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Analysen - Ausland
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23.04.2010
Kuoni "hold"
Vontobel Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Zürich (aktiencheck.de AG) - Rene Weber, Analyst von Vontobel Research, bewertet die Aktie von Kuoni (ISIN CH0003504856/ WKN 894861) in der aktuellen Ausgabe von "Vontobel Morning Focus" mit dem Rating "hold".
15.000 Kuoni-Kunden seien letztes Wochenende von den Flugausfällen betroffen gewesen. 7.500 Kunden seien an ihrem Reiseziel gestrandet und mittlerweile wieder nach Hause zurückgekehrt (hauptsächlich Schweiz und Skandinavien). Die insgesamt entstandenen Kosten würden auf CHF 18 Mio. geschätzt. Diese würden im ersten Halbjahr 2010 beziehungsweise 2010E als außerordentliche Aufwendungen ausgewiesen werden.
In der letzten Woche habe Kuoni bekannt gegeben, dass sich die Reisebuchungen der Gruppe auf dem gleichen Stand des Vorjahres befunden hätten (in den letzten vier Wochen +3%). Die Schweiz habe dabei das Schlusslicht gebildet (-5%), gefolgt von Großbritannien (-3%), während Skandinavien +7% verbucht habe. Vor dem Vulkanausbruch hätten Skandinavien und Großbritannien einen positiven Trend verzeichnet.
Ebenso wie die anderen Reiseanbieter sei auch Kuoni von der Störung des europäischen Luftverkehrs betroffen gewesen. Da Kuoni außer Scandinavia (Novair) aber keine eigene Flugline besitze, habe das Unternehmen weniger stark als etwa TUI Travel oder Thomas Cook gelitten, die beide eine eigene Flugzeugflotte betreiben würden. Die außerordentlichen Aufwendungen von CHF 18 Mio. würden 26% des von den Analysten geschätzten EBITs entsprechen (CHF 70 Mio. vor Abzug des entsprechenden Betrags).
Da das Restrukturierungsprogramm bereits mit CHF 46 Mio. zu Buche schlage, würden sich die außerordentlichen Aufwendungen insgesamt auf CHF 64 Mio. erhöhen. Das bedeute, EBIT und Reingewinn würden beide nur leicht über oder um die Gewinnschwelle liegen.
Die Analysten würden ihre Schätzwerte für 2010 entsprechend anpassen müssen. Auf die Buchungen dürfte sich die Luftraumsperrung aber nur wenig auswirken, da die meisten Reisenden wohl einfach etwas später fliegen würden. Dennoch scheinen die außerordentlichen Aufwendungen von CHF 18 Mio. eher hoch: TUI Travel und Thomas Cook rechnen hier mit CHF 40 Mio. (GBP 5 Mio./Tag) beziehungsweise CHF 60 Mio. (GBP 7 Mio./Tag), besitzen beide aber eine viel größere Flugzeugflotte, so die Analysten von Vontobel Research.
Der April zähle nicht zu den wichtigen Reisemonaten. Deshalb würden die Analysten annehmen, dass der Vulkanausbruch keine großen Auswirkungen auf die Umsätze/Buchungen haben werde - die meisten Kunden hätten denn auch ihre Ferien verschoben. Die zusätzlichen Kosten von CHF 18 Mio., die durch die Flugsperre entstanden seien, würden sich mit -26% negativ auf das von den Analysten geschätzte EBIT vor außerordentlichen Aufwendungen auswirken. Zusammen mit den Restrukturierungskosten von CHF 46 Mio. werde das EBIT gerade leicht über der Gewinnschwelle liegen.
Kuoni habe sich sehr gut geschlagen, was die Rückreiseorganisation der gestrandeten Kunden betreffe und damit ihren Ruf gestärkt. Die Einführung der neuen Buchungssysteme im Jahr 2010 sei ein wichtiges Thema.
Aus diesem Grund halten die Analysten von Vontobel Research an ihrem "hold"-Rating für die Kuoni-Aktie fest. Das Kursziel sehe man bei CHF 440. (Analyse vom 23.04.2010) (23.04.2010/ac/a/a) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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