|
Analysen - Nebenwerte
|
12.04.2010
DEUTZ halten
AC Research
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Westerburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Henning Wagener von AC Research erhöht sein Rating für die Aktie von DEUTZ (ISIN DE0006305006/ WKN 630500) von zuvor "reduzieren" auf jetzt "halten".
Das Unternehmen habe mit dem schwedischen Volvo-Konzern die Verlängerung der erfolgreichen und langjährigen Zusammenarbeit vereinbart.
Bereits im Jahr 1998 hätten die beiden Gesellschaften einen Vertrag für die Entwicklung und Lieferung von Dieselmotoren mit einem Hubraum von 4 bis 7 Litern unterzeichnet. Da der Vertrag auf 15 Jahre geschlossen worden sei, laufe er aber Ende 2013 aus.
Nunmehr habe DEUTZ allerdings mit Volvo einen neuen Liefervertrag vereinbart, der am 1. Januar 2014 in Kraft treten werde und sich damit unmittelbar an den "alten" Vertrag anschließe. Dieser neue Liefervertrag beinhalte unter anderem die Weiterentwicklung der mittelschweren DEUTZ-Industriemotoren für alle Abgasemissionsstufen COM IV in Europa bzw. Tier 4 final in den USA. Somit bleibe DEUTZ der alleinige Lieferant von Motoren mit einem Hubraum von 4 bis 8 Litern für die Baumaschinen von Volvo.
Nach Ansicht der Analysten von AC Research sei diese Meldung überaus positiv zu werten. So sei es dem Konzern gelungen, eine der wichtigsten Kooperationen frühzeitig zu verlängern und dadurch die weitere Planbarkeit der Geschäfte nachhaltig zu verbessern. Vor diesem Hintergrund könne es auch nicht verwundern, dass die DEUTZ-Aktie am heutigen Tag zu den größten Tagesgewinnern im Auswahlindex SDAX zähle.
Im vergangenen Geschäftsjahr 2009 sei der Konzern noch regelrecht durch das Tal der Tränen gegangen. So habe sich der Motorenabsatz auf 117.961 Stück etwas mehr als halbiert. Der Auftragseingang sei um 38% auf 842,3 Millionen Euro eingebrochen. Der Umsatz sei um 42,2% auf 863,4 Millionen Euro gesunken, wobei eine positive Mixverschiebung hin zu größeren Motoren einen noch dramatischeren Einbruch habe verhindern können. Vor diesem Hintergrund könne es nicht verwundern, dass das EBIT vor Einmaleffekten mit -46,3 Millionen Euro deutlich negativ ausgefallen sei. Auf Ebene des Nachsteuerergebnisses habe sogar ein Verlust in Höhe von 119,8 Millionen Euro ausgewiesen werden müssen. Je Aktie habe sich damit ein Fehlbetrag in Höhe von 0,99 Euro ergeben.
Insgesamt seien die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2009 ein Spiegelbild der weltweiten Wirtschaftskrise gewesen. So sei der massive Nachfrageeinbruch bei Motoren auf die weltweite Rezession zurückzuführen gewesen. Das Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm "MOVE" habe DEUTZ seit dem Start im vierten Quartal 2008 einen positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von 136 Millionen Euro gebracht. Hiervon seien 85 Millionen Euro dauerhaft und würden damit auch zukünftige Ergebnisse entlasten.
Mut habe zudem bereits wieder die Entwicklung im vierten Quartal 2009 gemacht. So sei der Auftragseingang in den letzten drei Monaten des Jahres 2009 im Vergleich zum Vorquartal bereits wieder um 12% gestiegen. Zudem sei das vierte Quartal bereits wieder das umsatzstärkste im gesamten Geschäftsjahr 2009 gewesen. Hier habe sich das verbesserte konjunkturelle Umfeld positiv auf die Geschäfte des Unternehmens ausgewirkt.
Seit dem 7. April habe zudem die Bosch Emission Systems GmbH & Co. KG ihre operative Tätigkeit aufgenommen. Hierbei handle es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen der DEUTZ AG, der Robert Bosch GmbH und des Auspuffspezialisten Eberspächer GmbH & Co. KG. Das Gemeinschaftsunternehmen werde für Dieselmotoren so genannte Abgasnachbehandlungsanlagen produzieren und weltweit an Motoren- und Maschinenhersteller liefern. Mit der Serienfertigung solle bereits im dritten Quartal 2010 begonnen werden. Die Systemlösungen würden zukünftige Emissionsvorschriften erfüllen und damit die Angebotspalette von DEUTZ erweitern.
Alles in Allem könne festgehalten werden, dass der Motorenbauer DEUTZ in einem Bereich tätig sei, der sehr zyklisch sei. Daher bekomme das Unternehmen auch konjunkturelle Tiefphasen besonders stark zu spüren. Im Umkehrschluss sei allerdings natürlich auch in einer konjunkturellen Aufschwungphase das Erholungspotenzial besonders stark ausgeprägt. Und derzeit würden wir uns ja in einer konjunkturellen Aufschwungphase befinden, die sich wahrscheinlich in den kommenden Quartalen verfestigen könne, so die Analysten. Vor diesem Hintergrund könne es auch nicht verwundern, dass das Management von DEUTZ nach dem Horrorjahr 2009 im nun laufenden Jahr wieder mit einer erheblich verbesserten Geschäftsentwicklung rechne. So kalkuliere die Konzernleitung für 2010 mit einem gegenüber 2009 deutlich erhöhten Absatz- und Umsatzniveau und einem positiven operativen Ergebnis. Und mit der Verlängerung der enorm wichtigen Kooperation mit Volvo sei auch ein großer Unsicherheitsfaktor bezüglich der längerfristigen Entwicklung gewichen. Allerdings seien finanzielle Details sowie Angaben, um wie viele Jahre die Zusammenarbeit mit Volvo verlängert werde, nicht gemacht worden.
Da die Aktie von DEUTZ als sehr zyklisch eingestuft werden könne und an der Börse bekanntlich die Zukunft gehandelt werde, habe sich das Papier, getragen von der Hoffnung auf ein sich verbesserndes konjunkturelles Umfeld, bereits zum Ende des ersten Quartals 2009 von seinem Tiefpunkt bei rund 1,60 Euro erholen können. Seit März 2010 habe die Erholung des Aktienkurses dann deutlich an Dynamik hinzugewonnen. Mittlerweile habe sich der Kurs des Papiers vom Tiefpunkt aus bereits schon wieder etwa verdreifacht. Damit sei eines klar: Die einsetzende Geschäftsbelebung sei bereits im Aktienkurs eskomptiert. Langfristig bleibe die Aktie allerdings für Anleger, die in gut aufgestellte zyklische Werte investieren wollten, interessant.
Die Analysten von AC Research erhöhen ihr Rating für die Aktie von DEUTZ von zuvor "reduzieren" auf jetzt "halten". (Analyse vom 12.04.2010) (12.04.2010/ac/a/nw)
|