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Analysen - TecDAX
18.03.2010
Wirecard kaufen
SES Research/ Warburg Gruppe

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Jochen Reichert, stuft die Wirecard-Aktie (ISIN DE0007472060/ WKN 747206) nach wie vor mit dem Rating "kaufen" ein.

In der Studie vom Juli 2008 ("What really matters") sei das Thema Gambling ausführlich untersucht worden. Die wesentlichen Schlussfolgerungen seien gewesen: Gambling und Adult Entertainment seien Internet-Pioniere und daher die ersten Geschäftsmodelle gewesen, die softwarebasiertes Risikomanagement und internetbasierte Zahlungsabwicklung benötigt hätten. Entsprechend sei vor 2004 der Anteil des Gambling-Transaktionsvolumens bei Wirecard deutlich über 50% gewesen.

Wirecards's E-Wallet Click2Pay sei auf nahezu allen Casino- und Pokerplattformen als Zahlungsmittel zugelassen. Im Geschäftsjahr 2010e dürfte Click2Pay mit einem geschätzten Transaktionsvolumen von EUR 120 Mio. trotz der hohen Transaktionsmargen (mehr als 5%) eine untergeordnete Rolle spielen.

Die Industrien E-Commerce und Airline/Travel dürften deutlich geringere Transaktionsmargen erzielen als Gambling. Wenn Gambling einen Anteil von rund 25% am Transaktionsvolumen habe, sollte der Anteil am EBIT deutlich mehr als 25% sein.

Damit sei das "Risikoprofil" spätestens seit 2008 bekannt und daher nichts Neues. Gambling bilde weiterhin eine wichtige Säule für die Erträge und Cash Flows. Daher sei eine der wesentlichen Fragen, inwieweit durch rechtliche Restriktionen oder durch die Abwicklung von nicht MasterCard- oder Visa Card konformen Transaktionen die Stabilität und Nachhaltigkeit der Cash Flows aus Gambling-Geschäften gefährdet sein könnten. Das heiße, es gehe letztendlich um ein regulatorisches Risiko, dass die Kreditkartenorganisationen ihre Bestimmungen für Gambling ändern und bestimmte Transaktionen nicht mehr zulassen würden.

Beispielsweise hätten die Kreditkartenorganisationen in den USA im Februar damit begonnen, Online-Gambling-Transaktionen zu unterbinden. Wirecard sollte davon nicht betroffen sein. Das regulatorische Risiko bestehe inhärent seit Erwerb der Banklizenz (zur Überwachung hierfür habe Wirecard eine eigene Compliance-Abteilung).

Einige Argumente würden dafür sprechen, dass weltweit Gambling eher liberalisiert werde und gegenwärtig weltweit die Spitze in der Regulierung erreicht worden sei. Bei Poker handle es sich um Lifestyle-Produkte. Die Regierungen dürften zu der Einsicht gelangen, dass Internet-Poker durch Gesetze nicht zu unterbinden sei. Zudem seien innerhalb Europas Liberalisierungstendenzen zu erkennen (z.B. Italien, Spanien).

Darüber hinaus dürften Regierungen nach neuen (oder alten) Einnahmenquellen suchen. Eine Gambling-Tax wäre für jedes Land eine nicht unerhebliche Einnahmequelle. Im "Schütt-Fall" sei bei der Wirecard Bank AG ein Konto eröffnet worden, das zu mutmaßlich illegalen Transaktionen genutzt worden sei. Zum einen sei nicht nur bei der Wirecard Bank AG ein Konto eingerichtet worden, sondern auch bei einer Reihe von US-amerikanischen und europäischen Banken. Zum anderen gebe es derzeit aus Sicht der Analysten keine Evidenz dafür, dass Wirecard aktiv in ein System illegaler Transaktionen involviert sei.

Die momentan diskutierten Themen im Zusammenhang mit Gambling seien thematisch nichts Neues und seit Jahren bekannt. Für die Verwicklung in ein illegales Transaktionssystem gebe es bisher keine Evidenz.

Die Analysten von SES Research bewerten die Wirecard-Aktie weiterhin mit "kaufen". Das Kursziel werde unverändert bei EUR 11,50 gesehen. (Analyse vom 18.03.2010) (18.03.2010/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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