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Analysen - Neuer Markt
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10.06.2002
DAB bank Underperformer
SES Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von SES Research stufen die Aktien der DAB bank (WKN 507230) nach wie vor als Underperformer ein.
Wie bereits angekündigt, hätten die Analysten ihre Prognosen für die DAB bank nach unten angepasst. Die Reduzierung der Erwartungen hinsichtlich der Anzahl der Kunden sei insbesondere eine Folge der anhaltend schwachen Entwicklung an den Aktienmärkten. Einhergehend mit dieser Entwicklung habe das Unternehmen zudem die Marketingausgaben sukzessive gekürzt, was sich negativ auf das Neukundenwachstum auswirke. Des weiteren habe noch immer die im Oktober 2001 beschlossene Erhöhung der Transaktionsgebühren einen negativen Einfluss auf die Kundengewinnung.
Die Prognosen für die Gesamterträge hätten die Analysten ebenfalls aufgrund des schwachen Marktumfeldes nach unten anpassen müssen. So sei beispielsweise das Umsatzvolumen bezüglich der NEMAX-Titel laut Statistik der Deutschen Börse im Monat Mai gegenüber dem Vormonat um weitere 23,7% zurückgegangen. In Folge einer ausbleibenden Erholung an den Aktienmärkten hätten die Analysten ihre Erwartungen bezüglich der Provisionserträge und Provisionsüberschüsse für die DAB bank nach unten korrigiert. Zudem habe man die Prognosen für die Zinserträge bzw. den Zinsüberschuss reduziert. Der Hauptgrund dafür liege in rückläufigen Kundeneinlagen. Von Q4 2001 auf Q1 2002 hätten sich diese um 5,8% auf 1,61 Mrd. Euro reduziert.
Beim Ergebnis pro Aktie (EPA) hätten die Analysten jetzt das Erreichen der Profitabilität erst für das Jahr 2004 prognostiziert. Dies impliziere jedoch, dass sich das Marktumfeld in den Jahren 2003 und 2004 verbessern werde. In Q1 2002 habe die Anzahl der Transaktionen pro DAB bank-Depot bei 8,74 auf Jahressicht gelegen. Im Rahmen der Schätzungen gehe man davon aus, dass diese Zahl in 2003 auf 9,9 und in 2004 auf 10,9 ansteige. Für 2002 rechne man mit einer Stagnation.
Die Anpassung des EPA nach unten sei neben der Reduzierung der Gesamterträge eine Folge enttäuschter Erwartungen auf der Kostenseite. Insbesondere hinsichtlich Personal- und IT-Aufwand hätten die Analysten-Prognosen nicht erfüllt werden können. Aus Sicht der Experten werde die DAB bank in Q2 2002 die Verluste weiter reduzieren können. Es deute sich jedoch an, dass die Dynamik des Verlustabbaus in den Folgequartalen nachlassen werde, da das Einssparpotenzial schon deutlich ausgeschöpft worden sei.
Man halte es für wahrscheinlich, dass es in absehbarer Zeit zu einem Zusammenschluss oder zu einer Partnerschaft mit einem konkurrierenden Online-Broker kommen könnte. Ein solcher Schritt könnte das Geschäftsmodell stabilisieren und zu einem vorzeitigen Verlassen der Verlustzone führen. Sollte die von den Analysten ab 2003 prognostizierte Erholung an den Aktienmärkten nicht eintreten, sei auch eine Reintegration der DAB bank in die Muttergesellschaft HypoVereinsbank nicht mehr auszuschließen. Nach der Prognosenanpassung werde der faire Wert der DAB bank-Aktie basierend auf dem DCF-Modell bei 5,10 Euro gesehen. Somit sei die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau als überbewertet einzuschätzen.
Das Rating der Analysten von SES Research für die Aktie der DAB bank lautet Underperformer.
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