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Analysen - DAX 100
01.12.2009
Deutsche Börse AG "hold"
SEB

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Manfred Jakob, Analyst der SEB, stuft die Aktie der Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) mit dem Rating "hold" ein.

Die Deutsche Börse habe am 09.11.2009 mit ihren Zahlen zum 3. Quartal (Q3) erwartungsgemäß eher noch einmal enttäuscht. Aber es sei zu berücksichtigen, dass das Vorjahresquartal von hohen Börsenturbulenzen (Lehman-Pleite) gekennzeichnet gewesen sei und somit ein Rekordquartal gegenüberstehe. Der Börsenbetreiber habe in Q3 erneut die Zurückhaltung der Investoren auf breiter Front zu spüren bekommen. Bei einem Umsatzrückgang von 18,7% auf 501 Mio. EUR seien der operative Gewinn (EBITA) um 36,6% auf 244 Mio. EUR und der Nettogewinn um 38,5% auf 158 Mio. EUR gefallen.

Der Cash-Flow aus laufender Tätigkeit habe sich dennoch um 6,9% auf 248 Mio. EUR verbessern können. Sowohl bei Xetra als bei der Eurex seien die Handelsaktivitäten deutlich zurückgefallen. Clearstream habe sich demgegenüber stabil entwickelt. Für 2010 plane die Deutsche Börse eine weitere Erhöhung der Aufwendungen für organische Wachstumsinitiativen und gleichzeitig das Ziel, das Kostenniveau von 2008 auch in 2010 nicht zu überschreiten.

Am 12.11.2009 seien die Deutsche Börse AG und SIX Group alleinige Anteilseigner des Indexanbieters STOXX Ltd. geworden. Damit habe die Deutsche Börse ihre Position im Segment der Kern-Indices gestärkt.

Das Q3 sei zwar noch von einer starken Kundenzurückhaltung gekennzeichnet gewesen, sei aber insgesamt zufriedenstellend ausgefallen. Die operative Marge im Konzern habe leicht über Vorquartal gelegen. Stark gewesen sei der Cash-Flow (+7%). Expansionsschritte, z.B. Emerging Markets, sollten zukünftiges Wachstumspotenzial nutzen. Allerdings müssten sich die möglichen Zukäufe rechnen. Die Warschauer Börse sei "zu teuer" gewesen (beendet per 30.11.). Der Bereich Clearstream suche seine eigenen Expansionsmöglichkeiten. Neue mögliche Überkreuzverflechtungen mit anderen Börsen seien nicht auszuschließen. Wie erwartet liefere der Bereich einen wertvollen und konstanten Ertragspfeiler in einer schwierigen Zeit (noch hohe Kundenzurückhaltung). Damit zahle sich das integrierte Konzept des Hauses weiter aus. Die hohe Effizienz, die auch in 2010 zu erwarten sei, und die Innovationskraft (neue Produkte, neue Kooperationen) seien stets positive Kennzeichen des Hauses (u.a.). Neues Potenzial eröffne sich mit OTC-Derivaten.

Das allgemeine Geschäft sei infolge der starken Kundenzurückhaltung derzeit noch zu flau. Die recht hohe Anlegerlethargie habe bis zuletzt angehalten. Darunter hätten vor allem Xetra, aber auch die Eurex gelitten. Der Eurex-Umsatz (-26%) sei belastet gewesen von Preisrabatten und einer geringeren Anzahl an Transaktionen (z.B. bei Zinsderivate). Der Preiswettbewerb mit (Alternativen) Börsen halte an. Zudem sei der Ausblick 2010 auf die Kostenguidance beschränkt.

Die Deutsche Börse durchfahre gerade das Ertragstal. Chancen auf eine Erholung - mit der Börse - seien vorhanden. Die Deutsche Börse habe ein funktionierendes Geschäftsmodell. Kurzfristig würden aber die Kurskatalysatoren fehlen.

Die Analysten der SEB bewerten die Aktie der Deutsche Börse AG mit dem Rating "hold". Das Kursziel habe man von 57 auf 60 EUR angehoben. (Analyse vom 01.12.2009) (01.12.2009/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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