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Analysen - DAX 100
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15.06.2010
Tognum halten
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Aktie von Tognum (ISIN DE000A0N4P43/ WKN A0N4P4) unverändert mit dem Rating "halten".
Der Auftragseingang in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres habe bei 703 Mio. Euro (+7,9% yoy) und damit deutlich über dem Niveau eines jeden Quartals in 2009 gelegen. Durch die niedrigen Auftragseingänge in der zweiten Jahreshälfte 2009 sei der Umsatz von lediglich 509 Mio. Euro (-20,6%) aber enttäuschend ausgefallen. Ohne Berücksichtigung der zum 31. Oktober 2009 verkauften Rotorion-Gesellschaften hätte der Rückgang 15,8% betragen. Die Book-to-Bill-Ratio habe damit bei 1,4x gelegen.
Trotz des schwachen Umsatzes habe die Gesellschaft allerdings eine überzeugende bereinigte EBIT-Marge von 8,4% (Q1/2009: 9,9%) erreicht. Einfluss auf diese Entwicklung habe vor allem der verbesserte Umsatzmix genommen - bedingt durch einen relativ hohen Anteil der After-Sales-Aktivitäten und den Verkauf der margenschwachen Gelenkwellensparte im Jahr 2009. Die margenstarken After-Sales-Umsätze hätten im ersten Quartal sogar um 4,3% gesteigert werden können und 39,1% zum Umsatz beigetragen (nicht konsolidierte Zahlen). In Q1/2009 seien es nur 30,5% gewesen. Die nun nicht mehr konsolidierte Gelenkwellensparte habe in Q1/2009 keine EBIT-Beiträge erzielt.
Allerdings habe es zahlreiche Bereinigungen gegeben (PPA: 11,1 Mio. Euro; Wechselkurseffekte: 20,9 Mio. Euro), sodass das bereinigte EBIT von 42,8 Mio. Euro fünfmal so hoch ausgefallen sei wie das in der GuV ausgewiesene EBIT von nur 8,9 Mio. Euro. Der ausgewiesene Jahresüberschuss sei deshalb negativ gewesen.
Der Free-Cashflow habe sich im ersten Quartal 2010 auf 123,9 Mio. Euro verdoppelt (Q1/2009: 62,2 Mio. Euro). Ausschlaggebend gewesen seien hier vor allem verringerte Lagerbestände und Forderungen, die das Nettoumlaufvermögen reduziert hätten.
Die Nettofinanzverschuldung habe gegenüber dem Jahresende 2009 noch einmal deutlich von 192,2 auf 86,2 Mio. Euro abgebaut werden können. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens habe sich von 27,6% zum 31. Dezember 2009 auf 28,2% zum 31. März 2010 verbessert. Damit habe sie das bisher höchste Niveau seit dem Börsengang Mitte 2007 erreicht.
Auf der Produktseite sei das Highlight in 2009 mit Sicherheit die Einführung der 1.600er Serie und damit die Abdeckung des unteren Leistungssegmentes gewesen. Damit decke Tognum nun das gesamte Leistungsspektrum von 270 KW bis 9.100 KW ab und habe damit einen weiteren Schritt zur Abdeckung des Massenmarktes vollzogen. Anfangs werde der Motor nur für die dezentrale Energieversorgung angeboten. In den nächsten Jahren folge die Einführung des Motors für die anderen Anwendungsbereiche (Bau- und Industriemaschinen, land- und forstwirtschaftliche Maschinen sowie Schienenfahrzeuge).
Die Analysten hätten ihre Schätzungen seit ihrer letzten Studie deutlich erhöht. Damit würden sie auch auf Basis ihres DCF-Modells zu einem höherem fairen Wert der Aktie von etwa 16,00 Euro gelangen.
Die Anlageempfehlung der Analysten vom Bankhaus Lampe für die Tognum-Aktie lautet aber unverändert "halten". Das Kursziel werde von 11,00 Euro auf 16,00 Euro erhöht. (Analyse vom 15.06.2010) (15.06.2010/ac/a/d)
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