Die Analystenprognosen für die Folgejahre belasse man unverändert. Einen Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr wolle Wincor Nixdorf im November geben.

Angesichts der nur geringfügigen Änderungen an ihren Modellschätzungen würden die Analysten unverändert zu einem Kursziel von 53,00 EUR je Aktie gelangen. Als Bewertungsmethoden verwende man ein DCF-Modell sowie einen Peer-Group-Vergleich, deren Ergebnisse gleich gewichtet in das Kursziel einfließen würden.

Da sich auf Basis des unveränderten Kursziels für die Aktie von Wincor Nixdorf ein Kurspotenzial von mehr als 10% ergibt, bestätigen die Analysten vom Bankhaus Lampe ihre Kaufempfehlung. Gleichwohl sehe man derzeit aufgrund der veröffentlichten Geschäftszahlen und des unveränderten Ausblicks kurzfristig keinen Treiber für einen deutlichen Anstieg des Aktienkurses. (Analyse vom 29.07.2010) (29.07.2010/ac/a/d)
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