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Analysen - Ausland
16.04.2002
Endesa nachkaufen
Nord LB

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Bei Kursschwäche Aktien der Endesa S.A. (WKN 871028) ordern, dies ist die Empfehlung vom Researchteam der Norddeutschen Landesbank.

Für das Gesamtjahr 2001 habe Endesa trotz schwieriger Umstände noch vergleichs-weise gute Zahlen vorlegen können. Die meisten Teilergebnisse habe man halten oder leicht steigern können. Die Argentinien-Krise sei allerdings nicht spurlos an dem Konzern vorbeigegangen. In Argentinien erziele Enersis, die südamerikanische Tochter, immerhin 20% des Umsätze in dieser Region. Die Peso-Abwertung in Argentinien habe mit 84 Mio. Euro zu Buche geschlagen. Dies habe Endesa aber durch gute Ergebnisse in Chile und Brasilien teilweise kompensieren können.

Insgesamt sei der operative Gewinn im internationalen Geschäft um 9,3% auf 1,42 Mrd. Euro gesteigert worden. Auf dem heimischen Markt habe der Konzern den operativen Gewinn um 6,7% auf rund 1,8 Mrd. Euro und den Umsatz um 3,6% auf 10,09 Mrd. Euro verbessert können. Zudem habe man Marktanteile gegenüber dem von Wasserkraft stärker abhängigen Konkurrenten Iberdrola zurückgewinnen können. Im Bereich Telekommunikation (AUNA) und den übrigen Sektoren sei ein operativer Verlust von 47 Mio. Euro bekannt gegeben worden. Im Rahmen des Kosteneinsparungsprogramms Genesis habe man auch Erfolge verbuchen können. Danach seien die Kosten im letzten Jahr um 5,7% reduziert worden.

Die Strategie, in Europa zu expandieren, werde weiter fortgesetzt. So sei der Anteil an Endesa Italia - vormals Elettrogen - um 5,7% auf 51% angehoben worden. Der Verkäufer sei die spanische Großbank Santander Central Hispano. Der Kaufpreis habe 126,9 Mio. Euro betragen. Der Erwerb sei keine Überraschung gewesen, da Endesa diesen Schritt bereits in ihren strategischen Planungen für die Jahre 2002 bis 2006 angekündigt hatte. Die Fokussierung auf die Länder Frankreich, Portugal und Italien werde damit nochmals unterstrichen.

Die Analysten der Norddeutschen Landesbank rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von 16,5 Milliarden Euro sowie einem Jahresüberschuss (JÜ) von 1,6 Milliarden Euro. Nächstes Jahr sollen die Erlöse auf 17,2 Milliarden Euro steigen und der JÜ bei 1,7 Milliarden Euro liegen.

In den nächsten Jahren sei insbesondere Europa im Fokus für die Erweiterung der Kernbereiche von Endesa. Zudem sollen auf dem spanischen Markt die Gas-Aktivitäten weiter ausgebaut werden, um so teilweise die negativen Effekte der Strom-Preisliberalisierung zu kompensieren. Insgesamt plane Endesa zwischen 2002 und 2004 den Verkauf von strategisch nicht notwendigen Aktiva in der Größenordnung um 5 Mrd. Euro. Bis 2006 sollen dann Investitionen in Höhe von rund 13 Mrd. Euro vorgenommen werden. Diese beziehen sich überwiegend auf die Kernbereiche Elektrizität und Kundenservice. Vergleichsweise hoch sei die Nettoverschuldung. Rund 40% des Betriebsergebnisses müssen für Zinszahlungen aufgewendet werden. Charttechnisch sei derzeit noch eine Bodenbildung im Gange.

Das Researchteam der Norddeutschen Landesbank bleibt bezüglich den Endesa-Aktien bei ihrer Empfehlung akkumulieren.



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