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Analysen - DAX 100
12.07.2010
Bilfinger Berger erhält Auftrag über 250 Mio. Euro
AC Research

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Westerburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Henning Wagener von AC Research empfiehlt weiterhin, die Aktien von Bilfinger Berger (ISIN DE0005909006/ WKN 590900) zu kaufen.

Die Bilfinger Berger AG habe sich als international tätige Unternehmensgruppe auf alle Bereiche des Bauens spezialisiert. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sei dabei in die Bereiche Industrial Services, Power Services, Building and Facility Services sowie Construction und Concessions untergliedert. Der Bereich Industrial Services umfasse Leistungen zur Wartung, Instandhaltung und Modernisierung von Produktionsanlagen in der Industrie. Im Bereich Power Services engagiere sich das Unternehmen in der Wartung, Instandhaltung, Wirkungsgradsteigerung und Lebensdauerverlängerung vorhandener Anlagen sowie bei der Herstellung und Montage von Komponenten für den Kraftwerksbau. Der Bereich Building and Facility beinhalte Leistungen für Immobilien, die den gesamten Lebenszyklus der Gebäude berücksichtigen würden. Im Bereich Construction übernehme der Konzern die Planung und Durchführung großer Infrastrukturprojekte. Im Segment Concessions realisiere das Unternehmen auf Grundlage langfristiger Konzessionsverträge als privater Partner der öffentlichen Hand Verkehrswege und Immobilien.

Die Gesellschaft habe einen neuen Großauftrag erhalten. So seien mit dem norwegischen Energiekonzern Statoil Rahmenverträge mit einem Gesamtvolumen von über 250 Millionen Euro geschlossen worden. Die Vereinbarungen würden Leistungspakete aus Isolierungs-, Korrosionsschutz- und Gerüstbauarbeiten zur Instandhaltung von Offshore-Förderplattformen und Verarbeitungsschiffen in der Nordsee und Onshore-Standorten in Norwegen und Dänemark beinhalten. Die Vertragslaufzeit erstrecke sich über vier Jahre. Zusätzlich bestehe eine Verlängerungsoption für weitere vier Jahre.

Nach Ansicht der Analysten von AC Research sei die Meldung positiv zu werten. So könne das Unternehmen auf diese Weise seine Marktpositionierung im Öl- und Gasgeschäft in der Nordsee weiter ausbauen. Im Industrieservice für den Öl- und Gassektor in der Nordsee sei der Konzern bereits Marktführer.

Bereits Anfang der Woche habe Bilfinger Berger zudem mitgeteilt, dass der geplante Börsengang der australischen Tochtergesellschaft Valemus Ltd. verschoben werde. Als Begründung sei angefügt worden, dass die Preisvorstellungen von Bilfinger Berger im aktuellen Umfeld an der Börse nicht durchsetzbar seien. Allerdings ändere die Verschiebung des Börsenganges nichts an der grundsätzlichen Entscheidung, sich vollständig von der australischen Tochter zu trennen und damit den Anteil des Baugeschäftes deutlich zu reduzieren.

Nach Ansicht der Analysten von AC Research sei der abgesagte Börsengang von Valemus für Bilfinger Berger leicht negativ zu werten. Im Rahmen des Börsenganges sei für Bilfinger Berger ein Buchgewinn in Höhe von etwa 250 Millionen Euro realistisch gewesen. Dieser werde nun vorerst fehlen. Dabei sei geplant gewesen, diesen Buchgewinn in den Ausbau der Dienstleistungsaktivitäten zu investieren. Mit dem geplanten Verkauf des australischen Baugeschäftes würden sich die reinen Bauaktivitäten von Bilfinger Berger um rund zwei Drittel auf etwa 2 Milliarden Euro reduzieren.

Auf operativer Ebene habe das Unternehmen im abgelaufenen ersten Quartal 2010 gute Zahlen bekannt gegeben. Die Leistung habe mit 1,773 Milliarden Euro annähernd auf Vorjahresniveau gelegen. Der Auftragseingang sei minimal auf 2,122 Milliarden Euro gesunken. Das EBIT aus fortzuführenden Aktivitäten habe sich auf 49 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Das Konzernergebnis habe sich schließlich von 23 Millionen Euro im ersten Quartal 2009 auf nunmehr 48 Millionen Euro oder 1,10 Euro je Aktie erhöht. Dabei habe das australische Baugeschäft mit 22 Millionen Euro fast die Hälfte zum Gewinn beigesteuert.

Beim Freitagsschlusskurs von 42,69 Euro erscheine das Unternehmen mit einem KGV 2011e von rund 9 weiterhin relativ moderat bewertet. Nach Ansicht der Analysten von AC Research erscheine es durchaus realistisch, dass es trotz des verschobenen Börsengangs noch im laufenden Jahr zu einem Verkauf von Valemus kommen werde. So gehe man davon aus, dass nun die Gespräche mit Einzelinvestoren wieder aufgenommen würden. Diese seien während des IPO-Prozesses abgebrochen worden. Zukünftig werde sich der Konzern dann aller Voraussicht nach stärker auf die Dienstleistungsaktivitäten konzentrieren.

Die Analysten von AC Research empfehlen weiterhin, die Aktien von Bilfinger Berger zu kaufen. (Analyse vom 12.07.2010) (12.07.2010/ac/a/d)



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