|
Analysen - DAX 100
|
18.12.2009
Südzucker kaufen
Bankhaus Lampe
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Marc Gabriel, rät unverändert zum Kaufen der Südzucker-Aktie (ISIN DE0007297004/ WKN 729700).
Der Weltmarktpreis für Zucker bleibe mit 670 USD (ca. 465 EUR) auf Rekordniveau und liege oberhalb des EU-Referenzpreises von 404 EUR, hinzu kämen die Prämien der Produzenten. Während Südzucker im Vorjahr auf den Erzeugerreferenzpreis von 428 EUR lediglich eine Prämie von 30 EUR bei den Jahresverträgen mit den Kunden habe durchsetzen können, liege diese Prämie im laufenden Zuckerwirtschaftsjahr bei 60 bis 70 EUR/t, womit Südzucker einen Zuckerpreis (464 bis 474 EUR/t) habe durchsetzen können, der um bis zu 3,5% höher liegen dürfte als der Vorjahreswert.
Zudem würden die Zuckerverbände in diesem Jahr mit einer um fast 17% höheren Zuckererzeugung aus den Rüben rechnen. Dieses Wachstum dürfte ebenfalls für Südzucker gelten, die damit in diesem Jahr auf 4,9 Mio. t (Vj.: 4,2 Mio. t) produzierten Zucker kommen könne. Damit seien die Voraussetzungen für eine gute Ergebnisentwicklung im laufenden Jahr gegeben.
Zudem habe das Unternehmen im Zuge der Restrukturierung Kosteneinsparungen vorgenommen, die ab 2010/11 voll zur Wirkung kommen dürften und rund 142 Mio. EUR p.a. betragen sollten. Die bislang noch fehlenden Quotenrückgaben in Höhe von 0,2 Mio. t an die EU könnten angesichts der aktuellen Marktlage (hohe Weltmarktnachfrage) von der EU auch verworfen werden, was für die Südzucker, die höhere Quotenrückgaben getätigt habe, eine leichte Benachteiligung gegenüber dem Wettbewerb bedeuten würde. Auf die Ergebnissituation werde sich diese Thematik jedoch nicht mehr negativ auswirken.
Bei den seit zwei Monaten zugelassenen Importen aus den Low-Developed-Countries (LDC) sei ein massiver Anstieg der Importe bislang ausgeblieben, was angesichts des Weltmarktpreisniveaus verständlich sei. Jedoch sei es nach Erachten der Analysten noch zu früh, um bereits eine eindeutige Tendenz zu erkennen. Die Importe von raffiniertem Zucker aus den LDC-Ländern dürften auf bis zu 4 Mio. t in diesem Zuckerwirtschaftsjahr (1.10.09 bis 30.09.10) steigen. Da Südzucker mit den Kundenindustrien größtenteils Jahresverträge aushandle, bestünden für das laufende Zuckerwirtschaftsjahr keine großen Risiken mehr im Zuckersegment.
Dagegen sei es bei der Bioethanolanlage der Tochtergesellschaft Crop-Energies AG am Standort Wanze (Belgien) zu technischen Problemen gekommen, deren Behebung bis in den November gedauert habe, und die die Ergebnissituation bei CropEnergies in diesem Geschäftsjahr belasten würden. Die Analysten hätten dies in ihren Modellen entsprechend berücksichtigt. Für den Gesamtkonzern rechne Südzucker jedoch unverändert mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau in Höhe von 5,9 Mrd. EUR und einem über dem Vorjahr liegenden operativen Ergebnis von rund 400 Mio. EUR (Vorjahr 258 Mio. EUR).
Die Analysten seien weiterhin von dem Investment in das Unternehmen überzeugt, da die Aussichten dieser defensiven Aktie derzeit mehr Chancen als Risiken aufweisen würden. Das Kurs/Buchwert-Verhältnis sei mit 0,9 für die Aktie niedrig. Die Nettoverschuldung werde in den kommenden Jahren aufgrund eines deutlich gestiegenen durchschnittlichen Free-Cashflows deutlich sinken. Bereits für das Ende des laufenden Geschäftsjahres erwarte Südzucker eine Nettoverschuldung von 1,1 bis 1,2 Mrd. EUR, was dem Niveau des Jahres 2005/06 entsprechen würde. Während damals das EBIT mit 397 Mio. EUR unterhalb der Erwartungen der Analysten für 2009/10 (BHLe: 406 Mio. EUR) gelegen habe, habe der Aktienkurs mit damals rund 22,00 EUR noch deutlich oberhalb ihres aktuellen unveränderten Kursziels von 20 EUR notiert.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe empfehlen weiterhin die Südzucker-Aktie zu kaufen. (Analyse vom 18.12.2009) (18.12.2009/ac/a/d)
|