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Analysen - Nebenwerte
28.01.2010
PATRIZIA Immobilien halten
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Frank Neumann, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die PATRIZIA Immobilien-Aktie (ISIN DE000PAT1AG3/ WKN PAT1AG) unverändert mit dem Rating "halten" ein.

In den vergangenen Tagen habe PATRIZIA Immobilien verschiedene Transaktionen getätigt. Als erstes habe das Unternehmen zwei Blocktransaktionen gemeldet, in deren Rahmen 220 Wohneinheiten zu 39,1 Mio. EUR veräußert worden seien. Die jeweiligen Multiple zur Netto-Ist-Miete hätten bei 26 bzw. 20 gelegen. Die Umsätze würden dabei noch im Jahr 2009 gebucht. Dieser Verkauf sollte die Nettofinanzverbindlichkeiten des Konzerns (zum 9M 2009: 1,0 Mrd. EUR) aus Sicht der Analysten weiter senken. Sie würden davon ausgehen, dass im Laufe des Jahres die Anzahl von Blockverkäufen an Momentum gewinnen werde. Vor allem kleinere Verkäufe sollten realisiert werden.

Als nächstes habe die PATRoffice Real Estate, an welcher der Konzern mit 6,25% beteiligt sei und für die er für die darin enthaltenen Immobilien Asset- und Sales-Management übernehme, ein kleineres Gewerbeobjekt über den aktuellen Marktwert verkauft. Zuletzt sei die Konzeption zweier neuer Fonds mit einem Volumen von 185 Mio. EUR ("VPV Immo PATRIZIA I") und 300 Mio. EUR ("Urbanitas") vermeldet worden. Beide Fonds seien jeweils in der Hand von Privatanlegern. Insgesamt verwalte die Kapitalanlagegesellschaft der PATRIZIA Immobilien nun in vier Fonds (zu den oben genannten seien es noch der "German Residential Fund I" und "Euro City Residential Fund I") ein Investitionsvolumen von 1,3 Mrd. EUR.

Die beiden letzten Transaktionen würden vor allem im Service-Segment über Verwaltungs- und Transaktionsgebühren für Wachstum sorgen. Es scheine somit Schwung in dieses Segment zu kommen, aber nach Erachten der Analysten bisher zu wenig, um die eigene Guidance von 2,0 Mrd. EUR Assets under Management für Dritte bis zum Jahresende zu erreichen.

Folgende positive und negative Effekte sollten beachtet werden: Das Segment Service etabliere sich vermehrt als die zweite bedeutende Säule des Konzerns (Umsatzanteil 5,1% in 9M 2009), der Ausbau gehe stetig voran. Dieses Jahr würden weitere Wohnimmobilienbestände in den Vertrieb gehen, somit sollte es in 2010 zu mehr Blocktransaktionen als 2009 kommen. Die Guidance eines positiven operativen Ergebnisses (ohne Einfluss von Bewertungsgewinnen bzw. -verlusten) sollte eingehalten werden.

Operativ sei das Unternehmen weiterhin noch schwach. In diesem Jahr müssten Kredite über 140 Mio. EUR neu verhandelt werden; dies sollte gelingen, aber vorerst das Sentiment belasten. Die Eigenkapitalquote sei mit ca. 20% relativ gering, aber das Eigenkapital je Aktie liege mit 5,28 EUR weit über dem Aktienkurs.

Die Analysten würden davon ausgehen, dass die operative Entwicklung des Unternehmens in den kommenden Quartalen wieder etwas mehr an Dynamik gewinnen werde. Vor allem die Anzahl der Block-Sales sollte ansteigen; sie würden ein Wachstum beim Transaktionsvolumen von min. 10% gegenüber 2009 erwarten. Bei den Privatisierungen sollte nach Erachten der Analysten mindestens das Niveau von 2009 erreicht werden (2009e: 95 Mio. EUR). Im Service-Bereich würden sie nunmehr mit 14 Mio. EUR Umsatz in 2010 (2009e: 10,5 Mio. EUR) rechnen.

Ihr Kursziel von 3,50 EUR (alt: 4 EUR) würden die Analysten anhand ihres Peer-Goup-Vergleichs festlegen, dieser vergleiche die Parameter EV/Umsatz, EV/EBIT, KGV und KBV. Die Bekanntgabe der Jahreszahlen 2009, die gegebenenfalls mit der Publikation einer Guidance verbunden seien, könnte für Upside-Potenzial sorgen.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe raten weiterhin die PATRIZIA Immobilien-Aktie zu halten. (Analyse vom 28.01.2010) (28.01.2010/ac/a/nw)



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