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Analysen - Nebenwerte
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08.02.2010
GESCO kaufen
GSC Research
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, stuft die Aktie von GESCO (ISIN DE0005875900/ WKN 587590) weiterhin mit "kaufen" ein.
Am 03.02. habe die GESCO-Gruppe ihre Neunmonatszahlen (01.04. bis 31.12.2009) für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 (bis 31.03.) gemeldet. Obwohl die Wuppertaler Mittelstandsholding bereits seit Herbst 2009 erste Signale einer Besserung aus den operativen Gesellschaften bekomme, sei das jetzt vorgelegte Zahlenwerk noch von den massiven Auftragseinbrüchen in den GESCO-Zielbranchen gekennzeichnet gewesen.
Im Einzelnen habe sich der Auftragseingang mit einem Wert von 169,0 (Vj. 305,9) Mio. Euro nahezu halbiert. Da die Unternehmen der GESCO-Gruppe im ersten Quartal des Berichtszeitraumes noch von den aus Boomzeiten stammenden Auftragspolstern profitiert hätten, sei der Umsatz mit knapp 30 Prozent auf 206,7 (293,2) Mio. Euro weniger stark gesunken als der Auftragseingang.
Auf der Ergebnisebene hätten sich die in den letzten Publikationen des Unternehmens und den Research-Notes getätigten Aussagen der Analysten erneut bestätigt. Nachdem die Gesellschaft lange Zeit auf der Ergebnisseite stark von der Fixkostendegression profitiert habe, hätten sich die entsprechenden Kennziffern jetzt zwangsläufig überproportional verschlechtert.
Nichtsdestotrotz operiere die GESCO-Gruppe als Ganzes weiterhin mit Gewinn, was momentan im Maschinenbau nicht selbstverständlich sei. Unternehmensberater berichten, dass selbst manche alteingesessenen und bislang stets gewinnträchtigen Betriebe für 2008 oder 2009 den ersten Verlust seit dem Zweiten Weltkrieg bekannt geben mussten bzw. werden, so die Analysten von GSC Research.
Das EBITDA habe sich auf 19,6 (40,3) Mio. Euro halbiert. Das operative Ergebnis (EBIT) habe als Folge der an die Investitionen gekoppelten gleich gebliebenen Abschreibungen mit einem Wert von 11,5 (32,6) Mio. Euro nur noch ein Drittel des vergleichbaren Vorjahreswertes erreicht. Das Finanzergebnis habe sich hingegen um 0,8 Mio. Euro auf minus 2,0 (-2,8) Mio. Euro verbessert. Ursächlich hierfür seien neben den üblichen Posten auch die nach IFRS hier verbuchten und im Berichtszeitraum zurückgegangenen Anteile der beteiligten Geschäftsführer an Personengesellschaften der GESCO-Gruppe gewesen.
Der Periodenüberschuss nach Steuern und Anteilen Dritter (an Kapitalgesellschaften) sei um zwei Drittel auf 6,1 (18,4) Mio. Euro eingebrochen, was mit einem Ergebnis je Aktie von 2,01 (6,07) Euro einhergegangen sei. Auch wenn das absolute Niveau vor dem Hintergrund der Rekordzahlen des Vorjahres unbefriedigend ausgefallen sei, seien die jetzt gemeldeten Zahlen von den Analysten in dieser Höhe erwartet worden und seien gemessen an den Rahmenumständen als akzeptabel einzustufen.
Die jetzt vorgelegten Neunmonatszahlen der GESCO AG hätten nach Einschätzung der Analysten keine Überraschungen geborgen und seien im Rahmen ihrer Erwartungen ausgefallen. Insgesamt seien die Kennziffern noch von der schweren Rezession im Maschinenbau gekennzeichnet gewesen, der ein Kernelement der GESCO-Beteiligungspolitik bilde.
Nichtsdestotrotz würden die Analysten in Übereinstimmung mit dem Management und dem wichtigen Branchenverband VDMA (Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer) jetzt den berühmten "Silberstreif am Horizont" sehen. In welchem Ausmaß die erwartete Erholung der Branche eintrete, sei jedoch ihres Erachtens noch unklar.
Vor diesem Hintergrund würden die Analysten aus Sicherheitsgründen unverändert in einem Teilbereich ihres Bewertungsmodells mit dem GESCO-Gewinn des laufenden Geschäftsjahres 2009/10 (bis 31.03.) rechnen. Nach Bekanntgabe der offiziellen GESCO-Prognose Ende Juni sollten auch die konjunkturellen Vorhersagen für 2010 belastbarer sein als zum gegenwärtigen Zeitpunkt, so dass die Analysten dann eine Bewertung auf Basis ihrer Schätzungen für 2010/11 für opportun halten würden.
Da die Mehrzahl der Börsenteilnehmer ähnlich zu denken scheine, sei die GESCO-Aktie derzeit sehr zurückhaltend bewertet, so dass der Titel selbst auf Basis des im Vergleich zu den Vorjahren sehr niedrigen Gewinns je Aktie nach wie vor ein Kurspotenzial von knapp einem Fünftel besitze.
Die Analysten von GSC Research erneuern deshalb ihre Kaufempfehlung für die GESCO-Aktie mit einem unveränderten Kursziel von 45 Euro. Die derzeitige Phase sei eine gute Gelegenheit für Anleger, in Form der GESCO-Aktie in den nicht börsennotierten Mittelstand in einer der deutschen "Vorzeigebranchen", dem Werkzeug- und Maschinenbau, zu investieren. (Analyse vom 08.02.2010) (08.02.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen halten an dem analysierten Unternehmen eine Beteiligung in Höhe von mindestens 1 Prozent des Grundkapitals. Weitere mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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