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Analysen - Ausland
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03.06.2002
Deere solider Zykliker
iWatch
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Die Analysten von "iWatch" stufen die Aktien von Deere (WKN 850866) als soliden Zykliker ein.
Deere sei der weltgrößte Hersteller von Land- und Forstwirtschaftsgeräten. Vom Rasenmäher bis zum Spezialtraktor werde alles angeboten, was für die Arbeit draussen von Nutzen sei. Begleitet werde das Angebot von einer eigenen Finanzierungsgesellschaft, die individuelle Finanzierungspakete für die Käufer der Hochleistungsmaschinen anbiete. Mit einem Jahresumsatz von 13 Mrd. USD komme John Deere auf ein KUV 02e von 0,8. Per Schätzung für das Jahr 2003 bringe es Deere auf ein KGV von 20. Im laufenden Jahr jedoch liege das KGV noch fast dreimal so hoch. Grund dafür seien die Restrukturierungsmaßnahmen, als auch die hohen Investitionen, die Deere im laufenden Jahr vorgenommen habe. Ende letzten Jahres seien 15 Mrd. USD für diese Programme als auch Wertberichtigungen aufgewandt worden.
Vor zwei Wochen sei ein überraschend gutes Quartalsergebnis präsentiert worden. Die Kosten seien stark gesunken, dadurch hätten die Erträge ansteigen können. Zusätzlich hätten noch einige neue Produkte, die kürzlich auf den Markt gebracht worden seien, positiv zur Umsatzentwicklung beigetragen. Dennoch sei der 52 jährige CEO Robert Lane bei seinem verhaltenen Ausblick für den Rest des laufenden Jahres geblieben. Das wirtschaftliche Umfeld sei nach wie vor schwierig, neue Landwirtschaftsgesetze würden seiner Ansicht nach seinem Geschäft eher schaden.
Deere gelte an der Börse als ein zyklisches Papier. Die schwachen Monate würden von solchen Traditionsunternehmen gerne für die Umsetzung von unpopulären Restrukturierungsprogrammen genutzt. Anschliessend würden diese Unternehmen mit neuer Ertragskraft aus der Wirtschaftsflaute hervorgehen. Ein solches Szenario zeichne sich auch bei Deere in diesem und im nächsten Jahr ab. Es sei investiert und Kosten gespart worden. Die Früchte dieser Aktionen würden im nächsten Jahr zu sehen sein, bzw. würden bereits zum Vorschein kommen. Mit 2,3 Mrd. USD Cash sei Deere sicherlich auch recht liquide und handlungsfähig. Besorgniserregend bei diesem konservativen Unternehmen sei lediglich der hohe Verschuldungsgrad von 3,2. Aufgrund der teuren Produkte und deren Langlebigkeit sei das Geschäft auf hohe Finanzierungshilfen aufgebaut. Sicherlich ein Faktor, der eine schnelle Aktienkurssteigerung vereiteln werde.
Aber, man befinde sich in einer Börsenphase, in der eine schnelle Aktienkurssteigerung ohnehin nur zu einer schnellen Überbewertung führen würde, die anschliessend wieder korrigiert werden müsste. Vielmehr würden Aktien gesucht, die eine langfristig solide Performance aufweisen und diese in die nächsten Jahre tragen könnten. Deere sei ein Unternehmen, dass dieses Prädikat erfüllen könnte. Insbesondere durch die erfolgreich abgeschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen, als auch durch die erfolgreichen Markteinführungen neuer Produkte sei Deere ein Unternehmen, das in den nächsten Monaten nach unten sicherlich abgesichert sei und nach oben doch noch einiges an Potential besitze.
In den vergangenen zwei Jahren habe Deere gegen den Börsentrend einen stetigen Aufwärtstrend eingeschlagen. Der Kurs sei von 31 auf heute 47 USD gestiegen. Die Untergrenze dieses Aufwärtstrends liege bei 42 USD. Sollte der Kurs nochmals dorthin abrutschen, so könne Deere eine konservative, sinnvolle Beimischung im Depot darstellen, so die Analysten von "iWatch". Allerdings brauche man nicht zu erwarten, dass der Kurs schon bald über 50 USD springen könnte, auf dem Weg dorthin gebe es einige charttechnische Widerstände.
Deere eignet sich, so die Analysten von "iWatch", um in den turbulenten Börsenzeiten ein wenig Ruhe in das Depot zu bringen, ohne sich die Chance auf das Partizipieren am wirtschaftlichen Aufschwung der USA, wann immer er auch kommen möge, zu nehmen.
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