Logo
Analysen - TecDAX
22.03.2010
freenet spekulativer Kauf
BÖRSE am Sonntag

www.optionsscheinecheck.de

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten der "BÖRSE am Sonntag" stufen die Aktie von freenet (ISIN DE000A0Z2ZZ5/ WKN A0Z2ZZ) als spekulativen Kauf ein.

Die Geschäftszahlen von freenet für 2009 würden eine deutliche Sprache sprechen: Nur dank der Debitel-Übernahme im Sommer 2008 habe der Mobilfunkkonzern seinen Umsatz um 31% auf 3,6 Mrd. Euro steigern können. Das Betriebsergebnis habe sich auf lediglich 121 Mio. Euro belaufen. Nach Zinsen und Steuern wäre davon kaum etwas übrig geblieben, hätten nicht die Verkäufe des DSL-Geschäfts an United Internet und der Strato-Gruppe an die Deutsche Telekom für einen außerordentlichen Gewinn von über 240 Mio. Euro gesorgt. Der Konzernüberschuss habe insgesamt bei 256 Mio. Euro bzw. 2 Euro je Aktie gelegen.

Für 2010 habe Vorstandschef Christoph Vilanek trotz sinkender Umsätze eine Dividende von bis zu 1 Euro je Aktie anvisiert. Beim Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern solle mit 350 bis 380 Mio. Euro in etwa das Niveau des Vorjahres erreicht werden. Der Gewinn vor Steuern solle gegenüber dem Vorjahr zulegen, was einem Ergebnis von mehr als 0,13 EUR je Aktie entspreche. Es sei daher nach Einschätzung der Experten nicht verwunderlich, dass Aktionäre und Analysten bei dieser Prognose nicht vor Freude in die Luft springen würden.

Für substanzorientierte Investoren ist die freenet-Aktie nach Einschätzung der Experten der "BÖRSE am Sonntag" ohnehin zu riskant. Die immateriellen Vermögenswerte würden das bilanzielle Eigenkapital um rund 800 Mio. Euro übersteigen. Vielleicht sei dennoch gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Einstieg in den Titel. Die verkaufswilligen Anteilseigner seien im Großen und Ganzen ausgestiegen, und aus charttechnischer Sicht stünden die Chancen nicht schlecht. Zum einen sei der mittelfristige Aufwärtstrend intakt, solange die Unterstützung bei 8,80 Euro halte - bei 9 Euro verlaufe zudem der 200-Tage-Durchschnitt - zum anderen sei auch der im Februar erfolgte Ausbruch über den Widerstand von 10,50 Euro ein gutes Zeichen gewesen. Sollte sich der Aktienkurs demnächst über diesem Niveau etablieren, sei erst einmal Luft bis zwölf Euro.

Für höhere Kursregionen werde es jedoch schwer. Denn der Wettbewerb um Kunden sei hart. Vor allem um die umsatzstarken Nutzer von Smartphones würden die Vertriebsorganisationen mit aller Macht ringen. Daher sei es kein Wunder, dass Konzernchef Vilanek bei diesen Rahmenbedingungen auch ungewöhnliche Erlösquellen nicht verschmähe. In den eigenen Läden solle bald auch Strom und Gas angeboten werden. Der Vertrag zum Stromvertrieb stehe kurz vor der Unterschrift.

Das Papier sei unter Ertragsaspekten günstig bewertet, verspreche im kommenden Jahr eine weit überdurchschnittliche Dividendenrendite und habe aus charttechnischer Sicht gute Chancen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Zwar könnten die hohe Verschuldung, der enorme Wettbewerbsdruck im Mobilfunkgeschäft und eine eventuelle Aktienplatzierung von United Internet den Aktienkurs belasten, das Risiko eines Engagements sei jedoch limitiert, weil der knappe Stopp von 8,50 Euro potenzielle Verluste in Grenzen halte.

Die Experten der "BÖRSE am Sonntag" stufen die Aktie von freenet mit dem Anlageurteil "spekulativer Kauf" ein. (Ausgabe11 vom 21.03.2010) (22.03.2010/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de