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Analysen - DAX 100
15.02.2010
Heidelberger Druck spekulativer Kauf
BÖRSE am Sonntag

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Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten der "BÖRSE am Sonntag" stufen die Heidelberger Druck-Aktie (ISIN DE0007314007/ WKN 731400) als spekulativen Kauf ein.

Um sich in der laut Vorstand schwersten Absatz- und Branchenkrise weiter zu behaupten, habe Kostendisziplin immer noch die höchste Priorität für Heidelberger Druck. Außerdem solle sich die Lage mit der geplanten Reorganisation des Konzerns zusätzlich entspannen und es würden weitere Einsparungen über die schon verkündeten 400 Mio. Euro hinaus angepeilt. Im April mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2010/11 gliedere sich der Konzern in die Sparten Produkte und Services sowie Finanzdienstleistungen. Bis jetzt sei er in Drucktechnik und Weiterverarbeitung wie Verpackungsmaschinen aufgeteilt gewesen. In diesen Sparten seien auch die Wartung und der Absatz von Verbrauchsmaterialien abgewickelt worden.

Künftig möchte der Maschinenbauer sein Vertriebsnetz verstärkt dazu nutzen, seinen Kunden Serviceleistungen rund um den Druckbetrieb anzubieten. Als Beispiele habe der Vorstand die Logistik und Versorgung der Druckereien genannt, und man arbeite demnach jetzt an neuen Dienstleistungen. Dabei denke Heidelberger Druck auch über eine Rückkehr in den Digitaldruck nach. Eigene Maschinen möchte man auf diesem Gebiet zwar nicht bauen, möchte hier jedoch durch Kooperationen Fuß fassen. Während 2004 die Aktivitäten im Bereich Digitaldruck aufgegeben worden seien, weil diese nicht die Erwartungen erfüllt hätten, habe sich der Markt unterdessen geändert. Immer häufiger würden in Druckereien auch digitale Anlagen eingesetzt.

Der Ausbau des Servicegeschäfts, das sich als solides Element im sonst zyklischen Geschäft des Konzerns erwiesen habe, solle dazu beitragen, unabhängiger von der Konjunktur zu werden. Mit dieser Strategie liege der Konzern voll im Trend. Da der Verkauf bei Maschinenbauern je nach konjunktureller Lage stark schwanke, versuche man sich über Dienstleistungen anhaltende Erlöse zu sichern, um so einen größeren Teil der Fixkosten zu decken.

Die jüngst vorgelegten Zahlen sowie die gemachten relativ zuversichtlichen Aussagen zur künftigen Geschäftsentwicklung seien bei den Anlegern auf offene Ohren gestoßen. Das Wertpapier habe jüngst einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Möglicherweise hätten auch Übernahmespekulationen geholfen. Wie der Vorstand vor kurzem erläutert habe, müsse es im Markt für Druckmaschinen eine Konsolidierung geben. Zu möglichen Gesprächen habe er sich aber nicht näher äußern wollen.

Alles zusammen könnte somit für spekulative Käufe der Heidelberger Druck-Aktie sprechen, so die Experten der "BÖRSE am Sonntag". Dies gelte ebenfalls mit Blick auf die Charttechnik, habe doch jüngst der seit März 2009 gebildete Aufwärtstrend verteidigt werden können. Das Papier sei aber nichts für schwache Nerven, und man sollte sich auf größere Kursausschläge einstellen. (Ausgabe 6 vom 14.02.2010) (15.02.2010/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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