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Analysen - TecDAX
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07.04.2010
Evotec einsteigen
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen weiterhin in die Aktie von Evotec (ISIN DE0005664809/ WKN 566480) einzusteigen.
Für die jüngst veröffentlichten Jahreszahlen von Evotec sei man bereits im Dezember frühzeitig sensibilisiert gewesen. Wie angekündigt, sei Firmenchef Werner Lanthaler zum Jahresende mit dem Besen durch die Bilanz gegangen und habe alles abgeschrieben, was nicht niet- und nagelfest sei. Der Nettoverlust habe bei über 40 Mio. Euro aufgrund von Sonderabschreibungen gelegen. Nunmehr sei die Bilanz besenrein. Operativ habe sich der Verlust auf knapp 20 Mio. Euro erheblich reduziert.
Die im Frühjahr 2009 eingeleitete Restrukturierung habe sich nach und nach bemerkbar gemacht. Gemäß den Erwartungen der Experten hätten die Hamburger in Q4 sogar einen operativen Gewinn erzielen können als auch einen positiven operativen Cashflow. Per Silvester hätten mehr als 70 Mio. Euro liquide Mittel in der Kasse geschlummert. Mit dem vergangenen Jahr sei die Restrukturierung operativ als auch bilanziell komplett abgeschlossen.
Jetzt könne die Firma voll durchstarten. Für das Jahr 2010 zeige sich Lanthaler im Gespräch mit den Experten von "TradeCentre.de" zuversichtlich mit mindestens 15, wenn nicht sogar um 20 Prozent beim Umsatz zu wachsen. "Wir sehen unverändert eine gute Nachfrage nach unseren Servicedienstleistungen für die Pharma- und Biotechindustrie", habe der promovierte Betriebswirt gesagt. Das Orderbuch sei mit 32 Mio. Euro per Ende Februar auf dem höchsten Stand der Firmengeschichte.
"Unsere Vorgaben für dieses Jahr haben wir bereits zu deutlich mehr als 50 Prozent in den Büchern." Ziel sei in 2010 zudem, mehrere Outsourcing-Verträge im Kerngeschäft abzuschließen. "Wir rechnen mit einem regen Newsflow." Auch Meilensteinzahlungen seien zu erwarten. Beispielsweise von Boehringer Ingelheim. Vereinzelte Allianzen, die demnächst auslaufen würden, sollten frühzeitig verlängert werden. Unter anderem mit Novartis und CHDI.
Hinsichtlich der Produktpipeline in der klinischen Phase und Präklinik strebe Lanthaler zumindest einen strategischen Deal an. "Wir wollen zumindest ein Asset an einen Partner verkaufen oder lizenzieren." Der H3-Antagonist solle nach Möglichkeit in diesem Jahr unter eigener Regie in die erste klinische Phase geführt werden. Highlight im Portfolio sei natürlich EVT 101 in der Phase II für behandlungsresistente Depressionen und der Nachfolgesubstanz EVT 103 in der klinischen Phase I. Das Beste: Partner Roche trage für die Entwicklung alle Kosten, während Evotec an signifikantem Upside-Potenzial profitiere.
Für EVT 101 solle Mitte des Jahres eine "Proof-of-Concept"-Studie starten. 2011 könnte Phase II abgeschlossen werden. Nach Abschluss dieser Phase habe Roche eine Rückkaufoption. Würden die Daten positiv ausfallen, werde der Schweizer Konzern diese Option sicherlich nutzen. Dann fließe eine Zahlung von 65 Mio. USD an Evotec. Der potenzielle Wert des Abkommens könne aufgrund von Entwicklungs- und Verkaufserfolgen die Marke von 300 Mio. USD überschreiten, ergänze Lanthaler.
Neben einem deutlichen Umsatzwachstum in diesem Jahr werde der Firmenchef den Aufwand für Forschung und Entwicklung auf unter zehn Mio. Euro reduzieren nach rund 20 Mio. Euro in 2009. Die Liquidität solle sich ohne die Option für Akquisitionen auf über 60 Mio. Euro am Ende dieses Jahres belaufen. "Wir wollen den Verlust erneut erheblich reduzieren." Konkreter habe der Evotec-Chef nicht werden wollen. Nach den Schätzungen der Experten werde sich der Verlust in 2010 auf unter zehn Mio. Euro belaufen.
Bei Amtsantritt im April letzten Jahres habe Lanthaler den Break-Even für das Jahr 2012 in Aussicht gestellt. Evotec würde dann seit dem Börsengang im Jahre 1998 endlich Geld verdienen. Es werde höchste Zeit nach vielen Jahren des Bastelns. Bei dem rasanten Tempo mit dem der CEO die Firma auf Profit trimme, könnte die Gewinnzone bereits in 2011 erreicht werden. "Wir bleiben bei 2012. Wobei ich nunmehr sagen kann, dass wir "spätestens" in zwei Jahren Break-Even erreichen werden. Was das bedeuten kann, überlasse ich Ihnen selbst", erläutere der Wiener die Erwartung der Experten.
Seit rund einem halben Jahr bewege sich die Aktie grob in einer Range zwischen 1,90 und 2,20 Euro. Aktuell notiere das Papier bei 2,08 Euro. Man gehe davon aus, dass die Aktie in 2010 die obere Range nach oben durchbreche. Treiber seien News im Kerngeschäft und im Verlauf des Jahres auch der Blick auf den Deal mit Roche. Das Potenzial aus der Partnerschaft sei höher als die aktuelle Kapitalisierung von 227 Mio. Euro.
Die Experten von "TradeCentre.de" raten unverändert zum Einstieg in die Evotec-Aktie. (Analyse vom 07.04.2010) (07.04.2010/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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