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Analysen - Marktberichte
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19.03.2010
STOXX 600 erklimmt neues Jahreshoch
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Die Aussage der FED den Leitzinssatz weiterhin "for an extended period of time" auf dem historischen Tief zu halten und der besser als erwartete ZEW-Index sorgten für positive Impulse am Aktienmarkt in Europa, berichten die Analysten der Erste Bank.
Der STOXX 600 sei um 1,40% auf 261 Punkte - einen neuen Jahreshöchststand - gestiegen, der EURO STOXX 50 sei um 0,62% geklettert. Der DAX habe den wichtigen Widerstand bei 6.000 Punkten überwinden können (+1,41%). Positiv stimme die Analysten die anhaltende Marktbreite in Europa - 17 der 19 Sektoren im STOXX 600 seien diese Woche gestiegen. Die Branche der Reiseunternehmen und die Rohstoffproduzenten seien mit einem Plus von fast 3% die Wochengewinner gewesen. Die defensiven Versorger und Telekoms hätten ein marginales Minus gezeigt.
Die Luxushändler seien zurück. Nach Louis Vuitton und Hermès habe jetzt auch Gucci mit kletterndem Umsatz überrascht. Teure Uhren und kostbarer Schmuck würden sich nach der Krise wieder gut verkaufen. Für die Tochter von PPR sei es so in Q4 überraschend gut gelaufen: Die Umsätze seien um 3,1% geklettert. Allein in China sei Guccis Umsatz im vergangenen Jahr 46% nach oben geschossen. Die Aktie von PPR habe positiv auf die Nachrichten reagiert, habe den Widerstand bei EUR 90 überwinden können und notiere nun bei EUR 96. Bei Hermes sei es noch besser gelaufen. In Q4 seien der Umsatz um 12% und der Gewinn um 17% gestiegen.
Air Berlin habe ihren Nettoverlust im vergangenen Jahr auf EUR 9,5 Mio. von einem Minus von EUR 83,5 Mio. im Jahr davor verringert. Air Berlin habe sich verstärkt auf rentable Verbindungen konzentriert und damit die Auslastung der Flugzeuge verbessert und die Durchschnittserlöse gesteigert. Die Fluglinie habe vom regen Zulauf an Geschäftsreisenden profitiert, die im Krisenjahr etablierten Airlines den Rücken gekehrt hätten und zu Billigfliegern gewechselt seien. Mittlerweile habe die Fluggesellschaft rund 1.200 Firmenverträge, vor einem Jahr seien es noch 800 gewesen.
SGL CARBON sei im vergangenen Jahr wegen der Konjunkturkrise und hoher Sonderabschreibungen in die roten Zahlen gerutscht. Der Konzernverlust stehe für 2009 bei EUR 60,3 Mio. nach einem Gewinn von EUR 190,5 Mio. im Jahr 2008. Vor Zinsen und Steuern habe man EUR 36,4 Mio. verdient, ein Minus von 88% binnen Jahresfrist. Der Umsatz sei um 24% auf EUR 1,2 Mrd. gefallen. Für 2010 stelle man einen leicht steigenden Umsatz in Aussicht. Der operative Gewinn werde vor Sondereinflüssen nahe dem des Vorjahresniveaus liegen. Die Aktie zeige seit Oktober 2009 einen fallenden Trend und habe diese Woche um 7% nachgegeben.
Die Beziehungen zwischen Rio Tinto und Chinalco würden nach dem geplatzten Milliarden-Deal im vergangenen Jahr wieder in Ordnung kommen. Rio Tinto habe angekündigt, mit Chinalco ein Joint-Venture für die Gewinnung von Eisenerz im westafrikanischen Guinea zu gründen. Nach Angaben von Rio Tinto würden sich in Simandou die weltweit größten unerschlossenen Eisenerz-Lager befinden. Rio Tinto werde seinen Anteil in Höhe von 95% an der Holding in das Joint-Venture einbringen.
Der chinesische Staatskonzern wiederum zahle USD 1,35 Mrd. für 47% an dem gemeinsamen Projekt, das unter anderem den Bau einer 740km Eisenbahnstrecke durch Guinea vorsehe. Guinea selbst habe die Option, sich mit bis zu 20% an dem Projekt zu beteiligen. Derweil beginne am Montag in China der viel beachtete Prozess gegen vier angeklagte Rio Tinto-Mitarbeiter. Ihnen werde Bestechlichkeit und Wirtschaftsspionage vorgeworfen.
Nach einem Gewinnsprung im vierten Quartal halte der Chemiekonzern LANXESS die Krise für weitgehend überwunden, da insbesondere aus China und Indien weiter zunehmend positive Wachstumssignale kommen würden - vor allem im Kautschuk-Bereich. Im Schlussquartal sei der um Sondereinflüsse bereinigte operative Gewinn wie erwartet um 66% auf EUR 144 Mio. gestiegen. HeidelbergCement wolle trotz herber Einbußen im abgelaufenen Jahr eine stabile Dividende zahlen. Pro Aktie sollten erneut EUR 0,12 ausgeschüttet werden.
Nächste Woche stünden die Unternehmenszahlen von Bank of Greece, Eurasian Natural Resources, Intesa Sanpaolo, Jubilee Platinum, Ora Capital und Sunways. Des Weiteren berichte aus dem STOXX 600 Telecom Italia. Auf der Makroseite stünden der ifo-Index und die EMIs an. (19.03.2010/ac/a/m)
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