Logo
Analysen - Nebenwerte
08.07.2010
Dürr im Aufwärtstrend
AC Research

www.optionsscheinecheck.de

Westerburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Henning Wagener von AC Research empfiehlt weiterhin, die Aktien von Dürr (ISIN DE0005565204/ WKN 556520) zu kaufen.

Dürr habe sich als Anbieter von Systemen, Produkten und Dienstleistungen vorwiegend für die Automobilindustrie am Markt positioniert. Als Systemanbieter plane und fertige das Unternehmen Lackierereien und Endmontagewerke. Bei Lackieranlagen im Fahrzeugbau sei Dürr mit einem Marktanteil von rund 40% Weltmarktführer. Zudem liefere die Gesellschaft ihren Kunden Reinigungs- und Filtrationsanlagen für die Produktion von Motoren- und Getriebekomponenten sowie Auswuchtsysteme und Produkte für die Endmontage. Das Unternehmen sei in insgesamt 21 Ländern direkt vertreten und beschäftige weit mehr als 5.000 Mitarbeiter.

Der CEO Ralf Dieter habe sich gegenüber dem "Handelsblatt" sehr optimistisch bezüglich der weiteren Entwicklung von Dürr gezeigt. So habe er verlauten lassen, dass sich "der positive Aufwärtstrend im zweiten Quartal fortgesetzt" habe. Die Kunden und die Projekte seien nach seinen Worten "wieder da". Gleichzeitig rechne Dieter damit, dass "der Aufschwung viele Jahre tragen" werde. Dabei würden sich derzeit vor allem in den Wachstumsmärkten China, Indien und Brasilien deutlich verbesserte Bestellungen positiv auf die Gesellschaft auswirken.

Bereits im abgelaufenen ersten Quartal 2010 habe das Unternehmen von einem wieder deutlich gestiegenen Auftragseingang profitiert. So habe die Gesellschaft in diesem Zeitraum den Auftragseingang im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um 73,8% auf 362,2 Millionen Euro steigern können. Der Auftragsbestand habe sich somit zum 31. März 2010 um 40,2% auf 1,147 Milliarden Euro verbessert. Der Umsatz habe sich allerdings im ersten Quartal 2010 noch um 25,6% auf 230,3 Millionen Euro verringert. Ursächlich hierfür sei insbesondere der schwache Auftragseingang im Vorjahresquartal gewesen. Daher habe sich auch das EBIT von 4,8 Millionen Euro im ersten Quartal 2009 auf nunmehr -6,1 Millionen Euro verschlechtert. Nach Steuern habe nach einem Vorjahresquartalsgewinn in Höhe von 0,5 Millionen Euro diesmal ein Verlust in Höhe von 10,4 Millionen Euro oder 0,60 Euro je Aktie hingenommen werden müssen.

Für das Gesamtjahr 2010 rechne die Konzernleitung mit einem Umsatzanstieg um mindestens 7%, einer deutlichen Verbesserung des EBIT und einem leicht positiven Nachsteuerergebnis. Dürr erwirtschafte gut 80% seiner Umsatzerlöse mit der Automobilindustrie. Diese sei im vergangenen Jahr 2009 in eine tiefe Krise geraten. Entsprechend stark seien auch die negativen Einflüsse auf Dürr gewesen. Vor diesem Hintergrund habe der Konzern im Geschäftsjahr 2009 bei einem Umsatzrückgang um knapp ein Drittel auf 1,078 Milliarden Euro nach einem Vorjahresgewinn in Höhe von 33,7 Millionen Euro einen Verlust in Höhe von 25,7 Millionen Euro ausweisen müssen.

Allerdings sei die Automobilindustrie nunmehr in einen klaren Erholungskurs eingeschwenkt. Dies mache bereits der starke Auftragseingang des abgelaufenen ersten Quartals deutlich. Gleichzeitig habe sich der positive Trend auch im abgelaufenen zweiten Quartal weiter fortgesetzt. Besonders hohe Wachstumspotenziale würden für das Unternehmen dabei in den Märkten Brasilien, China und Indien gesehen. Allein der Umsatzanteil aus China solle nach Konzernangaben im laufenden Jahr von 13 auf 20% steigen. Vor diesem Hintergrund würden die Planvorgaben des Managements für das laufende Geschäftsjahr trotz der im ersten Quartal 2010 noch verhaltenen Entwicklung erreichbar erscheinen.

Beim gestrigen Schlusskurs von 17,48 Euro erscheine das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund 300 Millionen Euro weiterhin relativ moderat bewertet. Die Gesellschaft sei als Weltmarktführer für Lackieranlagen im Fahrzeugbau im zyklischen Markt der Automobilindustrie sehr gut positioniert. Und die Automobilindustrie scheine nun in einen zyklischen Aufschwung einzuschwenken. Daher sei auch in den kommenden Quartalen bei Dürr mit einer erfreulichen Geschäftsentwicklung zu rechnen. Vor diesem Hintergrund sehe man bei einem Investment in die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau noch ein positives Chance-Risiko-Verhältnis.

Die Analysten von AC Research empfehlen weiterhin, die Aktien von Dürr zu kaufen. (Analyse vom 08.07.2010) (08.07.2010/ac/a/nw)



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de