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Analysen - TecDAX
18.01.2010
Q-Cells reduzieren
Oldenburgische Landesbank

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Oldenburg (aktiencheck.de AG) - Christoph Siebecke, Analyst der Oldenburgischen Landesbank, stuft die Aktie von Q-Cells (ISIN DE0005558662/ WKN 555866) unverändert mit "reduzieren" ein.

Ähnlich frostig wie in diesem Winter sehe es auch in der Bilanz von Q-Cells aus. Das Jahr 2009 sei wirtschaftlich eine Katastrophe gewesen, der Gesamtverlust werde die Milliardenschwelle durchbrechen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2009 seien die Umsatzerlöse um 41% auf 550,3 Mio. Euro zurückgegangen.

Hier seien zwei Faktoren zusammengekommen, zum einen hätten weniger Solarzellen abgesetzt werden können und zum anderen seien die Preise um rund 50% zurückgegangen. Q-Cells weise dabei eine relative Schwäche gegenüber den Wettbewerbern auf, da der weltweite Markt in 2009 stagniert habe und nicht geschrumpft sei.

Experten würden für 2010 weltweit wieder von einem Wachstum von 40 bis 60% ausgehen. Die Überkapazitäten seien dennoch enorm und würden die Nachfrage um den Faktor zwei übersteigen. Q-Cells müsse also den Rotstift ansetzen, um wieder profitabel zu arbeiten. Infolge des Sparprogramms Reloaded seien 500 Stellen gestrichen worden, daneben seien vier Produktionslinien am Stammsitz Thalheim stillgelegt worden.

Insgesamt sollten die Kosten für die Zellfertigung so um rund 25% reduziert werden. Gleichzeitig versuche man mit den Zulieferern neue Preise für die Lieferung von Wafern (Vorprodukt für die Solarzellenherstellung) auszuhandeln, um so die Einkaufspreise zu drücken. Aufgrund der in der Vergangenheit abgeschlossenen Lieferverträge habe Q-Cells hohe Preise zahlen müssen, was die Marge zusätzlich geschmälert habe.

Die Blase in der Solarbranche sei mit einem großen Knall geplatzt. Die bis Herbst 2008 boomende Nachfrage nach Solarzellen und -modulen sei mit Beginn der Finanzkrise (Lehman-Pleite) über Nacht kollabiert, da Banken keine Finanzierung mehr für großflächige Solarparks zur Verfügung gestellt hätten. Gleichzeitig seien in China neue Wettbewerber auf den Markt getreten, die wesentlich günstiger produzieren könnten. Dieser Umstand verschärfe den Preisverfall und das Überangebot weiter.

Aus dem High-Tech Produkt sei ein Massenprodukt geworden, das nur noch mit hohen Preisnachlässen in die Märkte gedrückt werden könne. Weiteres Ungemach drohe den Solarherstellern von der Regulierungsseite, solle doch die Einspeisevergütung in Deutschland deutlich drastischer gesenkt werden als bislang angenommen. Bei einer Exportquote von nur noch 44,3% würde die Senkung der Vergütungssätze Q-Cells entsprechend hart treffen. Auch das Management wage für 2010 keine Prognose.

Aufgrund der insgesamt negativen Nachrichten und der sehr ungewissen Zukunftsaussichten bestätigen die Analysten der Oldenburgischen Landesbank ihr Votum für die Aktie von Q-Cells und raten weiter dazu, Bestände zu reduzieren. (Analyse vom 18.01.2010) (18.01.2010/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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