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Analysen - Neuer Markt
28.05.2002
DAB bank Downgrade
Nord LB

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Die Analysten der Norddeutschen Landesbank senken ihr Rating für die Aktien der DAB Bank AG (WKN 507230) von "halten" auf "reduzieren".

Das Management der DAB denke darüber nach, den Neuen Markt eventuell zu verlassen. Da der Ruf dieses Börsensegments unter diversen Betrugsfällen und Insolvenzen stark gelitten habe, befürchte die DAB ein mögliches Abfärben auf das eigene Unternehmen und dadurch eine Verschlechterung der Reputation. Bis zum Sommer möchte der Direct-Broker entscheiden, ob ein Segmentwechsel durchgeführt werden solle.

Auch im ersten Quartal 2002 seien die Neukundenzahlen weiter rückläufig gewesen. Im Vergleich zum vierten Quartal seien sie um 40% auf 12.000 gesunken. Nachdem der Neukundenzuwachs im vierten Quartal bereits zu circa der Hälfte aus dem Ausland gestammt habe, habe der Anteil im ersten Quartal sogar 75% erreicht. Aufgrund der niedrigen Gesamtzahl an Nettoneukunden sei dies nicht als Stärke des Auslands, sondern als dramatische Schwäche des Inlandswachstums zu werten.

Im Vergleich zum Vorquartal habe sich das Transaktionsvolumen um 16% auf 1,2 Mio. reduziert. Seit dem ersten Quartal 2001 habe sich die Zahl der Transaktionen je Kunde auf nur noch 8,7 sogar halbiert. Da die DAB von einem Jahresdurchschnitts-Wert von 12,9 ausgegangen war, um den Break-Even in 2002 zu erreichen, sei dieses Ziel in Frage gestellt. Der Provisionsüberschuss habe sich im Perioden-Vergleich um 27% auf 19,3 Mio. Euro reduziert und der Zinsüberschuss sogar um mehr als die Hälfte auf 5 Mio. Euro. Trotz der Kostensenkung von 25% habe sich aufgrund des noch drastischeren Rückgangs der Erlöse die Kostenquote von 165% im ersten Quartal 2001 auf 191% im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verschlechtert. Der Quartalsverlust habe sich bei 17,8 Mio. Euro eingestellt und damit 23% niedriger als in der Vorjahresperiode gelegen.

Das Researchteam der Norddeutschen Landesbank rechne im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von 175 Millionen Euro sowie einem Verlust von 27 Millionen Euro. Nächstes Jahr solle der Umsatz auf 230 Millionen Euro ansteigen und der Verlust bei 1 Million Euro liegen.

Die anhaltend niedrigen Wertpapierumsätze an den Börsen machen der DAB zunehmend zu schaffen. Trotz großer Anstrengungen Kosten einzusparen, könne nur eine kräftige Wiederbelebung der Märkte durch höhere Erlöse die Ertragskraft nachhaltig verbessern.

Angesichts des anhaltend unfreundlichen Umfelds für das Geschäft der DAB und den geringen Aussichten auf einen Break-Even in 2002 stufen die Analysten der Norddeutschen Landesbank das Papier nur noch mit reduzieren ein.



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