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Analysen - Nebenwerte
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23.02.2010
SOLON kaufen
SRH AlsterResearch
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Oliver Drebing, stuft die SOLON-Aktie (ISIN DE0007471195/ WKN 747119) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die vorläufigen Eckdaten zum Geschäftsjahr 2009 würden von der Trenderholung des operativen Geschäfts im vierten Quartal zeugen, gleichzeitig seien sie tief durchzogen von der Bereinigung der Bilanz. Je Aktie entspreche das nunmehr auf 106 Mio. EUR geschrumpfte Eigenkapital knapp 8,50 EUR.
Im Neunmonatsbericht, noch vom Ende Januar als CEO abgelösten Thomas Krupke präsentiert, sei das Eigenkapital mit 233 Mio. EUR oder 18,60 EUR je Aktie angesetzt gewesen, im Jahresgeschäftsbericht 2008 mit 376 Mio. EUR oder 30,00 EUR je Aktie. Mit dem Schlussquartal seien Abschreibungen auf Forderungen gegen die Tochter Estelux (Italien, Produktion von Solarsilizium) in Höhe von 51 Mio. EUR verbucht worden.
Seit Vorlage des Neunmonatsberichts habe SOLON zudem Lagerabwertungen des Materialbestandes von knapp 24 Mio. EUR vorgenommen. Weitere Sonderposten würden Rückstellungen für das Italien-Geschäft und auf erwartete und nicht mehr operativ aufzufangende Absatzpreisreduktionen von zusammen 26 Mio. EUR, direkten Restrukturierungsaufwand von 3 Mio. EUR sowie zusätzliche Bilanzanpassungen um 28 Mio. EUR betreffen. Für das gesamte Geschäftsjahr würden sich die zwangsläufigen und vorsorglichen Sondereffekte auf 239 Mio. EUR belaufen.
Die für das laufende Geschäftsjahr angepeilte Geschäftserholung mit einem ausgeglichen Ergebnis auf EBIT-Ebene sei dennoch keine Phantasterei. SOLON müsse finanziell restrukturiert werden, und es müssten alle Prozesse, alle Beziehungen zu Vorlieferanten und Abnehmern (Großhandel) an die veränderten Marktgegebenheiten "brutal" angepasst werden. Dabei sei das Unternehmen auf gutem Wege. SOLON habe in Q4 nochmals eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der Bindung von Betriebsmitteln erzielt.
Einschließlich des Eingangs der letzten aus dem Spaniengeschäft 2008 resultierenden Forderungsbeträge habe der operative Cash flow in Q4 +60 Mio. EUR betragen (Gesamtjahr: +90 Mio. EUR). Dazu nennenswert beigetragen habe der vollzogene Übergang zu einer "production on demand", also der Modulfertigung nur bei Vorliegen fester Abnahmevereinbarungen. Die Vorratsmenge sei innerhalb eines Jahres um 30% verringert worden trotz eines Unternehmensrekords im Produktionsausstoß von 57 MW in Q4.
Auch wenn von der Klimaerwärmung derzeit nichts zu spüren sei, tatsächlich bei Kälte und gefrorenen Böden keine Installationen in Deutschland (Umsatzanteil bis zu 30%) vorgenommen würden, sei die aktuelle Nachfragesituation in der Solarbranche hervorragend. SOLON sei des Weiteren aussichtsreich in Italien positioniert (Marktführerschaft; für 2010 angepeilter Umsatzanteil von 30%), und die im letzten Jahr eingeholten Aufträge von Versorgern aus Norwegen (Statkraft) und den USA seien zuversichtlich stimmende Indizien für die Attraktivität des Produktangebots.
Dem Modulhersteller würden die Analysten einen größeren Anteil des entlang der Wertschöpfungskette zu verteilenden Profits zutrauen als in der Vergangenheit. Bislang begünstige auch der Käufermarkt noch nicht die Akteure, die wie SOLON in direkter Geschäftsbeziehung zu Installateuren, Händlern und Endabnehmern stünden. Dies werde sich nach Auffassung der Analysten mittelfristig ändern.
SOLON verhandle über die Umfinanzierung kurzfristiger Verbindlichkeiten von 200 Mio. EUR (Nettofinanzschulden insgesamt: 345 Mio. EUR). Unsere Einschätzung der Aktie geht von einer erfolgreichen Einigung aus, so die Analysten von SRH AlsterResearch. Der neue CEO Stefan Säuberlich sei Experte für Sanierungssituationen, nicht zuletzt für die Kommunikation mit politischen Entscheidern. Er sei gut verdrahtet in Mecklenburg-Vorpommern, wo sich ein Großteil der Produktionskapazität befinde (Greifswald). Auf langfristige Bewertungsbetrachtungen würden die Analysten eine Kurszielformulierung von 14 EUR stützen (bisher: 19 EUR).
Das Anlageurteil der Analysten von SRH AlsterResearch für die SOLON-Aktie lautet unverändert "kaufen". (Analyse vom 23.02.2010) (23.02.2010/ac/a/nw)
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