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Analysen - Ausland
16.07.2010
UniCredit Fortsetzung der Erholung erwartet
SEB

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Manfred Jakob, Analyst der SEB, stuft die UniCredit-Aktie (ISIN IT0000064854/ WKN 850832) mit "buy" ein.

Der Zinsüberschuss sei um 15,4% auf 3,98 Mrd. EUR gefallen. Der Provisionsüberschuss habe sich um 17,5% auf 2,17 Mrd. EUR verbessert. Der Handelsüberschuss habe gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich ins Plus gedreht, von -94 Mio. EUR auf 560 Mio. EUR. Die Risikovorsorge sei nochmals auf 156 Mio. (nach 68 Mio. EUR) angestiegen, sei aber gegenüber Q4 (231 Mio. EUR) deutlich rückläufig gewesen. Weiter hoch seien die Wertberichtigungen mit 1,79 Mrd. EUR nach 1,65 Mrd. EUR ausgefallen. Insgesamt habe sich der Vorsteuergewinn um 13,3% auf 1,04 Mrd. EUR und der Nettogewinn um 16,5% auf 520 Mio. EUR verbessert. Das Cost/Income-Ratio liege bei 57,0% (nach 58,3%) und die Eigenkapitalrendite bei 4,1% (4,0%). Die Kernkapitalquote stelle sich auf 8,45% (Ultimo 2009: 8,47%).

Am 24.06.2010 sei bekannt geworden, dass Aabar mit einem Anteil von 4,99% größter ausländischer Aktionär werde.

Die Ertragswende dürfte sich auch in Q2 fortgesetzt haben, wenngleich das Kapitalmarktumfeld im Vergleich zu Q1 schwieriger gewesen sei. Demgegenüber dürfte die weiter aufwärtsgerichtete Konjunktur für solide Beiträge gesorgt haben. Die Risikovorsorge dürfte per saldo geringer ausgefallen sein. Bei der HVB dürfte sich der Turnaround, der in Q1 kräftig ausgefallen sei, nun etwas moderater fortgesetzt haben. Summa sumarum sei für Q2 von weiter stabilisierenden Trends auszugehen.

Vor allem die Emerging Markets würden seit einiger Zeit Indizien einer wirtschaftlichen Erholung zeigen. Bezüglich der Kapitalausstattung dürfte der Stresstest zeigen, dass UniCredit in letzter Zeit das Kapital gepolstert habe (EK-Erhöhung, Tier-1-Bonds). Die HVB dürfte gut abschneiden. Eine hohe Effizienz von UniCredit unterstütze zusätzlich.

Die Unsicherheitsfaktoren seien eher allgemeiner Natur (Konjunktur). Die für 2010 erwartete Nachhaltigkeit der Erholung der Gewinne bedürfe weiterer Nachweise. Die Wertberichtigungen auf Altlasten seien zuletzt noch sehr hoch gewesen. Die Kernkapitalquote habe sich dank der externen Mittelzufuhr auf 8,4% erhöht, sei im Vergleich zu einigen Wettbewerbern aber eher nur zufriedenstellend. Ferner gebe es erhöhte EK-Anforderungen ("Basel III") und Belastungen durch Zwangsabgabe seien möglich.

Bei der Aktie von UniCredit liegt ein Abwärtstrend vor, dessen obere Begrenzungslinie diese Woche erneut getestet wurde, so Andreas Klähn, technischer Analyst der SEB. Bislang bleibe die Auflösung des Abwärtstrends verwehrt. Die obere Abwärtstrendlinie verlaufe bei aktuell 2,11 EUR (wöchentlich fallend). Die längerfristigen Trendindikatoren würden zwar eine Auflösung des Abwärtsszenarios zur Seite hin möglich erscheinen lassen. Einen "Startschuss" für eine dynamische Aufwärtsbewegung, wie in solchen Fällen üblich, werde es aber auch dann wohl nicht geben.

Somit rechne man aus technischer Sicht für dieses Jahr nicht mit einem Anstieg bis zum starken Widerstand bei 2,58 EUR. Nach unten sei die Aktie erst mit der Unterstützung bei 1,53 EUR wirklich gut abgesichert. Die theoretische Schwankungsbreite sei also erheblich. Die Aktie sei somit nichts für "nervenschwache" Anleger. Die risikofreudigen Anleger würden auf den Trendkanal achten.

Zu früherer Ertragsstärke sei es nach wie vor eine Wegstrecke. Das Kursziel werde von 2,60 EUR auf 2,50 EUR gesenkt.

Die Analysten der SEB bewerten die Aktie von UniCredit mit dem Rating "buy". (Analyse vom 16.07.2010) (16.07.2010/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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