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Analysen - DAX 100
23.06.2010
ElringKlinger kaufenswert
TradeCentre.de

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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" halten die Aktie von ElringKlinger (ISIN DE0007856023/ WKN 785602) für unverändert kaufenswert.

Nachdem sich der schwäbische Automobilzulieferer im letzten Jahr passabel geschlagen habe, würden die Geschäfte in 2010 wie am Schnürchen laufen. Firmenchef Stefan Wolf habe bereits nach Ablauf der ersten drei Monate die Prognose nach oben revidieren können. Der Umsatz habe in Q1 um über 40 Prozent auf 182,7 Mio. Euro expandiert. Operativ hätten über 22 Mio. Euro in der Kasse geklingelt.

Die EBIT-Marge habe bei 12,2 Prozent gelegen! Bereinigt um Sondereffekte sogar bei 14,4 Prozent. Anstatt einem Umsatzplus von sieben bis zehn Prozent, sollten die Einnahmen in diesem Jahr jetzt um zehn bis 13 Prozent ansteigen. Das EBIT solle um 20 bis 25 Prozent steigen anstatt um zwölf bis 15 Prozent. Somit sei im Gesamtjahr mindestens ein Umsatz von 640 Mio. zu erwarten und ein EBIT von über 76 Mio. Euro. Den Finanzaufwand würden die Experten auf circa 15 Mio. Euro und die Steuerquote auf rund 28 Prozent schätzen.

Wie den Experten der CEO im Hintergrundgespräch mitteile, entwickle sich das zweite Quartal äußerst "zufriedenstellend". Vermutlich könne Wolf die eigene Erwartung für 2010 erneut anheben. "Ich schließe das nicht aus. Aber wir wollen zunächst die Zahlen für das erste Halbjahr abwarten und vor allem auf verlässliche Orderdaten für das zweite Halbjahr". Mittelfristig solle der Umsatz jährlich um fünf bis sieben Prozent zulegen. Bis Ende des kommenden Jahres würden die Schwaben wieder Rekordmargen von 16 bis 18 Prozent anstreben.

Große Sorgen, dass die noch fragile Konjunktur die Firma bremse, habe Wolf nicht. "Zwar könnte das derzeit starke Wachstumstempo nachlassen, aber einen erheblichen Rückschlag erwarte ich nicht. Falls doch, werden wir sofort reagieren und Einsparmaßnahmen umsetzen". In 2009 habe das Unternehmen die Kosten um zehn Mio. Euro reduziert, wovon rund 70 Prozent nachhaltig seien. Ein netter Nebeneffekt sei der aktuell starke US-Dollar. "Wir profitieren etwas von einem schwächeren Euro".

Mehrere Faktoren würden indes das Wachstum treiben. Neben thermisch-akustischen Abschirmelementen und Kunststoffgehäusemodulen seien vor allem Produkte zur Emissionsreduzierung gefragt. Große Erwartungen setze Wolf auch in Hybridfahrzeuge. "Wir erwarten für unsere neuen Lithiumionen-Batteriekomponenten eine sehr starke Nachfrage und konnten kürzlich einen ersten Serienauftrag für einen weltweiten Automobilhersteller gewinnen", so Wolf. Weitere Großaufträge seien zu erwarten.

Das Schöne: Mit Batterie-Zellkontaktiersystemen und Kunststoffgehäusemodulen für diese Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektroantriebsaggregat sei ElringKlinger bestens für Hybride und Elektroautos positioniert. Von einem schnellen Boom der reinen Elektrofahrzeuge träume der Vorstandsvorsitzende allerdings nicht. "Das Thema liegt für Großserien zu vernünftigen Preisen in weiter Ferne. Im Jahr 2025 dürfte der Anteil dieser Autos erst bei fünf Prozent aller Fahrzeuge liegen. Kommt es anders, haben wir schon heute die richtigen Produkte dafür im Haus und Hybride kommen in großer Stückzahl", erkläre der Firmenlenker.

Zudem werde das Geschäft durch den Ausbau in Asien massiv nach vorne getrieben. "Das Wachstum in China ist exorbitant". Wolf rechne in 2010 mit einer Umsatzverdopplung auf 40 Mio. Euro aus dem Geschäft in China. 2011 sollten bereits 70 Mio. Euro Umsatz aus dem Reich der Mitte generiert werden. Derzeit schultere die Region rund elf Prozent der Konzernerlöse. Dieser Anteil werde mittelfristig auf mehr als ein Viertel steigen. Um dort das Wachstum zu stemmen, baue ElringKlinger in China zwei neue Werke. "Wir arbeiten aktuell an der Kapazitätsgrenze".

Wegen dieser Aufwendungen werde das Unternehmen in 2010 insgesamt zwischen 65 und 75 Mio. Euro investieren. Trotz dieser relativ hohen Investitionen solle der Free Cashflow dennoch deutlich positiv ausfallen. Ab 2011 würden sich die Investitionen auf ein Niveau von 50 bis 60 Mio. Euro reduzieren.

Mittelfristig solle zum Umsatz auch die dynamisch wachsende Sparte Medizintechnik der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH verstärkt beitragen. Parallel zum organischen Wachstum halte Wolf "Augen und Ohren offen" für Akquisitionen. "Der Zulieferermarkt konsolidiert. Der Fokus liegt auf Technologie, regionale Verstärkung oder auch auf dem Kauf eines Wettbewerbers". Dabei würden für ElringKlinger Übernahmen in einer Umsatzgrößenordnung zwischen 20 und 200 Mio. Euro infrage kommen.

Die Kaufempfehlung der Experten für die Aktie im Crash aus dem Frühjahr 2009 bei Kursen um sieben Euro habe sich bestens bezahlt gemacht. Aktuell würden die Anteilsscheine 18,55 Euro kosten. Die Konsolidierung auf dem höheren Niveau dürfte sich bald nach oben auflösen. Spätestens mit den Halbjahreszahlen sollte die Aktie wieder in Schwung kommen. Mit einem KGV von 14 für das Jahr 2011 sei der solide wachsende und vor allem margenstarke Automobilzulieferer nicht zu teuer. "Als Dividende planen wir künftig circa 40 bis 45 Prozent des Jahresgewinns auszuschütten", sage Wolf.

Der knapp 1,1 Mrd. Euro schwere MDAX-Konzern ElringKlinger ist nach Ansicht der Experten von "TradeCentre.de" unverändert kaufenswert. (Analyse vom 23.06.2010) (23.06.2010/ac/a/d)

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