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Analysen - Neuer Markt
14.05.2002
Tele Atlas reduzieren
Commerzbank

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Die Analysten von der Commerzbank stufen die Aktien der Tele Atlas N.V. (WKN 927101) von "halten" auf "reduzieren" herunter. Das Kursziel sehe man bei 2,50 Euro.

Tele Atlas, einer der führenden Anbieter von digitalen Karten für Bordnavigationssysteme in Kraftfahrzeugen sowie für ortsgebundene Dienste, habe am 13. Mai 2002 seine Ergebnisse für das 1. Quartal bekannt gegeben.

Im 1. Quartal habe Tele Atlas einen Umsatz von 18,8 Mio. Euro (+19% ggü. Vj.) in beiden Produktklassen (sowohl Navigation als auch Datenbankprodukte für geografische Informationssysteme/ortsgebundene Dienste) ausgewiesen, wobei diese jeweils ähnliche Wachstumsraten aufgewiesen haben. Der wichtigste Umsatztreiber im Navigationsbereich habe sich aus einer günstigen Austauschquote von 30% bei veralteten Navigations-CD-ROMs ergeben. Darüber hinaus sei die Kostenbasis in Europa durch entsprechende Sparmaßnahmen um 9,4% reduziert worden. Aufgrund gestiegener Abschreibungen auf die Datenbanken und eines sich verschlechternden Finanzergebnisses bleibe der Nettoverlust nahezu unverändert bei -4,9 Mio. Euro (1. Quartal 2001: -4,8 Mio. Euro). In keinem seiner Bereiche habe Tele Atlas ein positives EBIT auf gewiesen.

Im Jahr 2001 habe Tele Atlas einen negativen Free Cash-Flow von –75 Mio. Euro erwirtschaftet, wovon 34,2 Mio. Euro für die Entwicklung der US-Datenbank aufgewendet worden seien. Für dieses Jahr rechne das Unternehmen ebenfalls mit einem negativen Cash-Flow von –75 Mio. Euro (wovon 9,3 Mio. Euro als Tranche zur Zahlung der im Jahr 2000 erfolgten Übernahme von Etak verwendet würden). Bei der Commerzbank gehe man davon aus, dass Tele Atlas seine gesamte Barmittelposition im 3. Quartal 2003e erschöpft haben werde. Für die Zeit danach erwarte man für das Unternehmen einen zusätzlichen Kapitalbedarf. Positive Cash-Flows würden nicht vor 2005 erwirtschaftet.

Die Hauptumsatzquelle für Tele Atlas sei der Vertrieb von CD-ROMs für Navigationssysteme in Kraftfahrzeugen. Ende dieses Jahres würden Systeme am Markt eingeführt, die einen zeitlich begrenzten Zugriff auf Navigationsdaten ermöglichten. Darüber hinaus dürften es mobilfunkbasierte Navigationssysteme mit Pay-per-Use-Preismodellen den Anbietern ermöglichen, ihre Kundenbasis erheblich auszuweiten. Andererseits glaube man bei der Commerzbank nicht, dass sich das derzeitige Preisniveau (derzeitige Einzelhandelspreise von 125 Euro) halten lasse, und man gehe daher von zusätzlichem Preisdruck aus. Daher habe man die Prognose für das Umsatzwachstum zwischen 2001 und 2004e auf eine CAGR von 26% gesenkt.

Der US-Markt für Navigationssysteme für Kraftfahrzeuge weise immer noch keine Anzeichen für einen Aufschwung auf. Die für 2004 erwartete massenhafte Einführung von Navigationsdiensten durch die Bündelung mit Verkehrsinformationen (was die Vermeidung von Verkehrsstaus ermögliche) sei immer noch fraglich. Da "traditionelle" Navigationssysteme in den USA kaum Anklang finden würden, sei es in zweifelhaft, ob sich aus den rund 250 Mio. Euro, die Tele Atlas in den USA investiert habe, eine Wertschöpfung ergebe.

Tele Atlas verhandele mit OEMs sowie mit Hardwareherstellern über den Zugang zu zusätzlichen Plattformen (wie beispielsweise Harman Becker). Bei der Commerzbank gehe man davon aus, dass die Hardwarehersteller zunehmend eine Zweitlieferantenstrategie verfolgen und somit ihre Plattformen für beide Inhaltsanbieter öffnen würden, also sowohl für Tele Atlas als auch für NavTech. Als Hauptergebnis aus dieser Entwicklung sehe man einen wachsenden Preisdruck, da die derzeitigen Monopole der Inhaltsanbieter verschwinden würden.

Nach der starken Kursentwicklung in den letzten Monaten habe Tele Atlas mittlerweile ein anspruchsvolles Bewertungsniveau erreicht. Der derzeitige Wert werde jedoch vollständig über den Terminal Value erzeugt. Tele Atlas werde als fokussierter Inhaltsanbieter einer der langfristigen Gewinner in der Telematikindustrie sein.

Bei der Commerzbank wird der Tele Atlas-Aktie mit "reduzieren" ein niedrigeres Rating verliehen.



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