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Analysen - DAX 100
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06.05.2010
FUCHS PETROLUB VZ akkumulieren
AC Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Westerburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Henning Wagener von AC Research senkt sein Rating für die Vorzugsaktien von FUCHS PETROLUB (ISIN DE0005790430/ WKN 579043) von zuvor "kaufen" auf jetzt "akkumulieren".
Die bereits im Jahr 1931 in Mannheim gegründete FUCHS PETROLUB AG produziere und vertreibe weltweit Schmierstoffe und verwandte Spezialprodukte. Die Gesellschaft zeichne sich dabei insbesondere durch einen weit über dem Branchendurchschnitt liegenden Spezialisierungsgrad und eine hohe Innovationsgeschwindigkeit aus. Die Sortimente der Gesellschaft würden mehrere tausend Produkte für alle Lebensbereiche und Industrien umfassen.
Die Aktivitäten des Konzerns seien im Wesentlichen in die drei Sparten Industrieöle und Spezialitäten, Kfz-Schmierstoffe und sonstiges unterteilt. In letzterem Bereich seien die Lohnherstellung, Chemical Process Management, der Grundölhandel und sonstige Aktivitäten zusammengefasst.
Die Gesellschaft habe nunmehr Zahlen für das abgelaufene erste Quartal 2010 bekannt gegeben. Demnach habe das Unternehmen in diesem Zeitraum die Umsatzerlöse von 278,5 Millionen Euro im ersten Quartal 2009 auf nunmehr 330,4 Millionen Euro steigern können. In Europa habe sich dabei ein Umsatzzuwachs um 14,4% ergeben. Am deutlichsten sei der Zuwachs mit knapp 37% auf 83,7 Millionen Euro allerdings in der Region Asien-Pazifik/Afrika ausgefallen. Aber auch in der Region Nord- und Südamerika habe mit einem Anstieg um knapp 20% ein erfreulicher Zuwachs verzeichnet werden können.
Das EBIT habe gleichzeitig von 26,5 Millionen Euro im ersten Quartal 2009 auf jetzt 58,7 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden können. Dabei sei die Erholung in der Region Europa, die im letzten Jahr am stärksten von der Krise betroffen gewesen sei, auch am deutlichsten ausgefallen. So habe sich in dieser Region das EBIT von 13,2 Millionen Euro im ersten Quartal 2009 auf jetzt 31,7 Millionen Euro verbessert. Aber auch in der Region Asien-Pazifik/Afrika habe das EBIT auf 17,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden können. In der Region Nord- und Südamerika sei auf EBIT-Basis ein Zuwachs um 5,5 Millionen Euro auf 11,7 Millionen Euro erreicht worden. Der Nachsteuergewinn habe sich schließlich von 16,2 Millionen Euro im ersten Quartal 2009 auf jetzt 40,6 Millionen Euro oder 1,72 Euro je Vorzugsaktie erhöht.
Die vorgelegten Zahlen seien nach Ansicht der Analysten von AC Research positiv ausgefallen. Vor allem auf der Ertragsseite habe der Konzern vollends überzeugen können. So habe sich die Nachfragebelebung des vergangenen Jahres auch im abgelaufenen ersten Quartal 2010 weiter fortgesetzt. Zudem habe der Konzern auch von einem strikten Kostenmanagement profitiert. Allerdings seien die im ersten Quartal beeindruckenden Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis auch auf einen Basiseffekt zurückzuführen, da das erste Quartal 2009 besonders schwach ausgefallen sei. Gleichzeitig habe aber auch die Aufgabe von margenschwachem Lohnverarbeitungsgeschäft in Großbritannien ein noch stärkeres Umsatzwachstum verhindert.
Für das Gesamtjahr 2010 rechne die Konzernleitung in allen drei Konzernregionen mit einem Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Gleichzeitig solle das Rekord-EBIT aus dem Jahr 2007, das bei 195,2 Millionen Euro gelegen habe, übertroffen werden. Allerdings würden sich die hohen Umsatz- und Ertragssteigerungen des abgelaufenen ersten Quartals basisbedingt nicht auf das Gesamtjahr 2010 fortschreiben lassen. Die Analysten von AC Research würden allerdings zwei wesentliche Risikofaktoren für die weitere Geschäftsentwicklung sehen. Die gesamtwirtschaftliche Lage habe sich in den letzten Monaten weltweit verbessert. Und mit der steigenden Nachfrage nach Industrieprodukten und Schmierstoffen würden auch die Rohstoffpreise wieder ansteigen. So seien seit einigen Wochen weltweit sowohl die Grundölpreise als auch die Preise für Chemikalien und Additive deutlich angestiegen. Gleichzeitig berge die hohe Staatsverschuldung einzelner Länder Risiken für die weitere Erholung der Weltwirtschaft, die insgesamt noch auf wackeligen Füßen stehe. Vor allem wegen den gestiegenen Rohstoffpreisen werde es für das Unternehmen in den kommenden Quartalen schwerer werden, das sehr hohe EBIT-Niveau des abgelaufenen ersten Quartals bestätigen zu können. Da der Konzern im abgelaufenen ersten Quartal allerdings bereits 30% des Rekord-EBIT aus dem Jahr 2007 erreicht habe, erscheine das Ziel, im laufenden Geschäftsjahr 2010 ein neues Rekord-EBIT aufzustellen, realisierbar.
Beim gestrigen Schlusskurs von 72,80 Euro erscheine das Unternehmen auch nach den Kurssteigerungen der vergangenen Monate mit einem KGV 2010e von knapp 13 weiterhin relativ moderat bewertet. Allerdings habe die Aktie allein in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 110% an Wert hinzugewonnen. Damit seien die insgesamt verbesserten Geschäftsaussichten nach der fantastischen Kursperformance bereits weitgehend im aktuellen Aktienkurs eskomptiert.
Die Analysten von AC Research senken ihr Rating für die Vorzugsaktie von FUCHS PETROLUB von zuvor "kaufen" auf jetzt "akkumulieren". (Analyse vom 06.05.2010) (06.05.2010/ac/a/d)
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