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Analysen - DAX 100
15.06.2010
Heidelberger Druck kaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Heidelberger Druck-Aktie (ISIN DE0007314007/ WKN 731400) unverändert mit "kaufen" ein.

Zu einem für die Analysten frühen und unerwarteten Zeitpunkt habe Heidelberger Druck zuletzt die Rahmenbedingungen der erwarteten Kapitalerhöhung bekannt gegeben. Die Gesellschaft erwarte Bruttoerlöse von 420 Mio. EUR (Bankhaus Lampe-Erwartungen: netto 400 Mio. EUR). Die Mittel würden zur Reduzierung der Finanzverbindlichkeiten genutzt und sollten zu anualisierten Zinseinsparungen von mindestens 40 Mio. EUR führen, im laufenden Geschäftsjahr also von etwa 20 Mio. EUR. Die Gesellschaft plane, sich auf der Hauptversammlung Ende Juli die Ausgabe von 156 Mio. EUR neuer Aktien genehmigen zu lassen. Die Analysten würden denken, dass der Emissionspreis nicht so niedrig sein werde, dass Heidelberger Druck 156 Mio. Aktien emittieren müsse, um 420 Mio. EUR zu realisieren.

Im Rahmen der IPEX habe die Gesellschaft zuletzt noch einmal detailliert ihre Strategie erläutert, wie sie mittelfristig wieder ein Umsatzniveau von 3 Mrd. EUR erreichen möchte. Durch die Kostensenkungsmaßnahmen sollte der Break-even-Umsatz gegen Ende des Jahres bei rund 2,4 Mrd. EUR liegen. Bei einer Grenzertragsmarge von 30% bis 35% würde dies wieder zu einem operativen Ergebnis zwischen 180 Mio. EUR und 210 Mio. EUR und entsprechend einer Marge zwischen 6,0% und 7,0% führen. In folgenden Bereichen sehe die Gesellschaft dabei Wachstumspotenziale:

Wachstum im Bereich Equipment: Auch wenn es in der Druckindustrie gewisse strukturelle Probleme gebe, werde die Nachfrage nach Druckmaschinen mit einer Erholung der Konjunktur in den nächsten Jahren wieder ansteigen.

Ausbau des Service- und Verbrauchsmaterialgeschäfts: Diese beiden Bereiche, in denen die Heidelberger zweistellige Margen erwirtschaften könnten, hätten sich in der Krise stabil entwickelt. Die hohe Anzahl sich im Markt befindlicher Druckmaschinen aus Heidelberg würden hier Potenzial liefern, das den beiden Bereichen in den nächsten Jahren durchschnittlich etwa 10% p.a. an Wachstum bescheren solle. Mit Marcel Kießling sei der neue Verantwortliche nun auch im Vorstand vertreten.

Emerging Markets: Im abgelaufenen Geschäftsjahr sei China erstmals das Land mit dem höchsten Bestellvolumen gewesen. Der Nachholbedarf in diesen Ländern sei groß, nicht nur im Verpackungsdruck, sondern auch im kommerziellen Druck.

Wiedereinstieg in den Digitaldruckmarkt: Digitale Druckmaschinen würden mittlerweile zur Grundausstattung einer jeden Druckerei gehören und der Erzeugung kleiner, oft personalisierter Auflagen (200 bis 800) dienen. Für größere Auflagen sei der Offsetdruck deutlich günstiger. Heidelberger Druck plane den Einstieg über eine Partnerschaft und werde im Wesentlichen das Vertriebs- und Servicenetzwerk in eine solche Partnerschaft einbringen.

Die Aktie sei für die Analysten unverändert ein interessantes Investment. Erstens seien die Analysten davon überzeugt, dass die Umsätze weiter anziehen würden und sie damit auch wieder positive operative Ergebnisse sehen würden. Damit seien auch fundamental höhere Aktienkurse vertretbar. Nach den umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen stehe mit der angekündigten Kapitalerhöhung und den damit sinkenden Zinszahlungen auch die letzte große Baustelle im Konzern vor der Vollendung. Zuletzt seien die Kommentare anderer Broker zu dem Titel bereits deutlich positiver geworden. Damit sei der Weg zu fundamental begründbaren höheren Kurszielen geebnet.

Die Anlageempfehlung der Analysten vom Bankhaus Lampe für die Heidelberger Druck-Aktie lautet deshalb weiterhin "kaufen". Das Kursziel werde von 7 EUR auf 10 EUR erhöht. (Analyse vom 15.06.2010) (15.06.2010/ac/a/d)


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