Logo
Analysen - DAX 100
15.06.2010
BayWa kaufen
Bankhaus Lampe

www.optionsscheinecheck.de

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Marc Gabriel, stuft die BayWa-Aktie (ISIN DE0005194062/ WKN 519406) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.

BayWa habe zuletzt die Zahlen für das erste Quartal 2010 veröffentlicht. Diese seien jedoch kein guter Indikator für das Gesamtjahr, da die Umsätze und Erträge in den kommenden Quartalen wichtiger für das Unternehmen seien. Witterungsbedingt sei der Start in das Geschäftsjahr etwas später erfolgt, insgesamt habe das Ergebnis jedoch im Rahmen der Erwartungen gelegen. Der Umsatzrückgang von -3,3% auf 1.527 Mio. EUR habe wesentlich im Agrar- und Energiesegment begründet gelegen.

Die BayWa habe im Berichtszeitraum Q1 2010 im Agrarhandel dennoch das Vorsteuerergebnis wegen eines verbesserten Getreidegeschäfts und einer hohen Nachfrage nach Düngemitteln auf 2,64 Mio. EUR nahezu verdoppeln können. Die Analysten würden im zweiten Quartal mit einer Fortsetzung dieses Trends und einem steigenden Getreideexport rechnen, der von der Euro-Schwäche profitieren dürfte. Aufgrund des erfreulichen Geschäftsverlaufs im April/Mai sei die BayWa zuversichtlich, die Ziele für 2010: Steigerung von Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahr, zu erreichen.

Im Baugeschäft habe BayWa mit einem Umsatzwachstum von 6,2% auf 286,7 Mio. EUR überraschen können, und dies trotz der Tatsache, dass viele Bauprojekte vor März aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen nicht hätten durchgeführt werden können. Insgesamt habe das EBIT mit -24,4 Mio. EUR im Rahmen der Erwartungen der Analysten gelegen. Betrachte man das starke Märzgeschäft, so sei eine starke Ergebnisverbesserung für den Baubereich im Jahresverlauf realistisch.

Im neuen Bereich BayWa r.e. (renewable energy) habe das Unternehmen die Expansionstour zuletzt weiter fortgesetzt. So sei von der bmp greengas GmbH, München, die RES Biomethan, eine Handelsgesellschaft für Biomethan, gekauft worden. Damit schließe das Unternehmen die letzte Lücke im Wertschöpfungsprozess von Biogas. Biomethan werde im Kraftstoffsektor als Beimischung zu Erdgas sowie als Brennstoff zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

Die sonstigen Aktivitäten hätten sich durch den Verkauf der Frisch & Frost Nahrungsmittelgesellschaft mbH, Hollabrunn (Österreich), die zukünftig als Joint Venture des niederländischen Lebensmittelkonzerns Lamb Weston/ Meijer und der RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Wien, geführt werde, weiter reduziert. Frisch & Frost sei Österreichs größter Kartoffelverarbeiter und beliefere als McDonald's Systemlieferant die Restaurants in Österreich, Bulgarien, Griechenland, Italien, Kroatien, Mazedonien, Slowenien, Serbien, Rumänien und Zypern.

Der witterungsbedingt verspätete Start in das Geschäftsjahr 2010 habe im April bereits zum großen Teil wieder aufgeholt werden können. Das Unternehmen habe bisher keine quantitative Guidance gegeben. Insgesamt sei das Unternehmen mit seinen Aussagen bezüglich des laufenden Geschäftsjahres eher vorsichtig.

Insgesamt würden die Analysten eine Steigerung sowohl auf der Umsatz-, als auch auf der Ertragsseite erwarten. Das Wachstum dürfte bei 5,0% auf 7,622 Mrd. EUR auf der Umsatzseite liegen. Das EBIT werde sich nach Erachten der Analysten auf 138,8 Mio. EUR (+20,3%) belaufen. Positive Effekte erwarte das Unternehmen selbst aufgrund der Erholungstendenz der Landwirtschaft. Neben der Normalisierung der Nachfrage im Betriebsmittelgeschäft würden vor allem steigende Milchpreise und ein schwächerer Euro positiv zur Ergebnissteigerung in diesem Sektor (BHL EBT 2010e: 48 Mio. EUR) beitragen, was einer Steigerung von fast 50% entsprechen würde.

Im Baubereich sollte umsatzseitig das Niveau vom vergangen Jahr erhalten bleiben, während die Margen von den geplanten Prozessoptimierungen sowie Kostensenkungen (BHLe: bis zu 9 Mio. EUR auf EBT-Basis) profitieren sollten. Bei einem erwarteten operativen Geschäft von rund 6 Mio. EUR aus dem Baustoffgeschäft und einem Minus von 3 Mio. EUR aus dem DIY-Bereich könnte das Segment einen deutlichen Gewinnsprung von 6,24 Mio. EUR auf 12 Mio. EUR verzeichnen. Hier hätten die Analysten zuletzt noch rund 8 Mio. EUR erwartet.

Dass die Analysten das Konzernvorsteuerergebnis nicht entsprechend anheben würden, liege in ihrer geringeren Gewinnerwartung für den Energiebereich begründet. Hier sollten schwächere EBT-Ergebnisse im klassischen Energiehandel (BHLe: 13 Mio. EUR) infolge der Zurückhaltung der Kunden bei der Befüllung belasten, während die Ergebnisse bei BayWa r.e. mit 15 Mio. EUR (BHLe) von Einmaleffekten aus der Kaufpreisallokation belastet sein dürften, sodass die Analysten insgesamt für den Bereich Energie von einem Vorsteuerergebnis in Höhe von 28 Mio. EUR (zuvor: 33 Mio. EUR) ausgehen würden.

Den Verkauf von Frisch & Frost (70 Mio. EUR Umsatzvolumen) würden die Analysten als weitere Maßnahme sehen, sich von Randaktivitäten zu trennen. Das Unternehmen sei ihres Erachtens zu stark auf einen Kunden (Mc Donald's) fokussiert gewesen und hätte zusätzliche Erweiterungsinvestitionen benötigt. Der Konzern setze bei der Expansion auf die Bereiche Agrar, erneuerbare Energien und akquiriere darüber hinaus im Baugeschäft.

Die BayWa-Aktie dürfte sich auch im unsicheren Kapitalmarktumfeld aufgrund der Substanz (hohes Immobilienvermögen und Sachanlagen seien eigenfinanziert) besser entwickeln als der MDAX. Auch wenn die Handelsmargen klassisch gering seien (EBT-Marge bei 1,0% in 2009), so zeige die Steigerung auf 1,3% in diesem Jahr (BHLe), dass das Geschäftsmodell intakt und krisensicher sei.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe raten unverändert zum Kauf der BayWa-Aktie mit einem von zuvor 33 EUR auf jetzt 34 EUR erhöhten Kursziel. (Analyse vom 15.06.2010) (15.06.2010/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de