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Analysen - Nebenwerte
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17.06.2010
SOLON kaufen
SRH AlsterResearch
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Oliver Drebing, stuft die SOLON-Aktie (ISIN DE0007471195/ WKN 747119) weiterhin mit dem Rating "kaufen" ein.
Eine Röttgen-Delle sei nach Aussagen des SOLON-Managements nicht wahrzunehmen. Die derzeitigen Verkaufserfolge von SOLON dürften damit ihre Fortsetzung auch über die kommenden Monate finden. Nach Einschätzung der Analysten werde SOLON 2010 von keinem weiteren Verlustquartal (nach Q1) zu berichten haben. Und auf Sicht eines Zeitraums von zwei Jahren würden sie SOLON für eines der wenigen deutschen Solarunternehmen halten, die von dem Wandel der Marktgegebenheiten profitieren würden.
Vor diesem Hintergrund würden die Analysten die Aktie als deutlich zu günstig gepreist erachten. Für attraktiv würden sie auch die Wandelanleihe halten. Fälligkeit sei im Dezember 2012, und grundsätzlich bestünden einige Unwägbarkeiten hinsichtlich der Entwicklung, die die Solarwirtschaft als typische Schweinezyklus-Branche bis dahin nehmen werde. Die Analysten würden über ihre Gesamtbeurteilung des Emittenten zu dem Schluss gelangen, dass Anleihegläubiger zur Fälligkeit von der Rückzahlung zu Nominalbetrag nebst aufgelaufenen Zinsen ausgehen könnten.
Trotz der gegenwärtigen Notierung der Anleihe von unter 45% werde SOLON selbst keinen Rückerwerb über den Markt durchführen. Zumindest bis Ende 2011, also solange die Ausfallbürgschaften des Bundes und der Länder Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gelten würden, stünden Zustimmungserfordernisse durch Dritte und damit sehr hohe Hürden dem entgegen. Die Analysten würden andererseits erwarten, dass SOLON bei Anleihenfälligkeit nicht den Gesamtbetrag von 149 Mio. EUR aufzuwenden haben werde (nominal ausstehend: 132 Mio. EUR). Vielmehr würden sie für plausibel halten, dass im Jahresverlauf 2012 SOLON ein Großteil der Anleihe von institutionellen Adressen angedient werde, die bis dahin am Markt als Aufkäufer aktiv sein würden.
Für das laufende 2. Quartal würden die Analysten das EBIT auf 9 Mio. EUR schätzen. Auf der Hauptversammlung habe das Management angegeben, über die Monate April und Mai einen Mengenabsatz von 52 MWp verzeichnet zu haben (zum Vergleich: Januar bis März Absatz von 41 MWp). Da von einer Abschwächung der Dynamik keine Rede gewesen sei, würden die Analysten für das Quartal mit knapp 80 MWp kalkulieren. Ab einem Mengenabsatz im Quartal von 60 MWp sei operativ die Gewinnschwelle überschritten. Die Prognose der Analysten für das Vorsteuerergebnis (EBT Q2) seien 4 Mio. EUR.
Zum Stichtag 30. Juni werde SOLON das Umlaufvermögen so steuern, als würde es sich bereits um den Geschäftsjahresabschluss handeln. Auslieferungen würden soweit wie möglich vorangetrieben, Vorräte auf ein Minimum reduziert. Hintergrund sei, dass sich SOLON vorsichtig an die sich im Sommer einpendelnden Marktverhältnisse herantaste.
Langfristig sei SOLON angewiesen auf Erfolge im Systemgeschäft, also der Errichtung von Solarkraftwerken. Der Teil der Wertschöpfungskette, der das Unternehmen derzeit halbwegs über die Runden trage, also der Abverkauf von Modulkomponenten an Installateure und Großhandel, stelle im Geschäftsmodell nur eine Ergänzung dar, um Auslastungen zu glätten und um auf hohe Einkaufsvolumina zu kommen. Die lange ungeklärte Finanzierungssituation des Unternehmens habe das Systemgeschäft zwischenzeitlich zum Erliegen gebracht. Sowohl hinsichtlich neuer Aufträge als auch der Umsetzung in den Büchern stehender Projekte (mit Norwegens Energiekonzern Statkraft) habe SOLON einige lost quarter hinter sich.
Noch bevor der Kraftwerksbau wieder deutlich sichtbar das Geschäft zu tragen beginne, würden die Analysten Erfolgsmeldungen insbesondere vom USA-Engagement erwarten. Für das 2. Halbjahr sei ein positiver EBITDA-Beitrag der Produktion in Arizona angekündigt, der den zu Jahresbeginn dort noch aufgelaufenen Verlust kompensieren werde.
Für die SOLON-Aktie behalten die Analysten von SRH AlsterResearch das Anlageurteil "kaufen" und das Kursziel von 14 EUR bei. (Analyse vom 17.06.2010) (17.06.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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