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Analysen - Ausland
11.04.2002
WorldCom kaufen
Stadtsparkasse Köln

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Für das Researchteam der Stadtsparkasse Köln ist die Aktie der WorldCom Incorporation (WKN 881477) ein Outperformer.

WorldCom sei ein global operierendes Telekommunikationsunternehmen mit eigener weltweiter Infrastruktur und operiere in über 65 Ländern. Die Gesellschaft aus Clinton hatte Ihr Geschäft im Juni 2001 in zwei Geschäftsbereiche aufgespaltet. Unter der Marke WorldCom Inc-WorldCom Group sei der Wachstumsbereich Datenkommunikations- und Internet-Geschäft zusammengefasst. Als selbstständige Geschäftsbereichsaktie werde zudem die WorldCom Inc-MCI Group, zuständig für die Bereiche Privatkundengeschäft in den USA, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Ferngesprächsdienste, an der Börse notiert. In der WorldCom-Gruppe habe der Konzern mehr als 60.000 Gebäude über lokale Netzwerke angeschlossen. Über Nordamerika hinaus engagiere sich die Gesellschaft verstärkt auch in Europa, Lateinamerika und Asien/Pazifik.

Im Schlussquartal 2001 habe das Unternehmen angesichts des schwierigen Marktumfeldes einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang verzeichnet.

Marktforscher erwarten, dass sich das Kommunikationsverhalten von Geschäfts- und Privatkunden nach dem 11. September nachhaltig verändert habe und die Nachfrage nach Diensten mit höherer Bandbreite steige. Ein Teil der Manager weiche mittlerweile - statt mit dem Flugzeug zu reisen - auf Telefonkonferenzen aus.

WorldCom betreibe eine umfassende Expansionsstrategie durch Kooperationen und Akquisitionen. So habe der Konzern seit dem Unternehmensstart vor gerade 16 Jahren bereits über 70 Akquisitionen getätigt.

Das Unternehmen habe seine Fusionspläne mit dem US-Telekommunikationskonzern Sprint aufgeben müssen, nachdem die US-Wettbewerbshüter ihr Veto gegen den Zusammenschluss angekündigt hatten. Da die Übernahme von Sprint gescheitert sei, verfüge WorldCom nach wie vor über keine Aktivitäten im Bereich Mobilfunk.

WorldCom biete ein weltumspannendes Netzwerk aus einer Hand. Das globale Netz setze sich aus mehr als 112.000 km Hochleistungsverbindungen zusammen.

Der Konzern habe den Wachstumsbereich Datenübertragung und Geschäftskunden von WorldCom und das derzeit schwache Telefon- und Privatkundengeschäft von MGI voneinander getrennt. Seit Mitte Juni 2001 werde der Telekom-Bereich unter dem Namen WorldCom Inc-WorldCom MGI Group mit dem neuen Kürzel MGIT als so genannte "Tracking Stock" gelistet. WorldCom Group-Aktionäre haben zu jeder Aktie zusätzlich 0,04 Aktien der WorldCom MCI Group. Der Long Distance-Bereich der MGI-Gruppe sei der zweitgrößte in den USA.

Durch die Umstellung der US-Bilanzregeln müsse der Konzern im zweiten Quartal 2002 Goodwill-Abschreibungen von bis zu 20 Milliarden USD vornehmen.

Der Konzern wolle im Rahmen weiterer Kostensenkungsmaßnahmen die Zahl seiner Mitarbeiter um 3.700 Stellen beziehungsweise 4% reduzieren.

Die US-Börsenaufsicht habe eine informelle Untersuchung eingeleitet und den Konzern aufgefordert, Auskünfte über die Bilanzpraktiken zu eben.

Die Aktie des Unternehmens sei seit Ende Januar 2002 nach Marktgerüchten über mögliche Zahlungsschwierigkeiten deutlich unter Druck geraten. Hintergrund dieser Spekulationen sei die allgemeine Angst vor weiteren Firmenpleiten nach dem Enron-Debakel. Das Vertrauen der Anleger in die Bilanzierungspraktiken der Gesellschaften habe dadurch stark gelitten. Dabei habe die Vertrauenskrise vor allem Wachstums-Unternehmen mit komplexen Strukturen und hoher Verschuldung belastet. Mittlerweile sei die Geschäftsführung der WorldCom-Gruppe den Spekulationen entgegengetreten.

"WorldCom hat eine solide Basis zahlender Kunden, starke Fundamentaldaten, eine solide Bilanz und (...) fast 10 Mrd. USD liquide Mittel" sowie "Eine Pleite oder ein Kreditausfall steht nicht zur Debatte". Der CEO des Unternehmens habe in Anspielung an die Gerüchte besonders hervorgehoben, dass WorldCom keine Finanzrisiken außerhalb der Bilanz habe. Sicherlich sei ein Teil des Kursrückgangs der letzten Monate aufgrund des anhaltend schwierigen Marktumfeldes gerechtfertigt, das aktuelle Kursniveau sei allerdings, unterstelle man, dass die Geschäftsführung die Wahrheit sage, deutlich zu niedrig. WorldCom sei im Gegensatz zu den Neulingen auf dem Markt ein etablierter Konzern, welcher sein weltweites Geschäft schon seit den 80er Jahren aufgebaut habe und mit realem Kundenstamm Mrd. umsetze.

Nach dem Kursverfall in der jüngsten Zeit ist die WorldCom-Aktie sehr günstig bewertet und damit sämtliche negativen Aspekte eingepreist, dies ist die Einschätzung von Analysten der Stadtsparkasse Köln.



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