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Analysen - TecDAX
27.11.2009
Nordex kaufen
SRH AlsterResearch

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Carsten Mainitz, Analyst von SRH AlsterResearch, stuft die Aktie von Nordex (ISIN DE000A0D6554/ WKN A0D655) unverändert mit "kaufen" ein.

Mit den Zahlen zum dritten Quartal habe Nordex die Erwartungen der Analysten verfehlt. Die Angaben zum Ausblick hätten sie zudem sowohl für den weiteren Jahresverlauf 2009 als auch für 2010 enttäuscht und zu einer Anpassung ihrer Schätzungen veranlasst. Die Zielvorstellung für die EBIT-Marge von 3% für das Gesamtjahr 2009 falle sehr moderat aus. Für 2010 gebe das Unternehmen eine aus Sicht der Analysten bescheidene Wachstumsprognose ab. Demnach werde lediglich mit hohen einstelligen bis niedrig zweistelligen prozentualen Zuwächsen gerechnet, bei steigenden operativen Margen.

Die Verbesserung der Margen schreite langsamer als von den Analysten erwartet voran. Als wesentlicher Belastungsfaktor erweise sich weiterhin der angesichts der Kapazitätsauslastung zu hohe Personalaufwand. Kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise habe Nordex massiv Arbeitnehmer eingestellt, um von einem erwarteten Aufschwung zu profitieren, dies habe sich als schlechtes Timing erwiesen.

Nach den zurückhaltenden Branchenmeldungen der letzten Wochen würden die Analysten nunmehr erst zum Ende 2010 mit einer kräftig anziehenden Dynamik des Windenergiemarktes rechnen und deshalb auch ihre Prognosen für 2010 und 2011 anpassen. Für 2010 würden sie ein Umsatzwachstum für Nordex von rund 10% erwarten, eine Zielgröße, die auch Wettbewerber vermelden würden. Ein mittelfristiges Branchenwachstum in der Größenordnung von jährlich 15% würden sie für realistisch halten. Für 2011 würden die Analysten erwarten, dass Nordex ein Umsatzplus oberhalb dieser Marke erziele. Sie würden davon ausgehen, dass Nordex in den nächsten Jahren im Zuge der Auslastung der neuen und effizienteren Kapazitäten zu den Margenniveaus der Wettbewerber aufschließen werde.

In Q3 habe der Umsatz gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal um 8% auf 302 Mio. EUR zugelegt, habe jedoch 4% unterhalb des Q3 2008 gelegen. Der Neunmonatsumsatz habe sich mit 814 Mio. EUR 4% über dem Vorjahreswert gezeigt. Bei der Betrachtung der Umsatzverteilung hätten die USA die höchste Dynamik gezeigt. Ein Viertel des Quartalsumsatzes habe aus dieser Region gestammt, getragen von der Abarbeitung eines Großauftrages. Europa habe leicht und China stärker hinter dem Umsatz aus Q2 zurückgelegen. Der Auftragseingang befinde sich wie von den Analysten erwartet auf einem moderaten Niveau bei 199 Mio. EUR (Q2 2009: 205 Mio. EUR, Q3 2008: 79 Mio. EUR). Dabei seien die größten Anteile auf die Türkei (33%), Frankreich (25%) und UK (14%) entfallen. Für Q4 würden die Analysten einen Auftragseingang in der Größenordnung von 200 Mio. EUR erwarten. Das Volumen für Projektfinanzierungen befinde sich weltweit noch immer auf niedrigem Niveau.

Der Preisdruck, dem Nordex im ersten Halbjahr ausgesetzt gewesen sei, habe größtenteils an die Lieferanten weitergegeben werden können. In Q3 seien die Preise stabil gewesen. Diese Entwicklung habe die unterjährige Verbesserung der EBIT-Marge auf 4,1% in Q3 begünstigt (Q1 2009: 0,14%, Q22009: 3,3%, zum Vergleich: Q3 2008: 6,7%). Das EPS habe bei 0,12 EUR gelegen (Q2 2009: 0,03 EUR, Q3 2098: 0,23 EUR).

Positiv würden die Analysten die Cashflow-Situation werten. Der operative Cashflow habe in Q3 bei 59,9 Mio. EUR (Q2 09: 7,3 Mio. EUR) gelegen. Im Vorjahresquartal sei dieser Wert mit -73,2 Mio. EUR noch stark negativ gewesen. Zudem habe erstmals seit dem 2. Quartal 2008 ein positiver Freier Cashflow markiert werden können (44,3 Mio. EUR). Auch die Nettoliquidität sei unterjährig auf 63,5 Mio. EUR per 30. September angestiegen (Liquidität: 138,3 Mio. EUR, Finanzverbindlichkeiten 74,8 Mio. EUR).

Die von Nordex eingeleiteten und noch umzusetzenden Maßnahmen (Kapazitätserweiterungen, Serienfertigung bei der Rotorblattfertigung in Rostock, Veränderungen der Organisationsstruktur und der Supply Chain, Launch von neuen Produkten) seien nach Meinung der Analysten die Basis für eine nachhaltige Margenverbesserung und den Zugewinn von Marktanteilen.

Vor dem Hintergrund gesenkter Schätzungen passen die Analysten das Kursziel für die Aktie auf 14,00 EUR an (bisher: 14,50 EUR). Das Ziel-KGV 2010 von 25 sähen sie durch das hohe mittelfristige Branchenwachstum als gerechtfertigt an. Die Wertindikation ihres DCF-Modells, welches die langfristigen Wachstumsperspektiven abbilde, liege deutlich darüber.

Das Votum der Analysten von SRH AlsterResearch für die Nordex-Aktie lautet auf "kaufen". (Analyse vom 27.11.2009) (27.11.2009/ac/a/t)



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