|
Analysen - Neuer Markt
|
28.05.2002
GERICOM neutral
Nord LB
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Für das Researchteam der Norddeutschen Landesbank ist die Aktie der GERICOM AG (WKN 565773) eine Halteposition.
Im ersten Quartal 2002 haben sich die Umsätze mit 88 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert. Der Hauptgrund für den Erlösrückgang sei die verspätete Einführung des Intel P4-Prozessors gewesen. Bereits vorliegende Bestellungen, die Notebooks mit diesem Prozessor beinhalteten, habe man nicht bedienen können. Daraufhin sei der Großkunde Lidl auf Geräte von Mitwettbewerbern umgestiegen. GERICOM habe in der vergangenen Berichtsperiode 67% des Umsatzes mit zehn Großkunden erzielt und liege laut Dataquest im gesamten Notebook-Markt in Deutschland zur Zeit auf Platz drei.
Der Nettogewinn habe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 43% auf 3,14 Mio. Euro nachgegeben. Der verstärkte Konkurrenzkampf mit Fujitsu-Siemens und Toshiba dürfte das Ergebnis belastet haben. Der Gewinn je Aktie habe bei 0,29 Euro gelegen. Die Vertriebskosten seien mit 2,3 Mio. Euro fast unverändert gewesen, während dagegen die Allgemeinen und Verwaltungskosten um 49% auf 1,3 Mio. Euro zugelegt haben.
Die Geschäftsführung von GERICOM habe ihre Umsatzplanung von 640 Mio. Euro für 2002 trotz des schlechten Abschneidens in der ersten Berichtsperiode nicht verändert. Im Gesamtjahr solle die EBIT-Marge 5,3% erreichen. Diese Vorgaben gelten allerdings nur, wenn sich das Konsumverhalten im zweiten Halbjahr 2002 wieder belebe. Der mangelnden Diversifikation wolle das Unternehmen u.a. durch die Ausweitung der Produktpalette im zweiten Halbjahr auf PC-ähnliche Artikel sowie dem Aufbau von Nischenprodukten im Notebook-Segment begegnen.
Das Researchteam der Norddeutschen Landesbank rechne im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von 600 Millionen Euro sowie einem Gewinn von 16 Millionen Euro. Nächstes Jahr solle der Umsatz auf 700 Millionen Euro ansteigen und der Gewinn bei 22 Millionen Euro liegen.
Die schlechten Zahlen des ersten Quartals zeigen, das der Konkurrenzkampf im Notebook-Markt härter geworden sei und die Abhängigkeit von wenigen Großkunden bei Lieferverzögerungen erhebliche Probleme bereiten könne. Die Bemühungen der Geschäftsführung um mehr Diversifikation seien ein erstes positives Signal, das noch durch entsprechende Zahlen zu bestätigen sei.
Die Analysten der Norddeutschen Landesbank nehmen daher die Bewertung von GERICOM zunächst mit "halten" auf.
|